Bauen

Seit 2001 hat der Freistaat 1,8 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investiert. (Foto: Bilderbox)

10.06.2014

Zukünftig Schutz vor 100-jährlichem Hochwasser

Weitere 21 Millionen Euro für den Hochwasserschutz Fischerdorf

Der Hochwasserschutz in Niederbayern wird mit Hochdruck ausgebaut, aktuell die zweite Deichlinie an der Isar bei Fischerdorf. Anlässlich des Spatenstichs, den er nicht selbst vornehmen konnte, betonte der bayerische Umweltminister Marcel Huber: "Wir wollen Bayern wasserfest machen. Der Schutz von Menschen hat oberste Priorität. Die zweite Deichlinie an der Isar ist dabei ein wesentlicher Baustein. In Zukunft wird ganz Fischerdorf vor einem 100-jährlichen Hochwasser sicher sein", so Huber. Im Rahmen des staustufenfreien Donauausbaus zwischen Straubing und Deggendorf werden mit dem Ringdeich Natternberg und dem Neubau des Schöpfwerks Natternberg weitere Bausteine für einen umfassenden Hochwasserschutz folgen. Die zweite Deichlinie hat eine Gesamtlänge von 3,5 Kilometern und verläuft parallel zum bereits bestehenden Hochwasserdeich entlang der Isar. Huber: "Wir haben entschlossen auf die Hochwasserkatastrophe vor einem Jahr reagiert. Durch das Sofortprogramm Hochwasserschutz wurden die gebrochenen Deiche bei Fischerdorf und Auterwörth wieder hergestellt und mit Stahlspundwänden verstärkt."

Bis zu fünf Meter hohe Deichlinie

In Auterwörth wurden noch 2013 rund 1,8 Millionen Euro, am linken Isardeich bei Fischerdorf rund  vier Millionen Euro investiert. Mit dem Neubau der zweiten, bis zu fünf Meter hohen Deichlinie, folgt der nächste Schritt. "Bis Ende 2017 werden rund 340 000 Kubikmeter Erdreich bewegt und 4000 Quadratmeter Stahlspundwände verbaut. Die über 21 Millionen Euro für die zweite Deichlinie machen das Leben in Fischerdorf und der Region spürbar sicherer", so Huber. Auch die Natur profitiert von den Baumaßnahmen. Auf den Deichböschungen sind magere Grünlandflächen geplant. Sie sind Lebensraum für zahlreiche seltene Eidechsen und Schmetterlinge. Zudem werden durch Neupflanzungen und die Umwandlung von bestehenden Forstflächen gut 7,5 Hektar neue Hart- und Weichholzauen entwickelt – das entspricht rund 11 Fußballfeldern. Auf ehemaligen Ackerflächen entstehen extensive Grünlandflächen, beispielsweise für die europarechtlich besonders geschützte Orchideenart Frauenschuh.

17 Millionen Euro aus Sofortprogramm Hochwasserschutz

Allein im Bereich des Wasserwirtschaftsamts Deggendorf wurden im letzten Jahr 17 Millionen Euro aus dem Sofortprogramm Hochwasserschutz investiert. Damit wurden insbesondere die überfluteten Schöpfwerke Saubach, Fischerdorf, Natternberg und Landgraben in Stand gesetzt. 2014 werden im Rahmen des Sofortprogramms weitere rund 40 Kilometer Bestandsdeiche zwischen Straubing und Vilshofen mit Innendichtungen ausgestattet. Bis zum Jahr 2020 investiert Bayern weitere 1,6 Milliarden Euro für den Ausbau des Hochwasserschutzes. Seit 2001 wurden bereits 1,8 Milliarden Euro eingesetzt. (BSZ)

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