Kommunales

05.08.2011

Die Zukunft spielt in Ideenbrunn

Ein Dorf in Niederbayern soll zu Speerspitze bayerischer Innovationskunst werden

Heinz Plöchinger ist Geschäftsführer des Passauer Vakuumtechnologie-Unternehmens Thyracont Vacuum Instruments GmbH und einer der vielen Botschafter Niederbayerns. Er möchte gemeinsam mit Gleichgesinnten im Bayerischen Wald einen ökologischen und innovativen Gegenpol zum arabischen Projekt Masdar City in Abu Dhabi setzen. Dort will man eine vollständige Null-Emissionsstadt für bis zu 80.000 Einwohner aus dem Wüstenboden stampfen.
Beim Treffen der zirka 100 „Niederbayern-Botschafter“ im Angerhof in St. Englmar stellte Plöchinger seine Vision vor. Ihm schwebt auf bayerischem Boden das ökologische Musterdorf „Ideenbrunn“ vor.
Alle einschlägigen Unternehmen und öffentlichen Institutionen im Bezirk seien eingeladen, neue und bereits bewährte Technologien und Konzepte der Nachhaltigkeit dort zu präsentieren. Einige Beispiele:
• Mini-Blockheizkraftwerke für den Hausgebrauch
• wie man sie in Ruhstorf konzipiert,
• Energie-Sparhäuser für raues Klima,
• Ziegel mit Wärmedämm-Füllung,
• Windrad zur Stromerzeugung,
• Smart Grid Einspartechniken
• Müllvermeidungsprogramm,
• verbesserte Kläranlagentechnik von der FH Deggendorf
• Ersatz von ölbasierten Materia-lien.
In diesem Zusammenhang hat er zwei Konzepte aus der eigenen Querdenker-Schmiede vorgestellt, die gut nach „Ideenbrunn“ passen könnten: Im Projekt „AlgeTerra“ entsteht aus Abwasser und aus dem noch nicht ganz vermeidbaren Abgas unter Sonneneinwirkung wertvolles naturbasiertes Isoliermaterial. Zur Zeit stehen Versuchs-Zuchtbecken in Weihenstephan und es gibt bereits dort gezüchtete Fadenalgen, die sich im getrockneten Zustand als Isolierstoff eignen. Möglicherweise eignen sich diese Fadenalgen auch als Grundstoff für Carbonfasern, die ja nach wie vor auf Öl basieren.
In den Startlöchern steht ferner sein Projekt mit dem Arbeitstitel „rotasolarbox“. „Sie kennen alle das uralte Prinzip des Kreisels, mit dem man bei großen Ozeandamp-fern die Schlingerbewegung aus-gleichen kann“, so Plöchinger. Ein kompakter Schwungradspeicher mit neuester Werkstoff-, Vakuum und Magnet-lagertechnologie sei das Ziel des Projektes. Der Werkstoffspezialist Otto Huber von der FH Landshut hat nur in einer Überschlagsrechnung so eine Speicherbox in Kühlschrankgröße betrachtet und bereits bei 20.000 Touren eine Speicherkapazität von zirka 50 Kilowattstunden abgeschätzt.
Wenn also viele Solardachbesitzer zukünftig autark und weitgehend unabhängig vom Strompreis werden wollen, könnte die „rotasolarbox“ die Lösung sein. (rs)

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