Kommunales

Im Durschnitt verspeist jeder Deutsche 40 Kilogramm Wurst pro Jahr. (Foto: dpa)

05.12.2016

Franken planen Reinheitsgebot auch für Wurst

Künstliche Zusätze sollen künftig weggelassen werden

Das Jubiläumsjahr des Reinheitsgebots für Bier geht langsam zur Neige - da gerät ein anderes Lebensmittel in den Fokus: die Wurst. In der Gemeinde Burkardroth im Landkreis Bad Kissingen hat sich jetzt der Verein "Fränkisches Wurst-Reinheitsgebot" gegründet. Er tritt ein, wie die Initiatoren verkünden "für eine Wurst, die ohne Geschmacksverstärker auskommt".

Denn mal ehrlich: Was da mitunter - gerade, wenn es aus Discountern stammt - als "Aufschnitt" oder "Streichwurst" auf den Tisch kommt, weist auf der Rückseite Inhaltsangaben auf, die es locker mit dem Beipackzettel eines rezeptpflichtigen Medikament aufnehmen können. Die Wurst von heute ist nicht selten so gepanscht wie vor 500 Jahren das Bier.

Freilich gibt es Alternativen, beispielsweise die Bioläden. Doch die kann sich nicht jeder Kunde leisten, dort kosten 100 Gramm Wurst mal eben drei bis vier Euro. Die Schrott-Wurst im Discounter dagegen ist unschlagbar günstig, häufig kostet sie mit deutlich unter zehn Euro pro Kilogramm (verkauft wird gern in Massenverpackungen) weniger als beispielsweise frisches Obst oder Gemüse.

Künstlich den Heißhunger ankurbeln

Das wohl schlimmste Teufelszeug darin heißt Mononatriumglutamat. Das erfüllt nicht mal einen praktischen Zweck, über den man noch streiten könnte, wie etwa längere Haltbarkeit. Nein, es soll beim Konsumenten einfach nur den Heißhunger ankurbeln, damit er möglichst viel von einer Wurtssorte isst. Eigentlich kommt das schon versuchter Körperverletzung nahe. Die Folge sind Allergien und Stoffwechselerkrankungen.

Doch nun soll ja alles anders werden - und wo zuerst, wenn nicht in Franken, der deutschen Hochburg guter Wurst. Hier gibt es sie noch, hier kann man schlemmen in naturbelassenem Weißem und Rotem Pressack, in Leberwurst und Geräuchertem. Ernährungswissenschaftlich gesund sind derlei Lebensmittel zwar auch nicht - Cholesterin und Gicht lassen grüßen -, aber wenigstens frei von Chemie.

Zu den 18 Unterzeichnern des Papiers gehören rund 30 Metzger, Direktvermarkter, Innungsvertreter, Gewürzhersteller, Feinschmecker und Gastronomen. Die Idee zu dem Projekt hatte Kilian Moritz, Professor an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt und ehemaliger Volksmusikredakteur und -produzent des BR. (APL)

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