Kommunales

Der Landkreis investierte rund 120 000 Euro. (Foto: Fuchs)

15.03.2013

Gerüstet für den Ernstfall in Oberfranken

Der neue Katastrophenschutzraum des Bayreuther Landratsamts gilt als vorbildlich in ganz Bayern

Es sind Räume, die hoffentlich nie gebraucht werden, in deren Ausstattung der Landkreis jetzt aber dennoch rund 120 000 Euro investiert hat: das neue Katastrophenschutzzentrum im Keller des Bayreuther Landratsamts. „Diese hochmoderne Einrichtung ist richtungsweisend für ganz Bayern“, lobt Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU).
Der Katastrophenschutzraum am Landratsamt Bayreuth war bereits beim Bau vor über 20 Jahren fest eingeplant. Aufgrund der damals veränderten politischen Situation – die Wende in der DDR hatte einen Militärschlag aus Richtung Osten eher unwahrscheinlich gemacht – betrieben die Verantwortlichen den Raum daraufhin nur mehr als Provisorium und stellten den Ausbau auf unbestimmte Zeit zurück. Übungen hatten in den zurückliegenden Jahren allerdings gezeigt, dass der Zustand für den Katastrophenfall aufgrund fortgeschrittener Technik und allen denkbaren Veränderungen gar nicht mehr ausreicht. Der letzte „K-Fall“ im Landkreis Bayreuth geht auf das Jahr 2001 zurück, als zwischen Nürnberg und dem Vogtland tausende Autofahrer auf der Bundesautobahn A 9 im Schnee stecken geblieben waren.
Das Katastrophenzentrum erstreckt sich über eine Fläche von 235 Quadratmetern. Größter Bereich ist der Führungsraum mit 100 Quadratmetern, ein Raum speziell für Fachberater mit 68 Quadratmetern, der Kommunikationsraum mit 59 Quadratmetern und ein separater Besprechungsraum für den engsten Führungszirkel mit acht Quadratmetern. Im Führungsraum sind 14, im Fachberaterraum zehn Arbeitsplätze eingerichtet. Zur technischen Ausstattung sämtlicher Räume gehören zahlreiche PCs, mehrere Beamer sowie modernste Telefonanlagen, aber auch Funk- und Telefaxgeräte.
„Wahlkämpfe kann man mit solchen Einrichtungen sicher nicht gewinnen, doch der Bürger hat einen Anspruch darauf“, sagte Bayreuths Landrat Hermann Hübner (CSU). Er erinnerte an spektakuläre Stürme, Wetterereignisse und andere Naturkatastrophen oder auch an Amokläufe oder gar terroristische Bedrohungen, die schnell einen Katastrophenfall auslösen könnten. Das neu eingerichtete Zentrum sei deswegen auch kein Luxus, sondern wichtig für effektives Katastrophenmanagement in einem Flächenlandkreis wie dem Landkreis Bayreuth.
Bayerns Innenstaatssekretär Eck meinte, auch in ländlichen Regionen könne der Katastrophenfall eintreten, nicht nur in Ballungsräumen. Deshalb seien überall klare Strukturen und schnelle Entscheidungen wichtig und genau deshalb seien Brand- und Katastrophenschutz auch im Aufgabenbereich der Landkreise angesiedelt, was sich auch längst bewährt habe. Ganz wesentlich mitgestaltet wird die bayerische Sicherheitsarchitektur nach den Worten des Staatssekretärs von den ehrenamtlichen Kräften. Von den bayernweit 470 000 Mitarbeitern bei Feuerwehr, BRK und THW seien 450 000 ehrenamtlich tätig.
(Stephan Herbert Fuchs)

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