Kommunales

Von diesem BMW blieb nach dem Unfall nur noch ein Wrack übrig. (Foto: Denk)

30.07.2010

Mysteriöse Unfallhäufung

Nirgendwo in Bayern kracht es momentan so oft wie auf der A 3 zwischen Passau-Süd und Pöcking

Vier Unfälle in einer Woche, alle wegen Aquaplanings, alle am selben Autobahnkilometer der A3: Nirgendwo in Bayern kracht es derzeit häufiger. Die Autobahndirektion Südbayern steht vor einem Rätsel und forscht momentan fieberhaft nach einem „Wasserschaden“. Besteht die Möglichkeit von Baupfusch auf einer relativ frisch asphaltierten Strecke?
Kilometer 615,5 auf der A3 zwischen Passau-Süd und Pocking: Ein Teilstück der bevorzugten Urlauberrennstrecke nach Österreich und der stark befahrenen Brummipiste gen Osten. Das graue Band fällt zwischen grünen Hängen ab in eine Senke, die Asphaltoberfläche ist, ungewöhnlich für die 1983 gebaute Piste, bügelglatt. „Vor zwei Jahren haben wir hier die Decke erneuert“, berichtet Peter Wunderlich, Vize-Leiter der Autobahndirektion Südbayern. Die Meldung über eine Unfallserie hat seine Behörde alarmiert.
Samstag, 17. Juli, die Nacht des heftigsten Regens in diesem Sommer: Die Passauer Feuerwehren müssen ausrücken, um Keller auszupumpen und ein Festivalzelt vor dem Einsturz zu retten. Um 22.15 Uhr ruft die Einsatzzentrale der Polizei die freiwilligen Helfer auf die Autobahn: „Eingeklemmte Person!“ Ein silbergrauer japanischer Kleinwagen liegt mit aufgerissener Motorhaube und zersplitterter Windschutzscheibe in der Böschung. Die Feuerwehr ist noch nicht vor Ort, da kracht es erneut: Nur zehn Meter vom ersten Wrack entfernt, schleudert ein schwarzer BMW-Kombi in die Seitenleitplanken.
Ein Polizeihauptkommissar der Verkehrspolizeiinspektion erinnert sich sehr gut an diese nasse Nacht. Diese Unfallstelle zu sichern, rüttelte an den Nerven. „Das Wasser lief zentimeterhoch über die Fahrbahn, wie ein kleiner Bach“, beschreibt er – Aquaplaning fatal. Er habe mitbekommen, wie auch vorsichtig fahrende Autofahrer Probleme hatten, ihre ausbrechenden Fahrzeuge abzufangen.
„Zwei Pkws kamen auf regennasser Fahrbahn ins Schleudern. Die Personen konnten sich selbst aus den Fahrzeugen befreien“, schreibt der Einsatzleiter der Feuerwehr später ins Protokoll. Die Airbags haben Schlimmeres verhindert, ein Fahrer wurde leicht verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Die beiden Aquaplaning-Opfer werden sich noch heute Vorwürfe machen, dass sie bei diesem Wolkenbruch das Tempo nicht gedrosselt haben.
Dass sie einer ganz besonderen Gefahrenstelle ausgesetzt waren, wissen sie nicht. Denn die heimtückische Wasserfalle bei Autobahnkilometer 615,5 wird erst sieben Tage später amtlich. Eine 56-jährige BMW-Fahrerin aus Kelheim wird in diesem Abschnitt um 18 Uhr abends vom Aquaplaning überrascht. Kein Regen, trockene Fahrbahn, plötzlich diese riesige Wasserlache. Der Wagen, der laut Augenzeugen mit 130 Sachen unterwegs ist, flutscht von der Fahrbahn und bleibt nach 50 Metern auf dem Dach liegen. Ein zufällig vorbeifahrender Rettungssanitäter birgt die verletzte Frau und leistet Erste Hilfe. Sie kommt schwer verletzt in die Klinik. Ihr Wagen - Totalschaden. (Hubert Denk)

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