Kommunales

Saufgelage finden meist an verrufenen Plätzen im Ort statt. (Foto: DDP)

16.04.2010

Prost Bamberg!

Nirgendwo in Deutschland betrinken sich Jugendliche so massiv wie in der beschaulichen Barockstadt

Bisher dachte man, Koma-Saufen müsse in Metropolen weiter verbreitet sein als in Klein- und Mittelstädten – Irrtum! Dies beweist das Statistische Bundesamt. Die Barockstadt Bamberg liegt deutschlandweit an der Spitze, gefolgt vom ebenfalls oberfränkischen Hof. Im Jahresdurchschnitt lassen sich dort 9 von 1000 Heranwachsenden im Alter von 10 bis 19 Jahren in einer Klinik ausnüchtern – bundesweit nur 5 von 1000. Ganz so einfach sei das „bei näherer Betrachtung natürlich nicht“, meint das für die Volksgesundheit zuständige Landratsamt Bamberg. Bei den Jugendlichen, die sich in der Region wegen Alkoholmissbrauchs in stationäre Behandlung begeben müssten, handele es sich „nur in Ausnahmefällen um komatöse Fälle“, betont Lothar Riemer von der dortigen Pressestelle. In der Regel wiesen die Jugendlichen eher niedrige Blutalkohol-Werte auf – eine Einschätzung, die auch der Chefarzt der Bamberger Kinderklinik, Prof. Karlheinz Deeg, teilt. Dieser interpretiert die Zahlen der Statistik denn auch „als ein positives Zeichen einer gestiegenen Sensibilität gegenüber der Alkoholproblematik von Jugendlichen“.
Dass das Umfeld von alkoholisierten Jugendlichen – Kumpel, Eltern oder Gastwirte – zunehmend schnell auf Krisensituationen reagiert, hängt auch mit dem 2008 bayernweit gestarteten Projektes „HaLT – Hart am Limit“ zusammen. Dessen Ziel ist es, die Betroffenen bereits „beim ersten Anzeichen einer alkoholbedingten Auffälligkeit“ in ärztliche Behandlung zu geben. „Die stationäre Aufnahme in einer Klinik ist auch in der Bamberger Präventionsarbeit durchaus erwünscht. Nur so ist es möglich, mit den betroffenen Jugendlichen und deren Familien ins Gespräch zu kommen“, erklärt der städtische Jugendschutzbeauftragte Andreas Heidt. Bei ambulanter Behandlung finde dieser Kontakt eben nicht statt.

(Cornelia Daig-Kastura)

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