Kommunales

Josef Deimer. (Foto: Markus Fritsch)

27.05.2011

Rekordmann der Kommunalpolitik

Landshuts Alt-OB Josef Deimer wird 75 Jahre

Er ist der Rekordmann in der Kommunalpolitik: Josef Deimer war beim Amtsantritt 1970 der jüngste Oberbürgermeister Deutschlands – als er nach 35 Jahren den Chefsessel im Landshuter Rathaus endgültig verließ, war der CSU-Mann bundesweit der dienstälteste OB. An diesem Sonntag wird Deimer 75 Jahre alt. In Landshut gibt es an diesem Tag einen Ehrenempfang im Hof der Residenz. „Dabei wollte ich gar kein großes Fest“, sagt Deimer, der auch lange Vorsitzender des Bayerischen Städtetages war.
Im Ruhestand ist der Rekordmann aber nicht wirklich. Die Liste seiner Ehrenämter ist lang. So ist er beispielsweise in diesem Mai als Präsident der Volkshochschulen in Bayern wiedergewählt worden – die Geschicke des Verbandes leitet er seit 1979. „Die Ehrenämter halten mich politisch fit“, meint er. „Josef Deimer hat die Stadt hervorragend aufgestellt. Wir können jetzt die Früchte seiner Arbeit ernten“, sagt der jetzige Landshuter Oberbürgermeister, Hans Rampf (CSU). Sein Vorgänger habe auch nie Hemmungen gehabt, sich gegen die Spitzenpolitiker aufzustellen. So machte Deimer die unmittelbare Nachbarschaft zu den Atomkraftwerken Isar 1 und 2 früh zu einem überzeugten Gegner der Atomenergie. „Wir können nicht Tausende von Generationen mit der Bewachung von Plutonium beschäftigen“, sagte er 1991 in einem Zeitungsinterview – und ging damit in Frontstellung gegen seine eigene Partei. Außerdem nannte er militärische Tiefflüge einen gefährlichen Unsinn.
Josef Deimer besuchte das erzbischöfliche Knabenseminar und das Domgymnasium in Freising. In der Jugend war er ein torgefährlicher Linksaußen der Spielvereinigung Landshut. Mit 24 trat er in CSU ein. Am 1. Januar 1970 wurde er in Landshut mit 33 Jahren der jüngste Oberbürgermeister der Bundesrepublik. In den folgenden Jahren wurde er jeweils mit hoher Stimmenzahl wiedergewählt – 1980 erhielt er 83,5 Prozent der Stimmen. „Ich lebe sehr diszipliniert und bewege mich viel“, erklärt der Jubilar. Nachdem er vor einigen Jahren zwei künstliche Hüften bekommen hatte, gönnt er sich einmal in der Woche eine wohltuende Massage. „Dabei werde ich so richtig gestreckt. Danach geht es mir wieder richtig gut.“
Entspannung findet der Liebhaber von Jazz- und klassischer Musik bei seiner Familie, einem Glas Rotwein oder einem guten Buch. „Ich bin wirklich eine Leseratte.“ Nur mit der Familienplanung seiner beiden erwachsenen Enkel ist Deimer nicht ganz einverstanden. „Die Urenkel sind noch im Verzug. Bisher gab es bei uns immer den Generationensprung nach 20 Jahren.“
(André Jahnke/dpa)

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