Kommunales

Christian Bernreiter ist seit 2002 Landrat des Landkreises Deggendorf, seit Juni dieses Jahres führt er den Landkreistag. (Foto: dpa)

02.10.2014

"Überall Glasfaserkabel ist unbezahlbar"

Landkreistagspräsident Christian Bernreiter (CSU) über die Kosten des Breitbandausbaus, die Existenzberechtigung von Kreiskrankenhäusern und die Notwendigkeit neuer Polder

Nach den Affären seines Vorgängers Jakob Kreidl hat Christian Bernreiter (beide CSU) wieder Ruhe in den Bayerischen Landkreistag gebracht. Der 50-Jährige gilt als bodenständiger Macher, Glamour liegt ihm weniger. Ehrlich räumt er aber auch mit politischen Illusionen auf, denen sich einige seiner Amtskollegen immer noch hingeben.

BSZ Herr Bernreiter, vor einem Jahr traf Bayern eines der schlimmsten Hochwasser aller Zeiten, Ihr Landkreis war besonders betroffen. Seither gilt die Devise: Wir brauchen mehr Polder – zur Not auch mit Zwangsmaßnahmen. Wie ist der aktuelle Stand?
Bernreiter Die Bereitschaft der Landwirte ist sehr groß, wir sind gut vorangekommen. Aber es dürfen nicht durch die Hintertür Fakten geschaffen werden. Darum ist die vorläufige Sicherung der geeigneten Grundstücke durch den Freistaat so wichtig! Dann kann man die Leute vor Ort kontinuierlich einbinden. Aber ich kann mir vorstellen, dass in den weniger stark vom Hochwasser betroffenen Gebieten die Begeisterung für Polder inzwischen wieder etwas nachlässt, weil die Bilder vom Unglück verblassen.

BSZ Muss da nicht auch Baden-Württemberg aktiver werden? Dort entspringt ja die Donau, dort müsste man bereits Wasser rausnehmen.
Bernreiter Ja, am besten ist es, wenn man bereits am Oberlauf anfängt. Das hat sich ja auch anhand der kleineren Bäche gezeigt, die bei uns entspringen. Und am Rhein machen sie es uns ja in Sachen Flutpolder vor – ohne größere politische Diskussionen.

BSZ Ein Schwerpunkt der Infrastruktur ist die Breitbandversorgung. Sind Sie zufrieden mit dem bis jetzt Erreichten?
Bernreiter Wir haben einen großen Schritt in die richtige Richtung getan, aber wir brauchen noch mehr. Der Bund muss sich mehr beteiligen. Zur Ehrlichkeit gehört aber auch, dass wir nicht überall in Deutschland und zu jedem Haus ein Glasfaserkabel verlegen können, da muss man die Kirche schon im Dorf lassen. Das ist unbezahlbar. Doch zumindest die Grundversorgung muss auf dem derzeitigen Stand der Technik gewährleistet sein.

(Interview: André Paul, Ralph Schweinfurth)

Lesen Sie das vollständige Interview in der gedruckten Ausgabe der Bayerischen Staatszeitung vom Donnerstag, 2. Oktober 2014.

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