Kommunales

Die Vogtlandbahn soll zwischen Hof und Asch fahren. (Foto: Deutsche Bahn)

18.06.2015

Vogtlandbahn soll Zuschlag für Regionalverkehr Hof – Asch erhalten

Vertragslaufzeit von 2015 bis 2023

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) beabsichtigt, die Regionalverkehrsleistungen auf der Strecke Hof – Asch (Aš) im bayerischen Abschnitt ab Dezember 2015 an die Vogtlandbahn-GmbH zu geben. In Kooperation mit České dráhy (CD), dem vom Bezirk Karlsbad (Karlovy Vary) beauftragten Verkehrsunternehmen für den tschechischen Streckenanteil, wird so ein durchgehender Zwei-Stunden-Takt über die 60 Kilometer lange Verbindung Hof – Eger (Cheb) angeboten. „Mit der Vergabe haben wir die Weichen für die Reaktivierung der bayerisch-tschechischen Bahnverbindung von Hof nach Eger gestellt“, sagt Johann Niggl, Geschäftsführer der BEG. „Die Fahrzeit wird bei rund 70 Minuten liegen.“ Der Vertrag mit der Vogtlandbahn läuft bis Dezember 2023. Die BEG, die den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert, hat die Verkehre im Rahmen eines wettbewerblichen Verfahrens mit vorgeschalteter Interessenbekundungsmöglichkeit vergeben.

Verbessertes Verkehrsangebot

Die Strecke, die 1945 eingestellt werden musste, wird im Wesentlichen mit Mitteln der EU, des Bundes sowie der regionalen Gebietskörperschaften wiederhergestellt. Auf bayerischer Seite ergänzen die neun internationalen Zugpaare im Abschnitt Hof – Selb-Plößberg das stündliche Verkehrsangebot der Agilis-Linie Hof – Selb-Stadt. Daher profitieren auf der Strecke liegende Stationen wie Rehau und Schönwald von mehr Zügen, die eine halbe Stunde versetzt zum Agilis-Takt fahren. Fahrgäste aus Selb-Stadt können in Selb-Plößberg am selben Bahnsteig Richtung Eger umsteigen. Auch aus Eger kommend ist der Umstieg in Züge nach Selb-Stadt ohne Bahnsteigwechsel möglich. Im westböhmischen Bahnknoten Eger können Reisende alle zwei Stunden in die Schnellzüge nach Marienbad (Mariánské Lázně), Pilsen (Plzeň) und weiter nach Prag (Praha), sowie nach Karlsbad, Komotau (Chomutov) und weiter nach Aussig (Ústí nad Labem) innerhalb weniger Minuten Wartezeit umsteigen. Die Vogtlandbahn plant, über Eger umsteigefrei im Rahmen ihrer Oberpfalzbahn-Verkehre nach Marktredwitz weiterzufahren. Fahrgästen aus dem Raum Selb bietet die neue Verbindung daher mit Umstieg in Marktredwitz eine schnelle Alternative für Bahnfahrten Richtung Nürnberg oder Regensburg, da der Umweg über Hof wegfällt.

 

Qualität teilweise über den Mindestanforderungen

Im Rahmen der Vergabe machte die BEG detaillierte Qualitätsvorgaben: Dazu gehört die Vorgabe, niederflurige Fahrzeuge mit mindestens Baujahr 1996 einzusetzen. Die Fahrzeuge müssen an Bahnsteigen mit einer Höhe von 55 cm über einen stufenfreien Einstieg verfügen, außerdem müssen alle Züge eine rollstuhlgerechte Einstiegshilfe haben.

Bei Sitzplatzangebot und Zugbegleiterquote hat die Vogtlandbahn die Mindestanforderungen der BEG deutlich übertroffen. „Der Betreiber bietet für alle Züge – sowohl während des Berufs-, als auch des Freizeitverkehrs – zwischen ca. 100 und 130 Sitzplätze an“, so Niggl. Darüber hinaus wird für die Verkehre eine Zugbegleiterquote von 100 Prozent statt der von der BEG mindestens geforderten 50 Prozent realisiert. Die Fahrgäste haben dadurch in allen Zügen einen umfangreichen Service, persönliche Fahrgastinformation und die Möglichkeit, im Zug einen Fahrschein zu erwerben.

Auch müssen beispiels­weise monatliche und jährliche Vorga­ben für die Pünktlichkeit sowie konkrete Vorgaben zur Anschlusssicherung beachtet werden. Die Vogtlandbahn muss zudem am Qualitätsmesssystem der BEG teilnehmen. Werden vertragliche Anforderungen nicht erfüllt, erhebt die BEG Strafzahlungen. Außerdem wird der künftige Betreiber seine Fahrgäste vor und während der Fahrt umfassend auch auf Basis von Echtzeitdaten informieren. Alle Daten müssen in das „durchgängige elektronische Fahrgastinformations- und Anschlusssicherungssystem“, kurz DEFAS, eingespeist werden.

Vorgaben zu Tarif und Vertrieb

Die BEG erwartet die Anerkennung der DB-Tarife und Sonderangebote, wie z. B. des Bayern-Tickets oder des EgroNet-Tickets. Sofern die geplante Kooperation mit den tschechischen Verkehrsunternehmen zustande kommt, sind Fahrscheine mindestens auch für die Strecke von der Landesgrenze über Eger nach Karlsbad und Marienbad zu verkaufen, sowie via Eger und Schirnding ins deutsche Netz. Der zusätzliche Verkauf von Fernverkehrsfahrscheinen ist wünschenswert.

Zu den Mindestvorgaben der BEG zählt der personenbediente Verkauf in Hof Hbf bzw. in dessen Umfeld mit einer Mindestöffnungszeit von 60 Stunden, davon mindestens 10 Stunden am Wochenende. Die BEG hatte außerdem gefordert, dass in der personenbedienten Verkaufsstelle mindestens die Nahverkehrstarife für die ausgeschriebene Strecke und darüber hinaus zu allen deutschen Tarifpunkten verkauft werden. Die Einrichtung eines Kundencenters in Hof Hbf hat die Vogtlandbahn ebenfalls zugesichert. (BSZ)

 

 

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