Kommunales

Das 19. Jahrhundert im ländlichen Raum – die Furthmühle in Egenhofen und der Traktor vom Bauernhofmuseum Jexhof in Schöngeising sind zwei Beispiele aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck, wie sich Geschichte am Tag des offenen Denkmals überall erleben lässt. (Foto: Landkreis Fürstenfeldbruck)

02.09.2011

Weiß-blaue Nostalgieschau

Am 11. September laden Bayerns Kommunen zum Tag des offenen Denkmals

Von der königlichen Villa in Regensburg bis zur alten Furthmühle in Egenhofen – Geschichte lässt sich überall erleben. Besonders am Tag des offenen Denkmals, der jedes Mal wieder für Millionen von Architektur- und Geschichtsliebhabern einer Wanderung in die Vergangenheit gleichkommt. Dieses Jahr wird er am 11. September begangen. An dem Tag können Besucher deutschlandweit historische Bauten besichtigen, die normalerweise nicht oder nur teilweise für Besucher zugänglich sind. Zudem werden spezielle Führungen angeboten, die Historisches spannend und aktuell aufbereiten.
So führt an dem Tag zum Beispiel Robert Weinzierl vom Historischen Verein Fürstenfeldbruck um 14 Uhr zwei Stunden über den Alten Friedhof (Treffpunkt: Kirchstraße 6 vor der Pfarrkirche St. Magdalena). Oder Erich Widmann referiert in der Furthmühle in Egenhofen (ebenfalls Landkreis Fürstenfeldbruck) zum Thema „Mühlenromantik – eine versunkene Kultur“. Besucher können sich dort die Sonderausstellung „Rund um’s Rad – was uns bewegt“ anschauen und anschließend im Café Mahlgang eine Kaffeepause einlegen.
Der Tag des offenen Denkmals – mit 4,5 Millionen Besuchern hierzulande eine der größten Kulturveranstaltungen überhaupt – setzt sich zum Ziel, „die Öffentlichkeit für Denkmalpflege zu sensibilisieren und Interesse am kulturellen Erbe zu wecken“, sagt Beate Zarges vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Inzwischen, so Zarges, sei das eintägige Event dermaßen populär, dass ein regelrechter Run auf alte Friedhöfe, Kirchen und Museen einsetze. Der Eventcharakter lässt Altes in einem neuen Licht erscheinen.

Auftakt in Bad Kissingen

Dabei gibt es den Tag des offenen Denkmals in Deutschland noch gar nicht so lange, erst 1991 rief der Europarat die „European Heritage Days“ offiziell aus. Die ursprüngliche Idee stammt aus Frankreich: Weil am „Journées Portes ouvertes monuments historiques“ in Paris und andernorts Massen historisch interessante, aber sonst unzugängliche Gebäude stürmten, kopierten auch andere Länder das Konzept. Inzwischen beteiligen sich alle 49 Länder der europäischen Kulturkonvention im September und Oktober an dem Ereignis. Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag des offenen Denkmals bundesweit. „Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer – Kirchen, Kommunen, Vereine und Museen – wäre so ein Tag gar nicht denkbar“, sagt Zarges.
Auch Bayern beteiligt sich: Von den 7 500 Bau- und Bodendenkmälern im ganzen Land können über 850 Denkmäler allein im Freistaat besichtigt werden. Der Ausrichter der bayerischen Auftaktveranstaltung ist dieses Jahr die unterfränkische Kurstadt Bad Kissingen. Die Eröffnungsveranstaltung ab 12 Uhr im Rossinisaal des Arkadenbaus (Kurgarten 8) kostet nichts, eine Voranmeldung ist nicht nötig. Das Programm gibt Einblicke in die Denkmalpflege in Unterfranken – unter politischen, konservatorischen und kabarettistischen Gesichtspunkten.
Die Kurstadt hat mit ihrer Bädertradition, die im 19. Jahrhundert europaweit Bekanntheit erlangte, zum diesjährigen Schwerpunktthema „19. Jahrhundert“ einiges beizutragen.Friedrich von Gärtner baute in Bad Kissingen vor fast 200 Jahren Arkadenbau und Kursaal. Auch Reichskanzler Otto von Bismarck hinterließ seine Spuren, war er doch über ein Dutzend Mal auf Kur in der Stadt, was Helena Scharf am Tag des offenen Denkmals bei einer Führung durch das örtliche Bismarck-Museum (14 bis 16 Uhr) näher erläutert.

19. Jahrhundert im Blick

Schwerpunkt 2011: Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert. Das diesjährige Motto präsentiert sehr unterschiedliche Gebäude aus dem vorletzten Jahrhundert. Etwa die „Königliche Villa“ in Regensburg, von 1854 bis 1856 im Auftrag des Bayernkönigs Maximilian II. als Sommerresidenz erbaut. Heute beheimatet die Villa das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. Wer nach Regensburg fährt, wird nicht nur Einblicke erhalten in eine wunderbare Villa, die einem an normalen Tagen verwehrt blieben. Die Aussicht auf die Donau lohnt die Anreise.
Auch wenn die „Alte Münze“ in München streng genommen kein Bau des 19. Jahrhunderts ist, kann sie dennoch am 11. September besichtigt werden. Erbaut wurde sie von 1563 bis 1567 als Marstall- und Kunstkammergebäude für Herzog Albrecht V. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bekam sie eine neue Funktion: Das Gebäude wurde zum Hauptmünzamt umgebaut und prägt seitdem den Namen des Gebäudes im Münchner Hofgraben 4. Einheimische und Gäste können die Gelegenheit nutzen, den berühmten Renaissancehof in der „Alten Münze“ zu besuchen.
Im Internet hat der Denkmalstag schon längst angefangen: Täglich stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ein altes Bauwerk näher vor. (Claudia Schuh)
Das komplette Programm für alle bayerischen, aber auch die deutschlandweiten Veranstaltungen findet sich unter www.tag-des-offenen-denkmals.de oder www.blfd.bayern.de

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