Kultur

Seit nunmehr 25 Jahren gibt es die "Audi-Sommerkonzerte" in Ingolstadt. (Foto: Audi)

01.07.2015

Jubelstürme beim Eröffnungskonzert

Zum 25. Mal finden heuer die "Audi-Sommerkonzerte" in Ingolstadt statt

 „Ingolstadt, Dein Applaus“, steht auf dem Flyer. Und Ingolstadt lässt sich nicht lumpen: Jubelstürme beim Eröffnungskonzert der Jubiläumssaison von „Audi-Sommerkonzerte“, für den fabelhaften Geiger Sergej Khachatryan, für das in Hundert-Mann-Stärke angereiste San Francisco Youth Orchestra. Das zusammen ergab ein Klangwunder, das einen in allen Gemütslagen anrührte und den Theater-Festsaal zum Beben brachte. Das eine bei Max Bruchs Violinkonzert Nr. 1 mit dem armenischen Violinstar, das andere mit dem Trommelorgasmus von Hector Berlioz‘ „Symphonie fantastique“.
Seit 25 Jahren gibt es das Festival (früher: „Zwischen Donau und Altmühl“), 1990 spielte das BR-Symphonieorchester unter Lorin Maazel, seither kamen 400.000 Besucher. Jetzt brauchte man drei Großraumbusse eigens für die jungen Leute aus der SF-Bay Area und ihre Instrumente. Ein veritables Eisengerüst inklusive: für die Klangröhren, mit denen bei Berlioz die Walpurgisnacht eingeläutet wird. Da muss der Percussionist extra auf eine Leiter steigen. Aber der wichtigste künstlerische Eindruck dieses Premierenabends war Sergej Khachatryan. Kein Wunder, dass der Armenier inzwischen auf dem Höhepunkt seiner Karriere steht. Das Bruch-Konzert, eines der „war-horses“ des Geigenrepertoires, gibt er bei allem romantischen Feuer mit klar strukturiertem Ton, tragfähig in allen dynamischen Regionen, vibrierend vor Emotionen. Schöner kann man etwa das Adagio nicht spielen: mit einem von der schieren Unhörbarkeit an aufblühenden Ton, trotzdem deutlichster Artikulation, immer mit einer Spur von unsentimentalem Stahl, zart, aber nie verzärtelt.
Manchmal ist Khachatryan in sich gekehrt, dann wieder richtet sich sein Blick poetisch in weite Fernen: Ihn zu hören, ist heute eines der großen Erlebnisse der Klassikwelt. Der Blick in die dicht gedrängten Reihen des San Francisco Youth Orchestra zeigt: die Stadt ist weniger auf den Osten und Europa als in den pazifischen Raum hinaus fokussiert. Die Jugendformation unter Donato Cabrera profitiert vom hohen Niveau des senior orchestras, das seinen Ruf früher Herbert Blomstedt verdankte und heute dem unkonventionellen Michael Tilson Thomas. In Ingolstadt entwickelt die SF-Jugend ein umwerfendes Klangvolumen, macht selbst beim komplizierten Berlioz mit seinen vielen Soli keine Fehler und eröffnet würdig den Reigen von London Symphony, Ensemble Modern, Klangverwaltung und Salzburgs Mozarteumorchester, der jetzt auf Ingolstadts Publikum zukommt. (Uwe Mitsching)

(Der armenische Violinstar Sergej Khachatryan - Foto: Audi)

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