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Sonst aber fiel der Schlussbeifall etwas kühl aus, jedenfalls für japanische Verhältnisse. Beim sinfonischen Gastspiel wenige Tage zuvor wollte der Applaus nicht enden (wir berichteten). Vielleicht lag es an Wagner: Seine Opern können eine lange, schwere Kost sein. Womöglich aber irritierte der finale dritte Aufzug. Hier lässt Castellucci die Körper von Tannhäuser und Elisabeth verwesen, bis sie zu Staub verfallen. Über diese Grufti-Verwesungshow gingen schon in München die Meinungen weit auseinander.
Dafür aber passen die ersten zwei Aufzüge sehr gut in den kulturellen Kontext von Japan. Castellucci arbeitet hier mit einer Ästhetik, deren grundsätzliche Reduktion und Abstraktion, Choreographie und Symbolsprache eine assoziative Brücke nach Fernost schlägt. Manches erscheint fast schon wie eine moderne Übersetzung des traditionellen Nō-Theaters aus Japan. So gesehen hätte es keine geeignetere Neuproduktion für das Japan-Gastspiel der Bayerischen Staatsoper geben können: trotz der komplexen Umbauarbeiten in den Pausen.
Das alles konnte Staatsopern-Intendant Nikolaus Bachler im Vorfeld nicht wissen, denn: Als das Tannhäuser-Gastspiel in Japan geplant wurde, hatte Castellucci die Inszenierung noch nicht fertiggestellt. Für das Gastspiel in Tokio musste sein Tannhäuser den Bühnenverhältnissen in der NHK-Halle angepasst werden. Sie ist kürzer als im Nationaltheater in München, hat also eine geringere Tiefe.
Aus diesem Grund war Castelluccis Inszenierung in Tokio insgesamt reduzierter, womit sie zugleich wesentlich straffer und konzentrierter wirkte: mit weniger Klimbim. Davon profitierte die Inszenierung ganz erheblich. Das lebendige Pferd wurde durch eine Projektion ersetzt, und im finalen Aufzug sang Elena Pankratova die Venus hinter der Orgel: weil es in der NHK-Halle keine Logen gibt. Und doch heißt weniger Klimbim nicht unbedingt auch geringere Kosten.
Ein Opern-Gastspiel ist und bleibt ein teures Vergnügen. Zwar mischten jetzt in Tokio einige Komparsen und Techniker aus Japan mit, sonst aber stammte die Truppe der Mitarbeiter vollständig aus Bayern. Dieser personelle Aufwand schlägt sich natürlich auch auf die Kartenpreise nieder. Die günstigsten Tickets für den Tannhäuser haben in Tokio 130 Euro gekostet. Für besonders gute Sitzplätze musste man 500 Euro blechen. Wer eine Karte kauft, dem sind freilich solche Rechenspiele ziemlich schnuppe.
„Mir geht es um ein Erlebnis, das ich in dieser Form nicht alle Tage haben kann“, betont ein 40-jähriger Besucher auf Nachfrage. „Und im Grunde spare ich mir ja sehr viel Geld, weil ich nicht extra nach München fliegen muss“, ergänzt eine ältere Dame und lächelt. Ein Mann verrät hingegen, was ihm besonders gut an Tannhäuser gefallen hat: „Petrenko und das Orchester. Das ist einfach: wow!“ Da blitzt er wieder auf, der japanische Enthusiasmus. (Marco Frei)
(Szene aus Tannhäuser - Foto: Wilfried Hösl)



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