Kultur

Das Staatsarchiv muss aus der Würzburger Residenz ausziehen - aber muss es gleich bis Kitzingen sein? Die Archivare ganz Bayerns halten das für nicht sinnvoll. (Foto: dpa)

19.05.2015

Staatsarchiv Würzburg soll bleiben

Bayerns Archivare gegen eine Verlagerung nach Kitzingen

Viele Themen wurden beim Bayerischen Archivtag in Schweinfurt am 9. Mai abgearbeitet - eines jedoch brannte besonders unter den Nägeln: Das Staatsarchiv Würzburg soll nach Kitzingen ausgelagert werden. Die Archivare aus ganz Bayern stellen sich hinter ihre betroffenen Kollegen: Das Archiv soll in der unterfränkischen Regierungsstadt bleiben. Während des Archivtags wurde eine entsprechende Resolution verabschiedet - maßgeblichen Politiker flattert sie heute auf den Schreibtisch.

Die Resolution im Wortlaut:

"Am 4. März 2015 wurden vom Bayerischen Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat die geplanten Behördenverlagerungen in Bayern vorgestellt, die im Rahmen der „Heimatstrategie" der Bayerischen Staatsregierung die Regionalisierung von Verwaltung vorantreiben sollen. In diesem Zusammenhang ist auch eine Standortverlagerung des unterfränkischen Staatsarchivs Würzburg nach Kitzingen vorgesehen. Aus Sicht der 240 Vertreter aller Archivsparten, die sich am 9. Mai 2015 zum 9. Bayerischen Archivtagim unterfränkischen Schweinfurt zum Fachaustausch und zur Interessenvertretung versammelt haben, wird diese Entscheidung äußerst kritisch gesehen. Ähnlich wie bei den Standorten der Staatsarchive in den anderen Regierungsbezirken wie Augsburg, Bamberg, Landshut, München und Nürnberg hat auch Würzburg den Vorteil, dass hier Archive verschiedenster Trägerschaften wie Staat, Kommune, Kirche, Hochschulen etc. ihren Standort haben, was zu großen Synergieeffekten geführt hat. Alle Archive an diesen Orten arbeiten eng mit den dortigen Staatsarchiven zusammen, was bisher zu vielen gemeinschaftlichen Aktionen und Veranstaltungen von Archiven in einer Stadt geführt hat (z.B. bei dem alle zwei Jahre und bundesweit stattfindenden „Tag der Archive"). Im Hinblick auf die Dienstleistungsfunktion der Archive ist im Falle Würzburgs auf die enge Vernetzung mit der übrigen historischen Forschungslandschaft zu verweisen (Historisches Seminar der Universität Würzburg; Universitätsarchiv und -bibliothek; Archiv und Bibliothek des Bistums Würzburg sowie das Stadtarchiv). Die kurzen Wege zwischen diesen Institutionen in einer Stadt werden von den zahlreichen Archivbenützern besonders geschätzt, was neben der überregionalen Bedeutung der Archivbestände des Staatsarchivs (Mainzer Regierungsarchiv, Gestapo-Akten etc.) zur Attraktivität des Archivstandorts Würzburg beiträgt. Auch wenn für die bisherigen Räumlichkeiten des Staatsarchivs Würzburg in der Residenz bzw. im Magazin auf der Festung Marienberg andere Nutzungen geplant sind, sollte nicht eine komplette Verlegung des Staatsarchivs (mit gerade einmal 17 Mitarbeitern, dafür aber 24 km Archivgut) nach Kitzingen weiter verfolgt, sondern nach einer fachgerechten baulichen Lösung am bisherigen Standort Würzburg gesucht werden."

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