Kultur

Szene aus einem der Ursprungsstücke, die beim Tanztauschprojekt von Choreografen-Kollegen neu interpretiert werden: Hier eine Szene aus „Daily Madness“ von Tobias M. Draeger. (Foto: Peisl)

02.09.2016

Werben für die freie Szene

Am 24. September startet das Vier-Städte-Tanzprojekt „Transformance CityXChange“

Die Tanz-Tausch-Aktion fängt in der Nürnberger Tafelhalle an und dauert fünf Stunden. Da verstehen Susanna Curtis von der „Tanzzentrale“ und Gerti Köhn, Dramaturgin in der Tafelhalle, schon, dass man wissen will, was hinter dieser Überlänge von Transformance CityXChange steckt. Noch dazu, weil für diesen ersten Abend des städteübergreifenden Tanztauschprojekts mit vier Stationen in Bayern „Kurzchoreografien“ angekündigt sind.
Was durchaus stimmt – für Regensburg, Passau und München: Aber in Nürnberg ist am 24. September zugleich die Eröffnung der neuen Tafelhallensaison und es muss erst einmal vorgestellt werden, was es mit dieser Idee der „künstlerischen Transformation – vom Ursprungsstück zur Neuinterpretation“ auf sich hat. Das braucht eben etwas mehr Zeit. Und am Ende soll es auch die Möglichkeiten zum Selbertanzen geben.

Zu wenig wahrgenommen

2016 ist „Tanzjahr“ in ganz Deutschland – allerlei einschlägige Organisationen haben es ausgerufen. 2015 hat man im Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz beraten: Was kann die bayerische Szene Besonderes beitragen? Vor allem, weil die freie Tanzszene im Süden durchaus einiges mehr an Beachtung und Zusammenarbeit bräuchte: „Wir werden zu wenig wahrgenommen, zu Unrecht“, sagt Susanna Curtis. Sie ist Tänzerin, Choreografin, in Mittelfranken mehrfach ausgezeichnet: eine Schottin, die seit 28 Jahren in Deutschland lebt; sie ist ausgebildet in künstlerischem Tanz und gelegentlich auch mal überregional als „Krankenhausclown“ tätig.

Die „Tanzzentrale der Region Nürnberg e. V.“ hat Probenräume in Fürth, wo Produktionen eingeübt werden und Trainingsmöglichkeiten bestehen. Die Partner für das Bayern-Projekt heißen: „Tanzbüro München“, „Tanzstelle R“ und „Passauer Tanztage“ – alles klingt nicht gerade nach Ballett. Aus dieser Ecke kommt Susanna Curtis auch nicht: Pina Bausch und Jutta Czurda sind ihre Vorbilder geblieben, manchmal gastiert sie auch in Gießen, Bielefeld oder in der vitalen Tanzszene von Nordrhein-Westfalen.

Beim bayerischen Projekt geht es ganz wesentlich um Austausch: Susanna Curtis tanzt Peanuts der Regensburger Kollegin Alexandra Karabelas – die wiederum in Regensburg das Stück No Cut von Sabine Glenz aus München, diese wiederum im gleichen Programm Lu Mer von Ludger Lamers.

Besser sagt man wohl sowieso nicht „tanzt“, sondern „interpretiert“ – denn im Untertitel heißt das Projekt „Transformation“. Und deshalb heißt Peanuts 1 und 2 von Alexandra Karabelas bei Susanna Curtis Na, puste!

Für die Anmeldung zum Projekt gab es als Vorbedingungen nur Länge und Darstellerzahl. Aber wichtig war, dass man sich untereinander kennenlernt, dass die Transformation auch dokumentiert wird.

Im Vergleich zum (durchaus nicht verstaubten) Angebot der städtischen oder staatlichen Theater liebt Susanna Curtis an der freien Tanzszene: „Wir können ganz anders arbeiten: die Proben selbst festlegen, die Mitwirkenden nach unserem Geschmack aussuchen, eigene Ideen ohne Rücksicht auf den großen Betrieb realisieren und nicht nur das machen dürfen, was der Intendant oder Abonnent wollen.“

Werben für Gastspiele

Ihren 50 Vereinsmitgliedern bietet die „Tanzzentrale“ nicht nur die Probenräume an, sondern auch Kontakte zu Compagnien in ganz Europa. Was man sich auch von dem gesamten XChange-Projekt erhofft: „Viele Namen werden ausgetauscht, es gibt viele Gespräche und vielleicht Aussichten auf Gastspiele.“ (Uwe Mitsching)

Informationen: www.tanzzentrale.de, www.tanzstelle.de, www.tanzbueromuenchen.de, www.passauer-tanztage.de

Abbildung:
Szene aus einem der Ursprungsstücke, die beim Tanztauschprojekt von Choreografen-Kollegen neu interpretiert werden: „twO-thello“ von Susanna Curtis.    (Foto: Olah)

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