Kultur

Bezirktstagspräsident Günther Denzler und sei Wischkästla. (Foto: Bezirk Oberfranken)

30.11.2015

Wischkästla sticht Brunskarter

Erstmals wurde das oberfränkische Wort des Jahres gekürt. Eine prägnante Neuschöpfung zeigt, wie lebendig Dialekt ist

„Wischkästla“ ist das erste oberfränkische Wort des Jahres. Ein Begriff, der sich erst auf den zweiten Blick erschließt, eine oberfränkische Entsprechung für Smartphone ist und daher für einen großen Aha-Effekt sorgt. In dem Wort komme die Bodenständigkeit und Kreativität aber auch die Zukunftsfähigkeit des oberfränkischen Dialekts besonders deutlich zum Ausdruck, meinte Bezirkstagspräsident Günther Denzler, als er am Wochenende in Kleinlosnitz das Votum gekannt gab. Im dortigen Bauernhofmuseum findet während des Andreasmarktes alle zwei Jahre auch der oberfränkische Mundart-Theater-Tag statt - der Keimzelle für die Suche nach einem Oberfränkischen Wort des Jahres.

Prägnante Neuschöpfung

„In der Mundart geraten Wörter nicht nur in Vergessenheit, es entstehen wie in jeder lebendigen Sprache auch neue Begriffe. In einer immer komplizierter erscheinenden Welt mit einer wachsenden Zahl unverständlicher Wortneuschöpfungen und Anglizismen, gelingt es dem ,Wischkästla' auf pointierte Weise das Gemeinte prägnant zu benennen. Der Begriff beschreibt das Smartphone anhand seiner Form und Handhabung in einer Klarheit, die für alle verständlich ist und dem Gegenstand jede Abgehobenheit nimmt“, heißt es in der Begründung der vierköpfigen Jury bestehend aus Barbara Christoph, Leiterin der KulturServiceStelle des Bezirks Oberfranken, Sabine Knieling vom Medienpartner Extra-Radio auf Hof, Almut König vom Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen sowie dem Leiter des Bauernhofmuseums Kleinlosnitz, Bertram Popp.

Die Jury hatte keine leichte Aufgabe, hatte sie doch mehrere Hundert Einsendungen zu sichten. Darunter waren zahlreiche waschechte oberfränkische Wörter, wie Moggala, Dampfplauderer, Latschkappn oder das kleine Füllwort „fei“. In die engere Auswahl kamen jedoch Herrgottsmuggerla (Marienkäfer) als Beispiel für den liebevollen Klang, der dem oberfränkischen Dialekt innewohnt, „Etzerla“ (Jetzt aber, Auf geht’s), als Beispiel für die oberfränkische, leicht verhaltene Aufbruchsstimmung und „Saachkarter/Brunskarter“ (Der Kartenspieler der einspringt, wenn einer auf die Toilette muss) als Beispiel für die Wirtshauskultur, Tradition und Direktheit der oberfränkischen Mundart.

Auf in die zweite Runde

Aufgrund der großen Resonanz soll von nun an unter Federführung der KulturServiceStelle des Bezirks Oberfranken jedes Jahr ein oberfränkisches Wort des Jahres gesucht werden. Alle Oberfranken können schon jetzt ihr oberfränkisches Lieblingswort unter kulturservicestelle@bezirk-oberfranken.de einsenden. (BSZ)

 

 

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