Landtag

Umsonst zum Beispiel ins Münchner Prinzregententheater? Künftig sollen auch Landtagsabgeordnete zahlen. (Foto: dpa)

26.03.2014

Kostenlose Theaterkarten für Abgeordnete vor dem Aus

Aus Furcht vor neuerlichen Selbstbedienungsvorwürfen stimmte die CSU-Fraktion für die Abschaffung des alten Privilegs. Aber nicht alle sind mit der Entscheidung einverstanden.

Ein altes Privileg bayerischer Landtagsabgeordneter steht vor dem Aus: Die kostenlosen Theaterkarten für die Volksvertreter werden voraussichtlich abgeschafft. Dafür stimmte die CSU-Fraktion nach Teilnehmerangaben. Auslöser war eine Presseanfrage des Bayerischen Rundfunks an die vier Landtagsfraktionen. Daraufhin ging im Münchner Maximilianeum die Furcht vor neuerlichen Selbstbedienungsvorwürfen gegen die Volksvertreter um.
Nicht alle sind mit der neuen Linie einverstanden. "Ich war in vierzig Jahren zweimal auf Kosten der Fraktion im Landtag", sagte der frühere Kunstminister Thomas Goppel (CSU) anschließend. Ihn treibt die Sorge, dass der Landtag nun noch weniger kunstsinnig wird. "Es wird so sein, dass keiner mehr ins Theater geht." Die Grünen sind ebenfalls dafür, die kostenlosen Theaterkarten abzuschaffen. "Wir haben das schon seit Oktober ausgesetzt", sagte Fraktionschef Ludwig Hartmann.
Ein Problem war, dass manche Abgeordneten die Karten gar nicht selber nutzten, sondern an Mitarbeiter oder Freunde verschenkten. Kostenlose Eintrittskarten gibt es aber keineswegs nur im Landtag: So haben die Mitglieder des BR-Rundfunkrats Anspruch auf ein jährliches Kontingent an Freikarten für die BR-Orchester. Das soll der Qualitätskontrolle der öffentlich-rechtlichen Klangkörper dienen. (dpa)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (1)

  1. JR aus N am 27.03.2014
    Herrn Goppel treibt die Sorge um, dass der Landtag "weniger kunstsinnig" wird? Hoffentlich hat man sich dieselben Sorgen um die "Kunstsinnigkeit" der Verwaltung gemacht, als die Staatsregierung 2004 die 42-Stunden-Woche für Beamte eingeführt hat? Und wenn Herr Goppel tatsächlich "in 40 Jahren nur zweimal auf Kosten der Fraktion" (wohl im Theater, nicht wie im Bericht genannt im Landtag) war (im Landtag war er hoffentlich öfter...), wieviel weniger "kunstsinnig" kann's denn schon werden? Ich glaube, man macht sich vielmehr Sorgen um die althergebrachten Pfründe der Abgeordneten und ihres Umfeldes ("Mitarbeiter/Freunde") - die Furcht vor "Selbstbedienungsvorwürfen" besteht also m.E. (wieder einmal) VÖLLIG zu recht!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 50 (2017)

Soll das Handyverbot an Bayerns Schulen gelockert werden?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 15. Dezember 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Simone Fleischmann, Präsidentin des bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV)

(JA)

Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes 1987 bis 2017

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
BR Player
Bayerischer Landtag
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.