Landtag

Die Nitratbelastung im Grundwasser nimmt wegen des Düngens mit Gülle nicht ab. Windeln für Kühe sind allerdings auch keine Lösung. (Foto: dpa)

10.04.2015

Noch immer zu viel Nitrat im Grundwasser

Schriftliche Anfrage von Florian von Brunn (SPD)

Zu hohe Nitratwerte können bei Säuglingen zur Blausucht und zum Tod führen. „Bei Erwachsenen ist zumindest nicht ausgeschlossen, dass höhere Nitratkonzentrationen krebserregend wirken“, betont Florian von Brunn (SPD). Nachdem sich die Situation in Bayerns Gewässern durch Düngemittel teilweise sogar verschlechtert habe, bereite die Europäische Kommission bereits die zweite Stufe des Vertragsverletzungsverfahrens wegen zu hoher Nitratwerte vor. Da 92 Prozent des Trinkwassers aus Grundwasser gewonnen wird, wollte der Abgeordnete jetzt wissen, welche Gewässer die Grenzwerte überschreiten und viele Trinkwasserbrunnen geschlossen werden mussten.

Das Umweltministerium schreibt in seiner Antwort, der Schwellenwert für Nitrat in Höhe von 50 mg/l sei an insgesamt 48 Grundwasserkörpern überschritten worden. Ebenfalls einen zu hohen Wert weisen auf zusammen 198 Kilometern die Flusswasserkörper Ellerbach, Reisbach, Balggraben, Laggraben, Affinger Bach, Kabisbach, die Zenn mit allen Nebengewässern sowie die östlichen Zuflüsse und die Nebengewässer der Rednitz auf. Außerdem musste in den letzten fünf Jahren 21 Trinkwasserbrunnen Wasser beigemischt werden, um den Nitratgrenzwert nicht zu überschreiten. 16 Brunnen mussten sogar ganz geschlossen werden – davon allein 13 in Niederbayern. Die Nitratbelastung hat auch Auswirkungen auf Seen und Fließgewässer. „Hohe Konzentrationen können für aquatische Organismen toxisch wirken“, erläutert das Ressort von Ulrike Scharf (CSU).

„Die vorliegenden Untersuchungsergebnisse zeigen – ungeachtet einzelner jährlicher Schwankungen – für ganz Bayern eine nahezu konstante Nitratbelastung des Grundwassers“, erklärt das Umweltministerium. Im Vergleich zu 2007 zeigten fünf Grundwasserkörper einen signifikant steigenden, 71 keinen und sieben einen signifikant fallenden Trend für Nitrat auf. „Aufgrund fehlender Daten konnte bei neun Grundwasserkörpern keine Trendermittlung durchgeführt werden.“

Um die Nitratbelastung zu senken, sollen Landwirte jetzt „auf freiwilliger Basis“ ergänzende Maßnahmen über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus bei der Düngung ergreifen. Dafür sei ein finanzieller Ausgleich für Ertragsminderung vorgesehen. Die von der EU-Kommission geplante Novellierung der Düngemittelverordnung zur Nitratsenkung hält das Ministerium für nicht notwendig. Vor allem das Düngeverbot an Hanglagen und die Erhöhung der Mindestlagerzeiten für Gülle oder Jauche seien „überzogen“. (David Lohmann)

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