Leben in Bayern

Der neue "Fernwehpark" mit zahlreichen Ortsschildern aus aller Welt wird in Oberkotzau eröffnet. (Fotos: Nicolas Armer/dpa)

13.11.2017

Im Schilderwald von fernen Ländern träumen

Schilder aus aller Welt und Unterschriften von Promis aus aller Welt - mit dieser Mischung erlangte der Fernweh-Park in Hof große Popularität. Doch vor einigen Monaten musste der Park schließen - und wird jetzt an anderer Stelle neu eröffnet

Von Berlin nach Seoul, von Sydney nach Dubai, vom Broadway an den Hollywood Boulevard in nur wenigen Schritten - das geht jetzt im oberfränkischen Oberkotzau im neuen Fernweh-Park. Früher als erwartet wurde der Schilderwald fertiggestellt, und die letzte von 12 000 Schrauben eingedreht. Nun hängen knapp 3000 Schilder.

Bereits während der Bauphase zog die Attraktion täglich Besucher an. Initiator Klaus Beer ist zuversichtlich, dass die Resonanz künftig noch viel größer sein wird - noch größer als am alten Standort in Hof. "Wir konnten weitläufiger planen mit barrierefreien Gehwegen und verschiedenen Themengebieten." Im Frühjahr hatte der Fernweh-Park Hof nach 18 Jahren verlassen - Betreiber und Stadt konnten sich nicht wegen einer Erweiterung einigen.

Auf mehr als tausend Quadratmetern dürfen sich Besucher nun künftig in Oberkotzau wegträumen in ferne Länder, nach Neuseeland, Asien oder Afrika. Daneben tauchen auch inländische Kuriositäten auf, nämlich Ortsnamen wie "Katzenhirn", "Unterkaka", "Hundeluft" oder "Oberholzklau".
Insgesamt etwa 40 Länder hat Filmemacher und Buchautor Beer schon bereist. Hauptberuflich hat der 66-Jährige lange als Bankangestellter gearbeitet. "Um den trockenen Bürokram auszuhalten, musste ich mir ein Ziel im Leben setzen", sagt er.

Inspiriert zum Projekt Fernweh-Park habe ihn der sogenannte "Sign Post Forest" in der kanadischen Stadt Watson Lake. Mit mehr als 70 000 Schildern aus der ganzen Welt ist der zwar um ein Vielfaches größer als der Fernweh-Park in Oberkotzau, doch bietet letzterer eine Besonderheit: "Wir haben eine Botschaft", sagt Beer. Zwischen den Schildern aus aller Welt hätten sich auch Menschen aus aller Welt verewigt, um ein Zeichen zu setzen "gegen Rassismus, für eine friedvollere Welt und für die Erhaltung der Lebensräume auf unserem blauen Planeten Erde", sagt Beer.

Mehr als 300 handsignierte Schilder von berühmten Persönlichkeiten

Im Park-Abschnitt "Signs of Fame" hängen mehr als 300 handsignierte Schilder von berühmten Persönlichkeiten. Darunter findet man Sportlergrößen wie Sepp Maier, Philipp Lahm und Dirk Nowitzki, die Schauspielerinnen Katja Riemann, Veronica Ferres und Iris Berben, TV-Moderatoren wie Günther Jauch und Thomas Gottschalk, Sängerin Nena, Regisseur Roland Emmerich und sogar Hollywood-Stars wie Denzel Washington, Roger Moore, Kevin Costner und Arnold Schwarzenegger.

Sie alle hat Beer für sein Projekt gewinnen können, teils durch jahrelange Hartnäckigkeit: "Man muss immer wieder nachfragen, anrufen, E-Mails schreiben." Besonders stolz sei er auf das handsignierte Schild des Dalai Lama.

Statt "Walk of Fame": "Boulevard der Humanität"

In Anlehnung an Hollywoods "Walk of Fame" hat Beer zusätzlich einen "Boulevard der Humanität" eingerichtet. Dort bekommen solche Stars einen Stern verliehen, die sich für hilfsbedürftige Menschen engagieren. Zu den bisher Ausgezeichneten gehören Boxweltmeister Henry Maske für seine Stiftung "A Place for Kids" und Schauspieler Karl-Heinz Böhm für das Äthiopien-Hilfsprojekt "Menschen für Menschen". Den bislang letzten Stern bekam 2009 der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher für seinen bedeutenden Beitrag zur Deutschen Einheit.

"Es ist ein schöner Begleiteffekt, wenn Stars und Promis kommen. Wir freuen uns über jeden Gast", sagt der Bürgermeister von Oberkotzau, Stefan Breuer (CSU). Die Gemeinde hat für einen gebührenden Veranstaltungsort gesorgt und direkt vor den Fernweh-Park-Eingang ein Amphitheater gebaut, das Platz bietet für 180 Gäste. Breuer zufolge können dort auch andere Veranstaltungen stattfinden wie etwa Open-Air-Konzerte und Theater-Aufführungen.

Denn der neue Fernweh-Park ist die Hauptattraktion innerhalb eines drei Hektar großen Freizeitparks. Seit 2008 baut die Gemeinde Oberkotzau mit Unterstützung durch staatliche Städtebauförderung ein ehemaliges Fabrikgelände um zu einer modernen Freizeitanlage mit Wohnmobilstellplatz, Beachvolleyballplatz, Sonnendeck, Barfußpfad, Spielplatz und Boule-Bahn. Die Fertigstellung ist im Frühjahr 2018 geplant.

Zur offiziellen Eröffnung will Beer dann alle 300 Prominenten aus seinem Schilderwald anschreiben und sie einladen: "Mal sehen, wer kommt."
(Adriane Lochner, dpa)

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