Politik

Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf setzt auf Kooperation verschiedener Gemeinden. (Foto: dpa)

25.08.2015

Abwasserentsorgung trotz weniger Einwohner aufrechterhalten

Pilotprojekt in Oberfranken gestartet

In vielen Gemeinden Bayerns sinkt die Bevölkerungszahl von Jahr zu Jahr. Wie aber lässt sich dort eine vernünftige Abwasserentsorgung aufrecht erhalten, wenn es immer weniger Gebührenzahler gibt?Diese Frage soll ein Pilotprojekt in Oberfranken beantworten. Das Umweltministerium gibt dafür rund 200.000 Euro aus, angelaufen ist das Projekt im oberfränkischen Abwasserverband Saale mit 15 Mitglieds- und Gastgemeinden, darunter die Städte Hof und Rehau.  

Nach Angaben des Ministeriums soll dabei beispielsweise untersucht werden, wie durch die Zusammenarbeit von Kommunen die Kosten für die Bürger zumutbar bleiben. "Wir brauchen Modelle für den Erhalt der Abwasseranlagen", sagte Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU). "Ein Königsweg könnte die engere Kooperation zwischen den Gemeinden sein. Das Projekt in Oberfranken soll Lösungen für die bayerischen Kommunen und Abwasserverbände entwickeln." Auch die Uni Bayreuth ist bei dem Projekt mit im Boot.

Freie Wähler sind skeptisch

Skeptisch äußerten sich die Freien Wähler zu den Plänen. Kooperationen zwischen den Gemeinden gebe es über die Zweckverbände ja schon längst. Und:Die eigentliche Herausforderung sei die anstehenden Sanierungen im Abwassersystem in Bayern. "Durch eine mögliche Senkung von Betriebskosten kann man die anstehende Sanierung von Kanälen nicht finanzieren - und das ist das eigentliche Problem", sagte der oberfränkische Abgeordnete Peter Meyer.  

Im Mai hatte der Bayerische Gemeindetag mehr finanzielle Hilfen vom Freistaat für die Sanierung bestehender Abwassersysteme gefordert. Ansonsten müssten mancherorts die Gebühren drastisch steigen. (Kathrin Zeilmann, dpa)

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