Politik

Auch Mariss Jansons, Chefdirigent des berühmten Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, empört sich über die ausweglose Misere der Münchener Konzertsäle. (Foto: BR/Matthias Schrader)

22.04.2015

Konzertsaalentscheidung vor der Sommerpause

Münchens OB Dieter Reiter: Ergebnis der Studie wird noch im April vorgestellt

In der Münchner Konzertsaaldebatte soll noch vor der Sommerpause eine Entscheidung fallen. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte, demnächst werde die Studie zur umstrittenen Doppel-Belegung der Philharmonie im Gasteig fertig, noch im April werde sie der Öffentlichkeit vorgestellt. "Dann wird es noch vor der Sommerpause eine Entscheidung des Stadtrates geben."
Komme die Studie zu dem Schluss, dass im Gasteig wirklich Platz sei für zwei große Orchester, bleibe es bei der Planung, den Saal mit Beteiligung des Landes in dreistelliger Millionenhöhe zu sanieren, sagte Reiter.
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte zusammen mit Reiter kürzlich mitgeteilt, die erst 30 Jahre alte Philharmonie im Gasteig-Kulturzentrum für zwei Orchester umzubauen und dort einen Saal "auf Weltniveau" zu schaffen. Pläne für einen dritten Konzertsaal, den Musikfans seit Jahren für München fordern, schien Seehofer damit erstmal eine Absage verpasst zu haben.
Daran gab es heftige Kritik; eine Arbeitsgruppe aus Philharmonikern und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sowie Vertretern der Stadt und unabhängigen Beratern wurde mit der Prüfung beauftragt.

Piazolo (FW): Gutacher haben der Gasteig-Lösung bereits eine Absage erteilt

Einer der größten Kritiker der Gasteig-Lösung ist der Freie-Wähler-Abgeordnete Michael Piazolo, Vorsitzender des Kulturausschusses im Landtag. Er moniert: "Es liegen bereits Gutachten vor, denen zufolge im Gasteig nicht ausreichend Platz für zwei große Orchester ist." Der Bau eines zusätzlichen Konzertsaals in München sei deshalb dringend notwendig. Piazolo will außerdem wissen, welche alternativen Lösungen der Freistaat Bayern und die Landeshauptstadt München vorschlagen, wenn die von Oberbürgermeister Reiter angekündigte Studie zu dem Ergebnis kommt, dass die Philharmonie im Gasteig-Kulturzentrum nicht für zwei Orchester und private Veranstaltungen ausreicht.
Die gesamte Gasteig-Sanierung mit Volkshochschule und Bibliothek dürfte bis zu 500 Millionen Euro kosten, ein Drittel davon etwa der neue Konzertsaal. (BSZ/dpa)

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Kommentare (1)

  1. Steuerzahler am 22.04.2015
    Es ist und bleibt mir ein Rätsel, warum so ein Luxus wie eine Philharmonie eine öffentliche Aufgabe sein soll. Nicht mal die beiden Orchster spielen ihre eigenen Kosten ein. Da wird von der Stadt München (MPhil) und dem BR (Syphonieorchster) ein Wahnsinnsgeld reingestopft. Warum findet sich kein privater Investor? Vielleicht weil ein solcher Saal im Unterhalt und Betrieb ein Fass ohne Boden ist? Die Kosten werden dann gerne sozialisiert. Die VHS und Bibliothek ist wenigstens für eine breite Masse da. Die Philharmonie nur für die "Elite" mit durschnittlich hohem Alter. Man muss sich mal die Luxuskarossen in der Tiefgarage des Gasteig anschauen, wenn klassische Konzerte sind. Die Einzelkarte bei MPhil kosten 85,50 EUR. Kosten deckend wären sicherlich mehrere hundert EUR. Dann werden von den hoch subventionierten Orchestern natürlich Maximalforderungen an den Saal gestellt. Die Kosten treibt das exponentiell in die Höhe. Und dann am besten gleich zwei davon. Warum nicht auf der grünen Wiese z.B. in Fröttmaning. Das wäre viel billiger.

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