Politik

An der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in Ingolstadt studieren derzeit gut 1000 Studenten - knapp ein Viertel aller derzeit Immatrikulierten der Katholischen Universität Eichstätt. (Foto: dpa)

30.07.2014

Niedergang der Katholischen Universität Eichstätt geht weiter

Eine geplante Kooperation zwischen der de facto eigenständigen Wirtschaftlichen Fakultät in Ingolstadt und der dortigen Technischen Hochschule könnte langfristig in die Gründung einer neuen Universität in Bayerns ältestem Hochschulstandort münden.

Die skandalgebeutelte Katholische Universität Eichstätt kommt einfach nicht zur Ruhe. Nach diversen Präsidentenrücktritten folgt nun der nächste Schlag: Die nach Ingolstadt ausgelagerte Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät (WFI) mit derzeit etwa 1000 Studenten könnte sich von der KU abspalten. Entsprechende Pläne sollen zwischen Vertretern der Stadt Ingolstadt, dem bayerischen Kultusministerium und der Fakultät erörtert worden sein, eine offizielle Bestätigung gibt es freilich nicht. Die Gespräche fanden aber ohne den Vorsitzenden des Stiftungsrat, den Münchner Erzbischof Reinhard Marx statt.

Keine "harten" Fächer in Eichstätt


In Ingolstadt gibt es neben der WFI auch eine rund 5000 Studenten zählende Technische Hochschule, wo man unter anderem auch Wirtschaftswissenschaften studieren kann. Diese soll nun - in welcher Form auch immer - mit der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der KU kooperieren. Organisatorisch würde dies durchaus Sinn ergeben, langfristig wäre dies aber wohl das langfristige Aus für die einzige von der Katholischen Kirche getragene Universität im deutschsprachigen Raum. Die so genannten "harten" Fächer (Naturwissenschaften, Technik, Jura, Medizin und Ingenieurwissenschaften) kann man in dem kleinsten bayerischen Universitätsstandort  - in der idyllischen Altmühltal-Kommune leben gerade 13 000 Einwohner - ohnehin nicht studieren. Nach einer möglichen Abspaltung der Wirtschaftswissenschaften verbliebe eine knapp 4000 Studenten zählende Rumpf-Uni, die im Wesentlichen nur noch Geistes- und Sozialwissenschaften im Angebot hätte - nicht eben Studiengänge, nach denen der Arbeitsmarkt derzeit lechzt.
In Ingolstadt dagegen ließe sich mit einer Kooperation und einer langfristigen Fusion an eine ruhmreiche Tradition als Hochschulstandort anknüpfen, die bis ins späte Mittelalter zurückreicht. Im Jahre 1472 gründete Herzog Ludwig der Reiche die Universität Ingolstadt, auch Hohe Schule genannt - die erste Hochschule auf bayerischem Territorium, Kaiser und Könige waren dort immatrikuliert. Im Jahre 1800 wurde die Hochschule nach Landshut verlegt, 26 Jahre später nach München - wo sie unter dem Namen Ludwig-Maximilians-Universität bis heute existiert. (APL)

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