Politik

Der CSU-Politiker Markus Sackmann im April 2013 im Bayerischen Landtag: Vor drei Jahren hatte er die bittere Diagnose erhalten. (Foto: dpa)

04.09.2015

Tiefe Trauer um einen Kämpfer

Der frühere Sozialstaatssekretär Markus Sackmann verliert im Alter von 54 Jahren den Kampf gegen den Krebs. Bei den Polit-Kollegen herrscht große Betroffenheit

Bis zuletzt hatte er gekämpft. Vor drei Jahren waren beim früheren Sozialstaatssekretär Markus Sackmann drei Gehirntumore diagnostiziert worden. In der Nacht zum Freitag verstarb der Oberpfälzer CSU-Politiker im Alter von 54 Jahren. "Ich bin zutiefst erschüttert über den Tod von Markus Sackmann", teilte Ministerpräsident Horst Seehofer mit. "Bis zuletzt hat er mit bewundernswertem Mut und großer Zuversicht gegen seine schwere Krankheit gekämpft."

Sackmann hatte sich 2013 wegen der Krebserkrankung aus der ersten Reihe der Politik zurückgezogen und nicht mehr für den Landtag kandidiert. Seit 1990 hatte er als Abgeordneter des Stimmkreises Cham im Landtag gesessen. Seit 2008 war er Staatssekretär im Arbeits- und Sozialministerium. Vor einem Jahr wurde er Ehrenamtsbotschafter der Staatsregierung, dabei warb er für das Ehrenamt und dessen Anerkennung.

Seehofer: "Ich bin zutiefst erschüttert"

Sackmann habe sein ganzes Berufsleben in den Dienst der bayerischen Bevölkerung gestellt. Besonders um die Anerkennung des Ehrenamts habe er herausragende Verdienste erworben, so Seehofer. "Mit ihm verlieren wir nicht nur einen liebenswürdigen und allseits beliebten Menschen, sondern auch einen über die Parteigrenzen hinweg geschätzten Politiker." Seehofer weiter: "Wir haben Markus Sackmann viel zu verdanken. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind in diesen schweren Stunden bei seiner Familie und seinen Freunden."

"Tief betroffen und sehr traurig" ist auch Thomas Kreuzer, Fraktionschef der Landtags-CSU. "Er war ein außergewöhnlicher Mensch und Politiker, der sich bis zu Letzt für die Menschen eingesetzt hat", sagte er. "Markus Sackmann dachte bei Politik immer zuerst an die Menschen." Bereits die Diagnose dessen schwerer Krankheit habe alle tief getroffen. "Umso mehr haben wir ihn dafür bewundert, dass er den Kampf gegen seine Krankheit bis zu Letzt nicht aufgegeben hat und sich weiter als Ehrenamtsbotschafter der Bayerischen Staatsregierung für die Menschen eingesetzt hat", so Kreuzer. "Unser ganzes Mitgefühl gilt seiner Frau und seinen Kindern. Möge Gott Ihnen Kraft geben in dieser schweren Zeit."

Rinderspacher: Geschätzt über alle Partei- und Franktionsgrenzen hinweg

Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Markus Rinderspacher sprach der Familie des verstorbenen früheren Staatssekretärs sein tief empfundenes Mitgefühl aus: "Der Heimgang von Markus Sackmann macht uns tief betroffen", sagte er. Sackmann habe über viele Jahre in unterschiedlichen Funktionen das politische Leben im Land mit gestaltet. Er sei ein ausgesprochen sympathischer und kompetenter Landespolitiker gewesen, dessen Reputation partei- und fraktionsübergreifend anerkannt wurde. "Mit großem Respekt haben wir gesehen, wie er zuletzt trotz schwerer Erkrankung unermüdlich für eine Aufwertung des Ehrenamts in Bayern gekämpft hat", erklärte Rinderspacher. "Er bleibt uns als heimatverbundener Parlamentskollege mit analytischem Sachverstand in Erinnerung, der sich dem Allgemeinwohl im Freistaat verpflichtet fühlte."

Margarete Bause, Fraktionsvorsitzende der Landtags-Grünen, zeigte sich ebenfalls "tief betroffen". Er sei ein freundlicher, immer zum offenen Gespräch bereiter und auch humorvoller Kollege gewesen. Sein Engagement in sozialen Fragen und für das Ehrenamt verdiene großen Respekt. "Mit bewundernswerter Stärke und Zuversicht trug er seine schwere Erkrankung", sagte Bause. "Erst im Sommer bin ich ihm noch kurz im Landtag begegnet, da wirkte er zuversichtlich und gefasst. Mein Mitgefühl gilt seiner Frau und seinen Kindern."

Landtagspräsidentin Stamm: "Ich trauere um einen guten Freund"

"Ich habe die Nachricht vom Tode Markus Sackmanns mit großer Trauer aufgenommen und möchte seinen Hinterbliebenen mein tief empfundenes Mitgefühl ausdrücken", sagte Hubert Aiwanger, Chef der Freien Wähler. „Mit aller Kraft hat er in den vergangenen Jahren gegen seine schwere Erkrankung gekämpft. Es fällt mir sehr schwer zu akzeptieren, dass Markus Sackmann diesen Kampf verloren hat. Meine Gedanken sind nun bei seiner Frau und seinen zwei Kindern, denen ich viel Kraft für die Bewältigung dieses schweren Schicksalsschlages wünsche."

Auch Landtagspräsidentin Barbara Stamm hat mit Trauer und Bestürzung die Nachricht vom Tod Sackmanns aufgenommen. Er sei ein wacher, kreativer, undogmatischer Kopf, ein Politiker, wie man ihn sich vorstellt, gewesen: kompetent, immer für die Menschen da und bis zuletzt mit einer schier unerschöpflichen Arbeitskraft gesegnet. "Persönlich trauere ich um einen guten Freund und treuen Weggefährten", teilte Stamm mit. "Immer wieder haben ihn unsere guten Wünsche begleitet, damit er die Kraft behält im Kampf gegen seine schwere Krankheit." Noch zuletzt habe sich Markus Sackmann für seine Mitmenschen eingesetzt. Stamm: "Erst vor wenigen Wochen war er als Mitglied der Jury des Bürgerpreises des Bayerischen Landtags aktiv und entschied über die diesjährigen Preisträger mit. In Gedanken und tiefem Mitgefühl sind wir nun bei seiner Frau, seinen beiden Kindern, der gesamten Familie und Freunden." (BSZ)

 

 

 

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