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Eisgekühlt: die Bioprobenbank. (Foto: TU München)

12.03.2010

Ein Stoffwechsel-Profil von jedem Menschen?

Nach der Entschlüsselung des humanen Genoms sind Münchner Wissenschaftler einem weiteren großen Geheimnis auf der Spur

Da kann auch eine Professorin am Münchner Helmholtz-Zentrum ins Schwärmen geraten: 15 Männer, einander ziemlich ähnlich in Größe, Alter und Gewicht, haben sich für Hannelore Daniels aktuelle Studie freiwillig einer ziemlichen Tortur unterzogen. „Die Ergebnisse hat so noch niemand gesehen“, verkündet Daniel stolz.
Am Zentralinstitut für Ernährungs- und Lebensmittelforschung der Technischen Universität München, dort also, wo die Biochemikerin Daniel arbeitet, fasteten die Herren 36 Stunden lang. Währenddessen tranken sie einen Energie-Cocktail, radelten auf dem Ergometer, bekamen 75 Gramm Glukose verabreicht, machten einen Kältestresstest und ließen ihren Atem unter einer dichten Maske testen. Doch damit nicht genug: Sie durften auch während der ganzen Zeit nicht an die frische Luft, dafür wurden ihnen währenddessen 56 Blut- und 25 Urinproben abgenommen.
Und manche mögen es richtig hart, denn diese zweitägige Prozedur ließen sie später noch einmal über sich ergehen. Immerhin durften die Männer schlafen, sich auch mal eine DVD anschauen oder die Zeitung lesen.
Was zunächst einmal ziemlich heftig klingt, ist Teil eines relativ neuen, interdisziplinären Forschungsfeldes mit Namen Metabolomik. Professorin Daniel und weitere Kollegen aus verschiedenen Forschungszweigen der TU München und des Münchner Helmholtz-Zentrums suchen dabei im menschlichen Blut, Urin und Speichel nach Zwischenprodukten des Stoffwechsels: den so genannten Metaboliten. Um sich über die Fortschritte bei ihrer Entzifferung auszutauschen, haben die deutschen Wissenschaftler rund 400 Fachleute aus 21 Ländern zum ersten internationalen Metabolomik-Symposium überhaupt in Deutschland nach Weihenstephan eingeladen. Am heutigen Freitag geht es zu Ende. Doch die Arbeit steht noch ziemlich am Anfang. Wie viele Metaboliten es tatsächlich gibt, werden sie auch dann nicht beantwortet haben. In der Human Metabolome Database, einer Datenbank, auf die Forscher aus aller Welt zurückgreifen können, sind derzeit etwa 2500 erfasst.

(Sebastian Winter)

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