Wirtschaft

Am Ende eines Ratings steht eine Note, die immer wieder Ärger macht. (Foto: dpa)

13.09.2013

Abzug in der B-Note

Rating: Eine Bonitätsbewertung hilft Unternehmern, Geld von Investoren zu besorgen – doch nicht jeder weiß, worauf er sich einlässt

Vor zwei Jahren brauchte Willi Balz Geld. Viel Geld. Bis zu 75 Millionen Euro wollte der Inhaber des Windkraftunternehmens Windreich mithilfe einer Anleihe einsammeln, die den Käufern eine Verzinsung von 6,5 Prozent bot und ein ordentliches Maß an Risikofreude abverlangte. Wichtig war daher der Bericht der Creditreform Rating, die den Zustand des Unternehmens in einer einzigen schlanken Note zusammenfasste: BBB+. Damit galt Windreich als Betrieb mit „stark befriedigender Bonität“. Allerdings nur bis zum März dieses Jahres, als der Handel der Windreich-Anleihe an der Stuttgarter Börse ausgesetzt wurde. Der Grund: Balz hatte die Veröffentlichung des vorgeschriebenen Folge-Ratings untersagt, das Windreich nur noch die Note BB+ attestierte, ein Absturz vom so genannten Investmentgrade auf Ramschniveau. Kurz darauf wurde auch noch bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Balz wegen möglicher Bilanzmanipulation ermittelt.
Die Wirren um Windreich zeigen exemplarisch, dass ein Ratingbericht stets nur eine Momentaufnahme mit begrenztem Prognosewert sein kann. Und befeuern die Kritik von Finanzmarktexperten wie Hans-Werner Grunow, Geschäftsführer der Stuttgarter Finanzberatung Capmarcon, der bemängelt, die Berichte der auf Mittelständler spezialisierten Ratingagenturen Creditreform Rating und Euler Hermes Rating seien hinsichtlich Systematik und Analyse nicht mit den Bewertungen der internationalen Größen wie Moody’s, Fitch und Standard & Poor’s vergleichbar...(Claus G. Schmalholz)

(Lesen Sie den vollständigen Artikel in der gedruckten Ausgabe der Bayerischen Staatszeitung vom 13. September 2013)

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