Wirtschaft

Blick ins Lagezentrum des neuen Landesamts für Sicherheit in der Informationstechnik in Nürnberg (von links): Behördenchef Daniel Kleffel, Finanzminister Markus Söder und Finanzstaatssekretär Albert Füracker. (Foto: Schweinfurth)

09.02.2018

Cyberattacken effektiv abwehren

Das neue Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik in Nürnberg soll Staat, Kommunen und öffentliche Unternehmen vor Angriffen auf deren IT-Systeme schützen

Cyberkriminalität greift immer mehr ums sich. Darum hat jetzt Bayern als erstes Bundesland ein eigenes Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) in Nürnberg etabliert. „Digitalisierung wird meist nur mit den damit verbundenen Chancen dargestellt“, sagte Bayerns Finanz-, Heimt- und Landesentwicklungsminister Markus Söder (CSU) bei der Eröffnung des LSI. Doch die Risiken, die mit der umfassenden Digitalisierung aller Lebensbereiche einhergeht, werden laut Bayerns designiertem Ministerpräsidenten kaum thematisiert. So gebe es allein in Bayern pro Tag mehr als 40.000 Angriffsversuche auf das vom Freistaat betriebene Rechenzentrum.

Staatliche und kommunale IT-Systeme schützen


Mit dem LSI sollen derartige Attacken noch effektiver abgewehrt werden. Kernaufgabe der neuen Behörde ist es, staatliche und kommunale IT-Systeme zu schützen. Aber auch Unternehmen, die sogenannte kritische Infrastrukturen (zum Beispiel Wasserversorger) betreiben, können auf die Kompetenz des LSI zurückgreifen.

„Wir beginnen mit rund 30 Mitarbeitern. Bis Ende 2020 sollen 200 IT-Sicherheitsexperten in Nürnberg und in den Außenstellen in Würzburg und Bad Neustadt an der Saale tätig sein“, sagte Söder. Für das LSI seien Ausgaben von rund 60 Millionen Euro eingeplant. In der rund 500 Quadratmeter Fläche umfassenden Behörde werde es eine Anti-Hacker-Einheit geben, ein Lagezentrum, das die staatlichen Netze überwacht, ein „Profiling“-Team, das neue Angriffsmethoden untersucht, und eine Beratungseinheit, die Bürger und Kommunen unterstützt und über den sicheren Umgang mit Daten aufklärt. Eine Art IT-Feuerwehr soll in Notfällen in kleinere Gemeinden geschickt werden können.

Regionale und nationale IT-Lösungen einsetzen


Das LSI wird laut Söder vorwiegend regionale und nationale IT-Lösungen einsetzen. Das habe den Vorteil, dass diese nicht so leicht von international agierenden Hackern angegriffen werden können. Außerdem sei man dann nicht so schnell mit von der Partie, wenn ein Cyberangriff auf mehrere Staaten gestartet werde.

Der Minister verwies auch auf die Schnelligkeit, mit der das LSI in Laufen gebracht wurde. So sei es am 1. Dezember 2017 gegründet und binnen Jahresfrist betriebsbereit gemacht worden. Im Landtag sei die Etablierung dieser neuen Behörde einstimmig beschlossen worden. Außer dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und dem bayerischen LSI gebe es keine weitere Behörde, die sich um IT-Sicherheit kümmere. Deshalb werde das LSI auch unterstützend für andere Bundesländer tätig sein, wenn diese ähnliche Behörden aufbauen wollen.

Draht zur Stadt Nürnberg


Auch der direkte Draht zur Stadt Nürnberg und deren IT-Spezialisten sei sichergestellt. Gemeinsam werde man sich den herausforderungen der Cyberkriminalität stellen. „Da werde ich demnächst mit meinen Mitarbeitern die Fachleute des LSI besuchen, damit wir uns austauschen können“, sagte Nürnbergs Finanzreferent Harald Riedel (SPD), der auch für die Sicherheit sämtlicher IT-Systeme der Stadt Nürnberg zuständig ist, am Rande der Eröffnungsfeier zur Staatszeitung.

Abschließend betonte Söder, dass es wie bei der Polizei ist: „Absolute Sicherheit gibt es nicht.“ Aber durch das LSI sei man nicht mehr schutzlos und könne wesentlich schneller reagieren.
(Ralph Schweinfurth)

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