Wirtschaft

Detlef Fischer (l.) und Peter Driessen studieren den künftigen Verlauf der neuen Stromautobahnen auf einer Deutschlandkarte. (Foto: Schweinfurth)

02.05.2014

„Das energieautarke Bayern ist eine Illusion“

BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen und VBEW-Geschäftsführer Detlef Fischer über die künftige Stromversorgung

Die Energiewende ist eine komplexe Angelegenheit.
Über die aktuellen Herausforderungen sprachen wir mit Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) sowie der IHK München für Oberbayern, und Detlef Fischer, Geschäftsführer des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW).

BSZ: Herr Driessen, Herr Fischer, funktioniert die Energiewende in Bayern ohne neue Stromtrassen, ohne neue Windkraftanlagen und ohne neue Pumpspeicherwerke?
Fischer: Nein, und das muss in die Köpfe der 12,5 Millionen Menschen in Bayern. Das vermittelt die Politik derzeit zu wenig. Das Problem der Staatsregierung ist ja, dass sie keinem weh tun will und der Wahrheit in dieser Frage lieber aus dem Weg geht.
Driessen: Aber die Energiewende geht nur mit Veränderungen, vor allem im Landschaftsbild. Das ist wie mit kommunizierenden Röhren: Wenn man an der einen Seite etwas verändert, hat das Auswirkungen auf der anderen Seite. Zusätzliche Netze sind sicher nicht schön, aber notwendig.
Fischer: Und sie stellen immer noch weniger Landschaftsgebrauch dar, als zusätzliche unwirtschaftliche Windkraftanlagen.

BSZ: Und wie sieht es mit mehr Biomasseanlagen aus, wie es der Bayernplan vorsieht?
Fischer: Wenn wir unseren ganzen Energiebedarf aus heimischer Biomasse decken wollten, bräuchten wir zweimal die Landesfläche Bayerns.
Driessen: Und da ist noch kein Quadratmeter Wohn-, Gewerbe- oder pure Freifläche dabei.

BSZ: Das müsste den Politikern aber doch klar sein.
Driessen: Ist es ihnen auch. Aber sie sagen es nicht. Darum ist bei allen Beteiligten an der Energiewende inzwischen sehr viel Sarkasmus dabei – und das ist bitter.

BSZ: Also ist die oft beschworene Energieautarkie Bayerns eine Illusion?
Driessen: Sie ist theoretisch machbar, aber zu Preisen, die den Freistaat als derzeit international hoch wettbewerbsfähigen Industriestandort ins Abseits katapultieren würde. Schon jetzt produzieren wir an manchen Stunden 30 Prozent mehr an Strom, als wir in den Spitzenlastzeiten brauchen. Und wir sind auf dem Weg zu 130 Prozent...(Interview: Ralph Schweinfurth)

(Lesen Sie das vollständige Interview in der gedruckten Ausgabe der Bayerischen Staatszeitung vom 2. Mai 2014.)

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