Wirtschaft

Das neue REWE-Logistikzentrum im oberbayerischen Eitting. (Foto: Klebl)

15.02.2013

Das erste Green Building Deutschlands

Innovative Logistikbauten für REWE Group in Eitting und Oranienburg

Seit geraumer Zeit verfolgt die REWE Group ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept, das sich etwa im ersten als „Green Building“ errichteten Supermarkt Deutschlands ausdrückt. Auch ihre logistische Infrastruktur modernisiert das Unternehmen unter diesem Aspekt.
Die jüngsten Bausteine sind unter anderem zwei neue Logistikzentren im oberbayerischen Eitting (Landkreis Erding) und in Oranienburg. Für die Umsetzung der Projekte mit einem Volumen von zusammen zirka 64 Millionen Euro zeichnete der Fertigteilspezialist Klebl aus Neumarkt i. d. Opf. als Generalunternehmer verantwortlich.
Im Logistikbau gehört der REWE-Handelskonzern bei der Verbindung effizienterer Betriebsabläufe und ökologischer Aspekte zu den Wegbereitern der Branche. Die Neubauten benötigen rund 50 Prozent weniger Energie als vergleichbare Logistikzentren herkömmlicher Bauart. Schon in der Planung wurde die Energiebilanz über die Lebensdauer hinweg berücksichtigt, sparsamer Ressourceneinsatz stand ebenso im Lastenheft wie ein optimiertes Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter.
Dies erforderte innovative Ansätze und die Nutzung modernster Technologien. Um die reibungslose und termingerechte Inbetriebnahme sicherzustellen, setzte die REWE Group auf das Knowhow von Klebl bei Produktions- und Logistikbauten. Die Klebl-Unternehmensgruppe mit rund 1300 Mitarbeitern und sechs Produktionsstandorten gehört mit einem Jahresumsatz von 420 Millionen Euro im Jahr 2012 zu den 20 größten Bauunternehmen Deutschlands und ist führend bei der Herstellung von konstruktiven Fertigteilen.
Mit 190 Metern Länge, 150 Metern Breite und 17 Metern Höhe bietet das Logistikzentrum Eitting auf drei Geschossen und einem Untergeschoss 33 000 Quadratmeter Lager- und 7000 Quadratmeter Bürofläche. Zwischen Oktober 2010 und Juli 2011 verbaute Klebl 11 800 Kubikmeter Frischbeton und rund 1100 Tonnen Stahl. Hinzu kamen zirka 2600 Fertigteile, die in knapp 1000 Lieferungen aus den Klebl-Werken in Neumarkt und Penning an die Baustelle transportiert wurden. Auch das 30 000 Quadratmeter große Dach erfüllt mit seiner 180 mm starken Dämmung die Anforderungen der EnEV 2009. Die darauf installierte Photovoltaikanlage trägt ebenso zur Wirtschaftlichkeit des Gebäudes bei wie die Biogas-Anlage für die Primärenergieproduktion. Um deren hohe Vorlauftemperaturen optimal nutzen zu können, erhielt das Lager statt einer Fußbodenheizung Abstrahlplatten an der Decke. Im Sommer wird die Wärme über eine Absorberanlage zur Kühlung der Büros genutzt.


Emissionen gering halten


67 Überladebrücken stellen einen schnellen Warenumschlag für die Versorgung von rund 400 Rewe- und Nahkauf-Märkten sicher. Die knapp 60 000 Quadratmeter großen Außenanlagen werden durch 2,3 km Fahrstraßen erschlossen und bieten Stellplätze für 300 Pkw und etwa 80 Lkw. Um die Emissionen gering zu halten, stehen für die Lastwagen Versorgungsinseln mit externen Stromanschlüssen bereit, um etwa Kühlaggregate ohne laufenden Motor zu betreiben.
Nach den gleichen Prinzipien wie in Eitting wurde das nationale Vollsortimentslager in Oranienburg geplant – allerdings eine Nummer größer: Der auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Oranienburg errichtete Gebäudekomplex ist allein 53 000 Quadratmeter groß. Das rund 60 Millionen Euro teure REWE-Logistikzentrum umfasst mit einer Grundstücksgröße von 190 000 Quadratmetern die Größe von fast 28 Fußballfeldern. Der 350 Meter lange, 150 Meter breite und mehr als 16 Meter hohe Bau mit 124 Überladebrücken umschließt drei Geschosse mit einem Volumen von 860 000 Kubikmetern.
Entsprechend anspruchsvoll gestaltete sich die Baulogistik, die Klebl über die Werke Frankenförde, Gröbzig und Rinteln abwickelte. Von hier kamen mehr als 3200 Fertigteile mit einem Gesamtgewicht von 31 400 Tonnen in über 1400 Transporten just in time auf die Baustelle. Außerdem verbauten die Klebl-Mitarbeiter 20 650 Kubikmeter Frischbeton und rund 1500 Tonnen Stahl.
Der Oranienburger Komplex versorgt die angeschlossenen 355 Märkte zwischen Sassnitz und Jüterbog nicht nur mit dem Trockensortiment, sondern auch mit Tiefkühlkost, Molkereiprodukten, Fleisch und Wurst, Obst und Gemüse.
Eine 9000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage auf dem 60 000 Quadratmeter großen Dach und ein effizientes Lichtkonzept für innen und außen verkleinern den ökologischen Fußabdruck des Gebäudes. Sichtbarer Ausdruck des Nachhaltigkeitskonzepts ist auch die Tankstelle auf dem Gelände: 20 Prozent des Treibstoffs kommen aus nachwachsenden Rohstoffen. Ein langer Lärmschutzwall schirmt die Außenanlagen mit 1,8 km Fahrstraßen und 400 Stellplätzen ab.
Das Projekt REWE Oranienburg ist für Projektleiter Roland Kraus ein weiterer Beleg für das Erfolgsrezept von Klebl: „Wir setzen auf modernste Technologie, zuverlässige Projektpartner und ein hoch motiviertes, technisch und organisatorisch erstklassiges Team. Auf diese Weise meistern wir auch Herausforderungen wie diese.“
Beide Projekte waren nicht nur wegen ihres Umfangs – Klebl zeichnete jeweils für 50 Gewerke verantwortlich – eine Herausforderung, sondern auch wegen des langen und schneereichen Winters 2010/2011. „Wir haben den Baubetrieb auch bei tiefsten Temperaturen aufrecht erhalten, um im Zeitplan zu bleiben“, erinnert sich der für Eitting zuständige Projektleiter Günter Horndasch.
(Ralph Schweinfurth)

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