Wirtschaft

Nach ihren Fachvorträgen stellten sich die Experten antworten auf Fragen der Funkendorfer (v. l.): Bürgermeister Hans Freiberger, Bernd Rothammel, Christian Rank, Harald Hümmer, Martin Kastner und Martin Pfister. (Foto: BSZ)

12.02.2014

Funkendorf soll ein Bioenergiedorf werden

Biogasanlage könnte den gesamten Ort mit Wärme versorgen

Funkendorf in der Gemeinde Prebitz (Landkreis Bayreuth) könnte schon bald ein Bioenergiedorf werden, dessen Häuser mit klimafreundlicher Biowärme aus einer örtlichen Biogasanlage versorgt werden. Die Bioenergieregion Bayreuth hatte die Einwohner des Ortsteiles jetzt zu einer ersten Auftakt- und Infoveranstaltung eingeladen, bei der Nahwärmeexperten den möglichen Weg zum „Bioenergiedorf Funkendorf“ aufzeigten.

Funkendorf bietet für eine Nahwärmelösung ideale Voraussetzungen. Dies hat eine von der Bioenergieregion Bayreuth veranlasste Untersuchung aller Biogasanlagen in der Region gezeigt: Erstens ist die nötige Energie durch die vor Ort anfallende Abwärme einer Biogasanlage reichlich vorhanden. Zweitens liegt die Biogasanlage nicht weit von möglichen Wärmeabnehmern entfernt. Und drittens wird die Umsetzung eines Nahwärmeprojektes in Funkendorf dadurch begünstigt, dass einige der damit verbundenen Maßnahmen auch über das laufende Verfahren zur Dorferneuerung förderfähig sind.

Erdöl wird immer knapper und gleichzeitig steigt weltweit die Nachfrage. Die logische Folge sind steigende Preise. Prognosen gehen davon aus, dass die Marke von 1,50 Euro/Liter spätestens in 10 Jahren erreicht sein wird. Wohl dem, der rechtzeitig umsteigt und auf erneuerbare Energien setzt. Umweltverträgliche Wärme aus Bioenergie steht vor Ort zur Verfügung. Es fehlen nur noch ein Leitungsnetz, das die Wärme in die Häuser bringt, und Menschen, die die Initiative ergreifen. Die Funkendorfer haben schon mehrfach Gemeinschaftsprojekte erfolgreich durchgeführt und unter Beweis gestellt, dass die Dorfgemeinschaft intakt ist, was wiederum ein wichtiger Erfolgsfaktor bei der Errichtung von Nahwärmenetzen ist.

Bürgermeister Hans Freiberger (FW) betonte, dass sich aktuell eine einmalig günstige Gelegenheit für die Begründung eines Nahwärmenetzte böte. Das Projekt mache unabhängig von Energieimporten. Und es stärke den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft und das Heimatgefühl.

Die Rolle der Bioenergieregion Bayreuth bei Bioenergie-Nahwärmenetzen erläuterte Bernd Rothammel, Projektleiter Bioenergie beim Regionalmanagement Stadt und Landkreis Bayreuth. Die Bioenergieregion sehe sich in der Rolle des Wegbereiters für lokale Nahwärmeinitiativen: „. Es ist unser Ziel und Auftrag, die Effizienz von Biogasanlagen zu verbessern. Deshalb haben wir das Projekt in Funkendorf ins Rollen gebracht. Wir wollen die Funkendorfer unterstützen, können Infoveranstaltungen organisieren, Experten vermitteln oder Exkursionen zu anderen Bioenergiedörfern veranstalten. Letztlich müssen aber die Funkendorfer das Biowärmeprojekt zu ihrem eigenen Anliegen machen.“

Wie das funktionieren kann, wurde bei der Auftaktveranstaltung an verschiedenen Praxisbeispielen erläutert. Zunächst vermittelte Diplomingenieur Christian Rank, vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Münchberg in seinem Vortrag „Wie funktioniert ein Nahwärmenetz?“ die Grundlagen. Darauf aufbauend berichtete Harald Hümmer, Vorstand der Energiegenossenschaft Oberleiterbach eG (Lkr. Bamberg), wie es dort die Dorfgemeinschaft geschafft hat, eigenverantwortlich ein Nahwärmenetz auf die Beine zu stellen.

Auch im Frankenwald gibt es erfolgreiche Vorbilder: Dipl.-Geograf Martin Kastner, Projektleiter beim Verein Energievision Frankenwald e.V., erläuterte, wie der Verein Energievision Frankenwald elf Bioenergiedörfer auf den Weg gebracht hat, und stellte exemplarisch das Bioenergiedorf Effelter vor.

Über den aktuellen Stand und weiteren Verlauf der Dorferneuerungsmaßnahmen in Funkendorf berichtete Martin Pfister, Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft. Über die Dorferneuerung können einzelne Maßnahmen eines Nahwärmenetzes gefördert werden.

Um zu ermitteln, ob sich ein Nahwärmenetz rechnen würde, ist es wichtig zu wissen, welche Haushalte grundsätzlich bereit wären, mitzumachen, und wie hoch der jeweilige Wärmedarf ist. Diese Informationen werden über einen Fragebogen erhoben, der bei der Veranstaltung ausgeben wurde und in den nächsten Tagen auch an jene Haushalte verteilt wird, die nicht zur Infoveranstaltung kommen konnten. Der Fragebogen kann auch auf der Internetseite www.bioenergieregion-bayreuth.de abgerufen werden. (BSZ)

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