Wirtschaft

08.10.2010

Konjunkturmotor Bau

Wirtschaftslage und Finanzierung im bayerischen Mittelstand, Herbst 2010

„Es ist schon überraschend, wie schnell die Wirtschaftskrise in Deutschland überwunden wurde“, erklärte Helmut Rödl, Vorstand des Verbands der Vereine Creditreform e.V., im Rahmen der Untersuchung „Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand, Herbst 2010“. Auch in der mittelständischen Wirtschaft des Freistaats sei von der Wirtschaftskrise kaum noch etwas zu spüren. Gut die Hälfte der 520 befragten bayerischen Unternehmen (51,8 Prozent; Herbst 2009: 37,6 Prozent) beurteilen laut Rödl ihre derzeitige Geschäftslage mit „gut“ beziehungsweise „sehr gut“. Gleichzeitig würde nur einer von 20 Befragten (5,2 Prozent; Vorjahr: 8,8 Prozent) die Geschäftslage als „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bezeichnen.
Bundesweit sprechen 48 Prozent der Unternehmen von einer guten und 4,7 Prozent von einer schlechten Geschäftslage, so Rödl. Die bessere Geschäftslage mache sich auch in steigenden Umsätzen und Gewinnen bemerkbar. Bayern ist dabei laut Untersuchung der Creditreform Wirtschaftsforschung auf Augenhöhe mit der gesamtdeutschen Entwicklung. So berichten vier von zehn bayerischen Unternehmen (40,4 Prozent; Vorjahr: 26,7 Prozent) von Zuwächsen beim Umsatz. Im Gegensatz zu 2009 (37 Prozent) sind nur noch bei 13,8 Prozent der Mittelständler die Umsätze gesunken. Bundesweit konnten 42,2 Prozent der Unternehmen ihren Umsatz ausweiten, jeder Sechste (16 Prozent) hatte Rückgänge zu verkraften.
Auch die Ertragslage im Mittelstand stabilisiert sich nach dem heftigen Einbruch im Vorjahr. Bei 33,3 Prozent der Unternehmen (2009: 22,4 Prozent) sind die Erträge im Verlauf der letzten sechs Monate gestiegen. Darüber hinaus folgt die Personalnachfrage der konjunkturellen Erholung.


Seit Frühjahr 2010 sind bundesweit 200 000 neue Arbeitsplätze entstanden


Gegenüber dem Frühjahr haben 34,2 Prozent der bayerischen Mittelständler (Vorjahr: 20,3 Prozent) die Belegschaft aufgestockt. Personal abbauen musste jeder Neunte (11 Prozent; Vorjahr: 21,8 Prozent). Insgesamt dürften seit dem Frühjahr 2010 laut Rödl bundesweit rund 200 000 neue Arbeitsplätze im Mittelstand entstanden sein. Den höchsten Anteil an Personalaufstockungen verzeichnen das Baugewerbe (33,9 Prozent) und der Dienstleistungssektor (33,8 Prozent).
In diesem Zusammenhang betonte Rödl, dass die beste Stimmung im Mittelstand derzeit im Baugewerbe herrscht. „Die beiden Konjunkturpakete haben offenbar ihr Ziel erreicht.“ Gut die Hälfte der befragten Baubetriebe (55,8 Prozent) sei mit der Geschäftsentwicklung sehr zufrieden. Das äußere sich nicht nur bei den Auftragseingängen, sondern auch beim Umsatz, der Investitionsbereitschaft und wie bereits erwähnt bei den Neueinstellungen.
Die Umsatzerwartungen der bayerischen Mittelständler sind von Optimismus geprägt. Jeder dritte Befragte (33,7 Prozent; Vorjahr: 23,3 Prozent) rechnet in den kommenden sechs Monaten mit Umsatzsteigerungen. Lediglich 5,8 Prozent (2009: 25,4 Prozent) befürchten Umsatzrückgänge. Bundesweit liegt dieser Anteil mit 10 Prozent fast doppelt so hoch.
Aufgrund der sehr guten Geschäftsaussichten dürfte der Personalbedarf der Unternehmen im Freistaat in den kommenden Monaten weiter steigen. Dabei präsentiere sich die bayerische mittelständische Wirtschaft einstellungsfreudiger als der bundesdeutsche Durchschnitt: Jeder Vierte (23,5 Prozent; Bund: 17,3 Prozent) will seinen Personalbestand aufstocken, nachdem es im Vorjahr nur jeder Zehnte (10,5 Prozent) war. Keinen Einstellungsbedarf sehen 6,2 Prozent der Befragten (Vorjahr: 15 Prozent).
(Friedrich H. Hettler)

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