Wirtschaft

Für Alfred Gaffal sind die derzeitigen Strompreise in Deutschland zu hoch. (Foto: vbw)

21.02.2014

„Kostenblock ist unvermeidlich“

Alfred Gaffal, Präsident der vbw, über Strompreise, Trassen und die Energiewende im Allgemeinen

Strompreis, Stromtrassen, Windräder – die Energiewende steht derzeit ganz oben auf der politischen Agenda. Welche Vorstellungen hierbei die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft hat, besprachen wir mit deren Präsidenten Alfred Gaffal.

BSZ: Wie bewerten Sie die Höhe der Strompreise in Deutschland?
Gaffal: Die Strompreise in Deutschland sind im internationalen Vergleich zu hoch und damit nicht wettbewerbsfähig. Bei uns zahlt die Industrie für ihren Strom 50 Prozent mehr als in Frankreich und mehr als doppelt so viel wie in den USA. Besonders bedenklich sind die Kostensteigerungen der letzten Jahre: Von 2009 bis 2013 sind die Strompreise für Industrieunternehmen um 35 Prozent und für Privathaushalte um 33 Prozent gestiegen.

BSZ: Werden die Strompreise durch die geplante EEG-Reform sinken?
Gaffal: Nein, die Strompreise werden weiter steigen. Mit einer Absenkung der Förderung erneuerbarer Energien und der jährlichen Ausbauziele versucht die Bundesregierung den Anstieg der Strompreise nur zu verlangsamen. Die Strompreise müssen eingefroren und dann auf das Niveau vergleichbarer Industriestaaten gesenkt werden. Passiert das nicht, werden Unternehmen in Deutschland und Bayern weiter an Wettbewerbsfähigkeit verlieren und sich verstärkt nach alternativen Produktionsstandorten umsehen.

BSZ: Ist eine Absenkung der Preise machbar?
Gaffal: Über die Stromkosten müssen der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien, der Ausbau der Netze und künftig wahrscheinlich auch der Bau von Ersatzkraftwerken finanziert werden. Inzwischen summieren sich die EEG-bedingten Kosten auf mehr als 23 Milliarden Euro im Jahr. Dieser Kostenblock ist wegen der bestehenden Förderzusagen über 20 Jahre für Erneuerbare-Energien-Anlagen unvermeidlich. Die bestehenden Verpflichtungen müssen eingehalten werden. Eine Senkung des Strompreises ist langfristig nur über eine grundlegende EEG-Reform möglich, in der die Vermarktung von erneuerbaren Energien ein zentraler Bestandteil ist. Kurzfristig können die Strompreise aber gesenkt werden wenn die Stromsteuer abgeschafft oder zumindest gesenkt wird.

BSZ: Sehen Sie die Versorgungssicherheit gefährdet?
Gaffal: Ja. Zwar weist Deutschland heute mit die höchste Versorgungssicherheit weltweit auf. Aber in Bayern ist bereits Ende 2015 nach Abschaltung des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld die Versorgungssicherheit in Gefahr...(Interview: Ralph Schweinfurth)

(Lesen Sie das gesamte Interview in der gedruckten Ausgabe der Bayerischen Staatszeitung vom 21. Februar 2014)

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