Wirtschaft

Bayerns Sparkassen ihren Kreditbestand seit Jahresbeginn 2014 um 1,2 Milliarden Euro ausgeweitet. (Foto: dpa)

17.07.2014

Kreditbestand im Mittelstand steigt auch 2014

Bayerischer Sparkassentag 2014

Die bayerischen Sparkassen setzen im Jahr 2014 den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fort. Sie haben ihren Kreditbestand seit Jahresbeginn 2014 um 1,2 Milliarden Euro ausgeweitet. Der überwiegende Teil davon stammt aus dem Geschäft mit Unternehmen und wirtschaftlich Selbstständigen. Auch im Einlagengeschäft mit privaten Kunden verzeichnen sie in 2014 mit bisher plus 360 Millionen Euro erneut Zuwächse. „Diese Zahlen zeigen, dass uns die Kunden als verlässliche und stabile Partner in der Region sehen“, so Ulrich Netzer, Präsident des Sparkassenverbands Bayern beim Bayerischen Sparkassentag in Kempten.

Sorgen macht den bayerischen Sparkassen die überzogene europäische Finanzmarktregulierung. Sie fordern deshalb die strikte Einhaltung des Verur-sacherprinzips – Risiko, Größe und das Geschäftsmodell einer Bank müssen maßgeblich für die Anwendung von Regulierungsmaßnahmen sein. Netzer fordert, dass die erfolgreiche dezentrale Struktur der regionalen Sparkassen nicht durch standardisierte globale Regelungen gefährdet werden dürfe, die sich an internationalen Großbanken ausrichten. Das zugrundeliegende Dilemma sei offensichtlich: Während der deutsche föderale Staatsaufbau auf dezentrale, subsidiäre Strukturen wie das Sparkassenwesen setze, sei dies im europäischen Vergleich kein common sense. „Die Folge sind europäische Einheitslösungen in der Finanzmarktregulierung, die die regional organisierten und risikoarmen kommunalen Sparkassen in Sippenhaft für die Risiken systemrelevanter Großbanken nehmen,“ so Netzer.

Dies zeige sich auch in der aktuellen Diskussion zur Bankenabgabe im Rahmen des europäischen Abwicklungsfonds, der innerhalb der kommenden 8 Jahre mit 55 Milliarden Euro befüllt werden muss, davon 15 Milliarden Euro von deutschen Kreditinstituten. Netzer plädierte für eine richtige Dosierung
anstelle einer überschießenden Regulierung, die die Sparkassen und ihre
Kunden übermäßig belastet. Zentrale Forderung dabei ist jetzt, die Einzahlung
der Regionalbanken in den europäischen Abwicklungsfonds zu minimieren.
Sie werden ihn voraussichtlich wegen ihres risikoärmeren Geschäftsmodells
und ihrer funktionierenden Institutssicherungssysteme nie
in Anspruch nehmen und müssen daher auch von der Einzahlungspflicht weitestgehend entbunden werden. (BSZ)

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