Wirtschaft

25.03.2011

„Made in Bavaria“ ist gefragt

Der bayerische Qualitätspreis ist bereits zum 19. Mal verliehen worden

Made in Germany“ gilt mittlerweile als Gütesiegel – ganz im Gegensatz zur ursprünglichen Bedeutung. Eingeführt wurde es nach dem Zweiten Weltkrieg auf Druck von Großbritannien, um minderwertige Waren zu kennzeichnen. „Made in Bavaria“ ist zwar kein offizielles Siegel, doch dass bayerische Unternehmen und Betriebe hervorragende Qualität bieten, zeigt die alljährliche Verleihung des bayerischen Qualitätspreises, die bereits zum 19. Mal stattfand.
Horst Wildemann von der TU München, Initiator und Vorsitzender des auszeichnenden Expertengremiums, eröffnete die Veranstaltung. Er betonte in seiner Rede, wie wichtig Qualität für Nachhaltigkeit ist. So empfänden Kunden Produkte und Dienstleistungen als qualitativ hochwertig, wenn sie aus nachhaltigen Rohstoffen bestehen und eine hohe Haltbarkeit aufweisen.
„Wirtschaftlicher Erfolg ist natürlich in erster Linie unternehmerischer Alternative und gut ausgebildeten Arbeitskräften zu verdanken. Er kann durch gute wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen aber wesentlich erleichtert werden“, sagte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP). Deshalb werden jedes Jahr auch besonders wirtschaftsfreundliche Gemeinden ausgezeichnet.
Zu den Preisträgern in diesem Jahr zählten in der Kategorie „Industrie“ die Rehau AG & Co. (Kunststoffindustrie) aus Viechtach, Agfa-Gevaert HealthCare GmbH (Medizintechnik) aus Peißenberg und die Drive Technologies Division der Siemens AG (Automatisierung- und Antriebstechnik) aus Bad Neustadt an der Saale.
In der Kategorie „Handwerk“ wurden die Prell & Fink GmbH (Schloss- und Beschlagtechnik, Schlüsseldienst) aus Stockdorf und die Carl Stahl GmbH (Seil- und Hebetechnik) aus München ausgezeichnet.
Als besonders qualitätsorientierte Handelsunternehmen nahmen der Pressevertrieb Hermann Trunck GmbH & Co. KG (Presse-Grossist) aus München und die Hoffmann GmbH (Handel mit Qualitätswerkzeugen) ebenfalls aus München einen Preis mit nach Hause.
In der Kategorie „unternehmensorientierte Dienstleister“ setzten sich die Geis Industrie-Service GmbH (Logistik-Dienstleistungen) aus Nürnberg und die Gedikom Gesundheitsdienstleistung Kommunikation (Callcenter Gesundheitswesen) aus Bayreuth gegen die Konkurrenz durch.
Initiiert wurde der bayerische Qualitätspreis 1993, um heimische Unternehmen auf neue EU-Qualitätsvorschriften aufmerksam zu machen und ihnen einen besonderen Anreiz zu bieten, diese auch einzuhalten. Wie beliebt und etabliert die Auszeichnung in der Wirtschaft mittlerweile ist, zeigt auch die hohe Anzahl der Bewerber. Im Schnitt sind 2,1 Bewerbungen nötig, um den begehrten Preis zu erhalten.
Allen Ausgezeichneten ist eines gemeinsam: Sie haben die Qualität der von ihnen angebotenen Waren und Dienstleistungen stetig verbessert, investieren in Know-how, sind der Konkurrenz oft einen Schritt voraus, streben nach Perfektion und Zuverlässigkeit und fördern die Motivation und Qualifikation ihrer Mitarbeiter.
„Nach ein paar Anläufen haben wir es jetzt geschafft, den Preis zu gewinnen“, freut sich Andreas Kammerer von der Carl Stahl GmbH in München. „Wir werden die Auszeichnung auf jeden Fall für Werbung nutzen.“ Der Betrieb für Seil- und Hebetechnik kann auf eine lange Tradition zurückblicken: Gegründet wurde die ehemalige Seilerei bereits 1629. Das Unternehmen beschäftigt 75 Arbeitskräfte und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 9 Millionen Euro. 80 Prozent der Produkte sind Individualanfertigungen, die bis zu 250 Tonnen heben können. Dass bei solchen Gewichten die Qualität stimmen muss, ist eine Selbstverständlichkeit.
Neben den neun Betrieben wurden auch drei besonders wirtschaftsfreundliche Gemeinden ausgezeichnet: die Stadt Cham in der Oberpfalz, Wolfertschwenden in Schwaben und die Stadt Waldkraiburg in Oberbayern. Alle drei Kommunen liegen im ländlichen Raum, und bestätigen, dass es auch dort großes wirtschaftliches Potenzial gibt und zeichnen sich vor allem durch niedrige bürokratische Hürden aus.
„Man muss Unternehmen als Partner und nicht als Bittsteller sehen“, meint Karin Bucher von den Freien Wählern, seit 2008 erste Bürgermeisterin von Cham. Die „Stadt am Regenbogen“ bietet eine breite Palette an Serviceleistungen für die Unternehmen, die aus den verschiedensten Bereichen kommen. Der Bayerische Qualitätspreis ist somit eine willkommene Belohnung für die geleistete Mühe.
Für alle Preisträger gilt es nun, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen, sondern sich weiterzuentwickeln. Daran appellierte auch Minister Zeil: „Qualität wird einem nicht geschenkt.“
(Judith Heigermoser)

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