Wirtschaft

Auf den 215 Veranstaltungen heuer tummelten sich fast 1,8 Millionen Besucher und 32 800 Aussteller. (Foto: MMI)

13.12.2014

Mehr Besucher, mehr Aussteller, mehr Fläche

Die Messe München International verzeichnet zum fünften Mal infolge ein positives Jahresergebnis

In der Medizin, bei ernsthaften Erkrankungen, gilt gemeinhin die ärztliche Prämisse: Wenn der Patient fünf Jahre keinen Rückfall erleidet und sich gut fühlt, dann ist er übern Berg. In diesem Sinne kann die Messe München International fortan als pumperlgesund angesehen werden. Bereits zum fünften Mal infolge verzeichnet das Unternehmen ein positives Jahresergebnis, Zuschüsse der beiden Gesellschafter - das sind die Landeshauptstadt München und der Freistaat Bayern - sind nicht nötig. Und es wächst sogar der Appetit - immer ein sehr gutes Zeichen: Sogar der Bau von zwei neuen Hallen ist geplant, C5 und C6 sollen sie heißen.

Gut gelaunt verkündet Geschäftsführer Klaus Dittrich auf dem Podium des Pressezentrums das Ergebnis: "Wir sind stärker gewachsen als der deutsche Gesamtmarkt. Alle unsere Veranstaltungen konnten sich deutlich über den Planansätzen verbessern." Das ist angesichts einer sich insgesamt doch leicht eintrübenden wirtschaftlichen Entwicklung in der Bundesrepublik ja auch nicht ohne positive Signalwirkung - sind Messebesuch doch ein Etatposten, auf den schwächelnde Unternehmen eher leichter verzichten können.
Der Umsatz, so Dittrich, liege nach den Hochrechungen für das Jahr 2014 bei rund 220,1 Millionen Euro  - und damit 5,3 Millionen über dem Plan -, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bei 40,4 Millionen Euro. Das sind dann sogar 6,2 Millionen Euro über dem Plan. Für die Gesellschafter bedeutet das damit auch eine Rendite.
Nebenbei dokumentiert die Isarmetropole damit auch messetechnisch ihre ökonomische Vorreiterrolle in Deutschland: Während bundesweit bei Ausstellern und Besuchern nur ein Prozent Zuwachs erzielt wurde und die Fläche sogar stagnierte, wuchs die Zahl der Aussteller in München um vier Prozent, die der Besucher sogar um fünf Prozent und die Fläche immerhin noch um drei Prozent. Insgesamt verzeichnete die Messe heuer bei ihren 215 Veranstaltungen 1,789 Millionen Besucher und knapp 32 800 Aussteller. Damit ist die Messe München International im 50. Jahr ihres Bestehens nach den Kollegen in Berlin landesweit auf dem zweiten Platz angekommen.
Die stärksten Anbieter- und Publikumsmagneten waren nach Angaben von Klaus Dittrich dabei die Sportmesse ISPO München, die auf Umwelttechnologie spezialisierte IFAT, die Analytica, die Automatica und die dem Immobilenschwerpunkt gewidmete Expo Real.

Geschäftsführung wird erweitert


Aber man möchte ja noch weiter wachsen und deshalb werden in die beiden bereits genannten neuen Hallen (insgesamt können dann 18 Hallen zur Verfügung gestellt werden)  - samt kleinem Konferenzbereich für 2000 Personen - nochmals 105 Millionen Euro investiert: "vollständig aus eigner Kraft und ohne Zuschüsse der Gesellschafter", wie dem Geschäftsführer wichtig ist zu betonen. Mit den Bauarbeiten soll im Sommer 2016 nach der Baumesse Bauma begonnen werden. Zusammen sollen sie 20 000 Quadratmeter umfassen und das Gesamtareal der Ausstellungsfläche auf dann etwa 200 000 Quadratmeter erweitern.
Die zusätzliche Fläche ist aus Sicht der Geschäftsführung auch dringend notwendig - und zwar nicht nur, weil die Klassiker wie Bauma, IFAT und ISPO bereits heute restlos ausgebucht sind. Sondern auch weil die Münchner erneut einen weiteren dicken Fisch an Land ziehen konnten: die European Society of Cardiology (ESC), die im Herbst 2018 mit schätzungsweise 30 000 Teilnehmern wieder in München gastieren möchte. Die von mehreren europäischen Konkurrenten heiß umworbenen Herz-Spezialisten entschieden sich damit nach 2004, 2008 und 2012 bereits zum vierten Mal für München. Beim letzten Mal hatten die Kardiologen bereits sieben Hallen belegt.
Darüber darf sich auch das Hotel- und Gaststättengewerbe in der Landeshauptstadt freuen, geben doch Kongressteilnehmer im Schnitt mehr als doppelt so viel aus wie normale Besucher, laut einer Studie des Ifo-Instituts fast 1000 Euro.
Um diese Aufgaben zu wuppen, erweitert die Messe München International auch ihre Geschäftsführung. Ab dem 1. Januar treten Stefan Rummel, Falk Senger und Monika Dech in das dann sechsköpfige Führungsgremium ein. (André Paul)

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