Wirtschaft

Sie können sich über glänzende Lage der ostbayerischen Wirtschaft freuen: Dr. Josef Dachs, Präsident der IHK Niederbayern und Dr. Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz (v.l.). Der Blick in die Zukunft aber wird durch den drohenden Arbeitskräftemangel getrübt. Foto: (obx)

22.10.2014

Niederbayerns Wirtschaft glänzt mit Bestwerten

Größtes Zukunftsrisiko ist der wachsende Arbeitskräftemangel

Der niederbayerischen Wirtschaft und auch dem Handwerk in Ostbayern geht es glänzend. In Niederbayern herrscht mit 3,1 Prozent Arbeitslosen praktisch Vollbeschäftigung. Im einstigen "Armenhaus" Deutschlands entstanden alleine in den letzten zehn Jahren 50.000 neue Arbeitsplätze. Die Konjunkturuhr des Handwerks steht nahe an der "Boom-Marke". Doch jetzt schlagen die Verantwortlichen der Industrie- und Handelskammer Niederbayern und auch der Handwerkskammer Niederbayern Alarm: Nicht Krisen und Konjunkturflaute, sondern ein sich abzeichnender Arbeitskräfte-Mangel weckt Zukunftsangst.

"57,9 Prozent unserer Betriebe sehen im Fachkräftemangel das größte Risiko für ihre weitere wirtschaftliche Entwicklung", sagte IHK-Präsident Josef Dachs. Beflügelt durch den Drang vieler Eltern, ihre Kinder mit aller Macht durchs Gymnasium zu schieben, blieben in nahezu einem Drittel aller Handwerksbetriebe in Ostbayern in diesem Jahr Lehrstellen unbesetzt, heißt es seitens der Handwerksammer. Dies sei eine tickende Zeitbombe nicht nur für Ostbayern, sondern für die gesamte bayerische und deutsche Wirtschaft."Handwerk wie Industrie bieten heute Jugendlichen bessere Karrierechancen als jemals zuvor. Das gesamte duale Ausbildungssystem ist mittlerweile so durchlässig, dass man auch nach dem Einstieg in eine Berufsausbildung später Hochschulreife erlangen kann", sagte Handwerkskammer-Präsident Georg Haber. IHK-Präsident Dachs: "Jeder Dritte niederbayerische Betrieb kann derzeit offene Stellen nicht besetzen. Die Wirtschaft braucht Akademiker und starke Hochschulen, das Problem der Zukunft aber ist der Fachkräftebedarf". Die Frühverrentung mit 63 werde dieses Problem nochmals verschärfen. Ungeachtet dessen haben auch in Ostbayern in diesem Jahr erstmals mehr Jugendliche ein Studium begonnen als es neue Lehrlinge in Ausbildungsberufen gab.  Weitere Negativauswirkung dieses Trends: Politiker beklagen die zu geringe Zahl an Existenzgründern. "Fakt aber ist, dass Existenzgründer mit beruflicher Basisausbildung mit ihren Unternehmen bessere Überlebenschancen haben als Jungunternehmer ohne Berufserfahrung", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Walter Keilbart.Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Wirtschaft in Ostbayern insgesamt bleiben, trotz Eintrübungen angesichts der internationalen Krisen, überdurchschnittlich. 94,6 Prozent der Unternehmen finden ihre Lage gut oder zufriedenstellend, immerhin 89,8 Prozent glauben an eine weitere Verbesserung oder eine Stabilität in ihrem Geschäftsumfeld. Die IHK Niederbayern rechnet deshalb auch für das laufende Jahr wieder mit einem Zuwachs bei den Arbeitsplätzen um mehr als zwei Prozent. Auch im ostbayerischen Handwerk sind rund 90 Prozent der Unternehmen mit ihrer Lage zufrieden. Mehr als die Hälfte der Betriebe meldeten jetzt eine Auslastung von über 80 Prozent. (obx)

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