Wirtschaft

Die erste solarthermische Anlage Ägyptens ging in Kuraymat in Betrieb. (Foto: Solar Millennium)

04.03.2011

Positiver operativer Cash-Flow

Solar Millennium ist zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr

Das Geschäftsjahr 2009/2010 endete für die Solar Millennium AG aus erlangen mit einem leichten Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 0,7 Millionen Euro (Vorjahr: 52,3 Millionen Euro). Richtungsweisende Projekte konnten auf den Weg gebracht werden, so die finale Baugenehmigung für Blythe (Kalifornien), den größten Solarenergiestandort der Welt, die Inbetriebnahme eines Demonstrationskollektors der neuen Generation HelioTrough und die Fertigstellung des ersten modernen Solarfelds in Ägypten, eines Leuchtturmprojekts für die Umsetzbarkeit des Desertec-Konzepts, berichtete Christoph Wolff, Vorstandsvorsitzender von Solar Millennium.
Das Geschäftsjahr 2010/2011 begann für das Unternehmen laut Wolff mit positiven Signalen aus den Hauptmärkten: Investitions- und Rechtssicherheit in Hinblick auf die spanische Einspeisevergütung und die Verlängerung wichtiger Förderprogramme in den USA. Im Mittelpunkt stehe dieses Jahr der Finanzierungsabschluss der ersten beiden US-Anlagen in Blythe und des vierten spanischen Kraftwerks Ibersol sowie die jeweilige Weiterführung der bereits begonnen Baumaßnahmen.
Nach 220,0 Millionen Euro in der Berichtsperiode 2008/2009 erwirtschaftete das Unternehmen eine gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent niedrigere Betriebsleistung von 186,4 Millionen Euro, erklärte Finanzvorstand Oliver Blamberger. Sehr erfreut zeigten sich Wolff und Blamberger darüber, dass der operative Cash-Flow für das abgelaufene Geschäftsjahr mit 7,4 Millionen Euro erstmals positiv (Vorjahr: -51,6 Millionen Euro) war. Auch der nahezu unveränderte Bestand an flüssigen Mitteln und Wertpapieren von 115,9 Millionen Euro (Vorjahr: 117,0 Millionen Euro) sowie eine Eigenkapitalquote von 28 Prozent (33 Prozent im Vorjahr) weisen laut Blamberger auf eine solide Finanzlage des Unternehmens hin. Die Bilanzsumme stieg von 419,9 auf 461,4 Millionen Euro.
Die wesentlichen Erträge der Betriebsleistung lieferten nach den Worten des Finanzvorstands die Verkäufe von Anteilen und von Genussrechten am spanischen Solarkraftwerksprojekt Ibersol sowie Engineering und Kraftwerksbau des solarthermischen Kraftwerks Andasol 3. Weitere Erträge seien im Rahmen der Realisierung des Parabolrinnen-Solarfelds in Ägypten sowie bei weiteren Projekten und Machbarkeitsstudien in verschiedenen Ländern entstanden.
„Die operative Leistungsfähigkeit der Solar Millennium Gruppe war gut“, so Blamberger. „Insbesondere die Projekt-Verschiebungen bei den US-Kraftwerken waren ursächlich für die Planabweichungen. Die ausstehenden Finanzierungsabschlüsse wollen wir nun im laufenden Geschäftsjahr umsetzen.“ Gleichzeitig betonte er, dass die Einführung der Betriebsleistung als neue Kennzahl zur besseren Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Berichtsperioden beiträgt. Sie bilde damit einen weiteren Beitrag zur erhöhten Transparenz.
Wolff schaut mit Zuversicht auf die anstehenden Projekte: „Wir haben in den USA mit dem Bau des größten Solarkraftwerks der Welt begonnen; auch in Spanien setzen wir unser viertes Parabolrinnen-Kraftwerk um. Darüber hinaus sind wir in anderen Regionen wie im Nahen Osten, Nordafrika, Südafrika, Indien und China aktiv und haben unsere Projekt-Pipeline gut gefüllt.“
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Vorstand von Solar Millennium Umsätze aus der Fertigstellung von Andasol 3 und den Inbetriebnahme-Dienstleistungen beim ägyptischen Hybridkraftwerk in Kuraymat sowie aus dem Finanzierungsabschluss und Baubeginn von Ibersol. Darüber hinaus entfalle der größte Teil der erwarteten Erlöse im laufenden Geschäftsjahr 2010/2011 auf den Finanzierungsabschluss der beiden US-Solarkraftwerksprojekte in Blythe mit einer Leistung von jeweils 242 Megawatt.
Dazu gehört zum einen die Zusage der Fremdkapitalfinanzierung von 75 Prozent durch das US-amerikanische Energieministerium (Department of Energy) im Rahmen des Loan Guarantee Programs und zum anderen die Sicherung der Eigenkapitalfinanzierung durch Anteilsverkäufe an große Investoren und Fonds.
Die Investitionssumme für die geplanten solarthermischen Kraftwerke am Standort Blythe beträgt laut Wolff für die beiden Kraftwerke etwa 2,8 Milliarden Dollar. Sie sollen im Abstand von etwa einem halben Jahr errichtet werden. Da die bereits 2010 aufgenommenen Gespräche und Verhandlungen mit potenziellen Investoren fortgeschritten sind, rechnet der Vorstand mit einem Abschluss der Gesamtfinanzierung im Spätsommer 2011. Planzahlen für das laufende Geschäftsjahr konnte der Vorstand noch nicht bekannt geben.
 (Friedrich H. Hettler)

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