Wirtschaft

Siemens startet gemeinsam mit seinen Mitarbeitern ein mehrstufiges und nachhaltiges Programm zur Integration von Flüchtlingen in Deutschland. (Foto: dpa)

29.09.2015

Siemens will an seinen Standorten Flüchtlinge dauerhaft integrieren

Unternehmen stellt Eigenleistungen und Spenden in Höhe von rund zwei Millionen Euro zur Verfügung

Siemens startet gemeinsam mit seinen Mitarbeitern ein mehrstufiges und nachhaltiges Programm zur Integration von Flüchtlingen in Deutschland. Das Unternehmen stellt dafür kurzfristig eine Million Euro Spendenmittel bereit. Hinzu kommen Eigenleistungen in gleicher Größenordnung.

Das in Erlangen bereits laufende Praktikumsprogramm wird auf weitere Standorte und bis zu 100 Plätze ausgeweitet. Bundesweit sollen überdies vier Förderklassen für jeweils 16 Flüchtlinge eingerichtet werden, in denen unter anderem Deutschkurse angeboten werden. Außerdem unterstützt Siemens das große Engagement seiner Mitarbeiter, zum Beispiel durch bezahlte Freistellung von der Arbeit zur freiwilligen Mitarbeit in Hilfsorganisationen.

Unterbringung von bis zu 500 Flüchtlingen

Desweiteren stellt das Unternehmen weitere Flächen für die Unterbringung von nunmehr bis zu 500 Flüchtlingen bereit. „Siemens und die Siemensianer haben in den vergangenen Wochen bereits viel getan, um die erste Not der ankommenden Menschen zu lindern. Jetzt wollen wir unser Engagement weiter verstärken und einen nachhaltigen Beitrag zur Integration der zu uns kommenden Menschen leisten“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Joe Kaeser.

Förderklassen für Flüchtlinge sind an den Standorten Berlin, Erlangen/Nürnberg, Krefeld/Düsseldorf und Karlsruhe geplant. Sie sollen den Grundstein für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben legen. Im Vordergrund stehen bei dem sechsmonatigen Training unter anderem Sprachkurse und berufsvorbereitendes Training. „Wir sind einer der größten Ausbilder in Deutschland und wissen, wie gute Ausbildung geht. Durch unser 2012 gestartetes europäisches Ausbildungsprogramm haben wir wertvolle Erfahrungen bei der Ausbildung von jungen Leuten aus anderen Ländern sammeln können. Diese Erfahrungen können wir jetzt bei der Vorbereitung von Flüchtlingen mit geeigneten Vorqualifikationen aufs Berufsleben einbringen“, sagte Siemens-Personalvorstand Janina Kugel.

Azubis aus der Türkei und aus Ägypten

Siemens ist mit insgesamt rund 10.000 Auszubildenden und dual Studierenden einer der größten privaten Ausbildungsbetriebe in Deutschland. Anfang September hatten erneut rund 2000 junge Leute ihre Ausbildung bei Siemens begonnen, darunter auch der vierte Jahrgang des internationalen Ausbildungsprogramms Europeans@Siemens in Berlin. Unter den 31 Teilnehmern aus 13 Ländern sind in diesem Jahr zum ersten Mal Azubis aus der Türkei und aus Ägypten.

Als weiteren Teil des Programms bietet Siemens Flüchtlingen, die sich noch im Asylverfahren befinden, Praktikumsplätze an. Das derzeit in Erlangen laufende Programm mit zehn Plätzen soll auf weitere Standorte ausgeweitet werden, darunter Berlin, Hamburg und München. Ziel ist es, im kommenden Jahr insgesamt bis zu 100 Praktikanten einzustellen. Sie erhalten die für Praktikanten übliche Entlohnung. Zudem wird ihnen vor Ort ein Ansprechpartner zur Verfügung gestellt, der Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen soll.

Bezahlte Freistellung an bis zu fünf Arbeitstagen

Darüber hinaus unterstützt Siemens die große Hilfsbereitschaft seiner Mitarbeiter. In den vergangenen Wochen hatten viele Mitarbeiter bundesweit ihre Hilfe angeboten und bei zahlreichen Spenden- und Hilfsaktionen mit angepackt. Das Unternehmen will dies künftig weiter fördern, zum Beispiel durch die bezahlte Freistellung an bis zu fünf Arbeitstagen im Jahr für Berufsgruppen wie Betriebsärzte.
Flankiert wird das Integrations-Programm von zahlreichen lokalen Projekten. So hat Siemens der Stadt München vorübergehend zwei leer stehende Bürogebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Die Initiative dazu war bereits im Herbst vergangenen Jahres vom Betriebsrat ausgegangen. Das Unternehmen prüft darüber hinaus die Bereitstellung von Flächen in anderen Städten für die Unterbringung von Flüchtlingen.

Insgesamt stellt Siemens eine Million Euro Spendenmittel für die Unterstützung von Hilfsprojekten Dritter zur Verfügung, insbesondere für Sprachunterricht und Integrationsunterstützung in der Startphase und für Projekte in Zusammenarbeit mit der Siemens-Stiftung zur Entwicklung einer Lebens- und Bleibeperspektive für Menschen in Afrika. (Michael Friedrich)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 38 (2017)

Soll die Kanzlerschaft zeitlich begrenzt werden?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 22. September 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Ates Gürpinar, Landessprecher der Linken Bayern

(JA)


Michael Frieser, rechtspolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.