Wirtschaft

Harald Krüger kennt die BMW-Werke rund um den Globus wie kaum ein anderer: Seit fast zwei Jahren ist der 49-Jährige als Produktionsvorstand zwischen dem Stammwerk in München und Auslandswerken wie Araquari in Brasilien oder dem US-Werk in Spartanburg unterwegs. (Foto: dpa)

09.12.2014

Überraschender Chefwechsel bei BMW

Harald Krüger folgt auf Norbert Reithofer - Reithofer wechselt in den Aufsichtsrat

Der langjährige BMW-Chef Norbert Reithofer gibt vorzeitig seinen Vorstandsposten bei dem Autobauer im kommenden Jahr ab. Bei der Hauptversammlung im Mai soll der bisherige Produktionschef Harald Krüger zum neuen Vorstandschef bestellt werden, wie BMW heute nach einer Aufsichtsratssitzung in München mitteilte. Reithofer soll an die Spitze des Aufsichtsrates bei dem Autobauer wechseln.
Er steht seit 2006 an der BMW-Spitze und hat den Konzern seither zu neuen Bestmarken geführt: Im laufenden Jahr will BMWweltweit erstmals mehr als zwei Millionen Autos verkaufen. Sein Vertrag sollte eigentlich noch bis zum Jahr 2016 laufen. 
Seit Wochen wird aber über sein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Vorstand spekuliert. Im November war bekanntgeworden, dass Reithofer im kommenden Jahr in den Siemens-Aufsichtsrat einziehen will.
Krüger ist seit 2008 Vorstandsmitglied bei BMW. Der Diplomingenieur hat seine Karriere bei BMW 1992 begonnen.
Obwohl das Autogeschäft bei BMW weiter rund läuft, mussten die Münchner zuletzt einen kleinen Dämpfer hinnehmen. Während der Umsatz im dritten Quartal zulegte, schrumpfte der Gewinn um 1,2 Prozent auf 1,314 Milliarden Euro. 
Dazu kommt die weiterhin schwierige Lage auf dem Heimatkontinent. Dort kämpfen die Hersteller mit teils harten Bandagen um die wenigen Neukunden - und räumen dabei nach wie vor Rabatte ein.
Insgesamt verschob sich der Modellmix bei BMW im Sommer etwa durch den Anlauf des neuen Mini aber hin zu kleineren Autos. Diese werden immer wichtiger, denn sie helfen BMW dabei, die CO2-Auflagen in der Europäischen Union einzuhalten - spülen aber weniger Gewinn in die Kassen.
(Daniela Wiegmann, dpa)

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