Wirtschaft

Das Knoblauchsland zwischen Nürnberg, Fürth und Erlangen ist mit 1200 Hektar Freilandgemüsefläche und 65 Hektar Gewächshausfläche das wichtigste Frischgemüseanbaugebiet in Bayern. (Foto: Schweinfurth)

06.05.2011

Verbraucher entscheiden über Agrarstruktur

Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner fordert Konsumenten auf, regionale Produkte zu kaufen

Das Knoblauchsland zwischen Nürnberg, Fürth und Erlangen ist mit 1200 Hektar Freilandgemüsefläche und 65 Hektar Gewächshausfläche das wichtigste Frischgemüseanbaugebiet in Bayern. Mit einer jährlichen Wertschöpfung von 25 Millionen Euro und 700 festen, krisensicheren Arbeitsplätzen ist die Gemüseproduktion ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region.
Deshalb besuchte am 1. Mai Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) zusammen mit seinem in Nürnberg beheimateten Kabinettskollegen, Umweltminister Markus Söder (CSU), den traditionellen „Tag der offenen Tür“ im Knoblauchsland. „Mit bis zu 40 000 Besuchern ist der Tag der offenen Tür im Knoblauchsland eine der größten Veranstaltungen des Erzeuger-Verbraucher-Dialogs in Bayern“, betonte der Landwirtschaftsminister. Das Anbaugebiet offeriere rund einer Million Verbrauchern in der Metropolregion Nürnberg die Möglichkeit, direkt vom Erzeuger qualitativ hochwertiges Gemüse zu beziehen. „Der stadtnahe Anbauort bietet dank kurzer Transportwege optimale Frische und eine gute Ökobilanz. Hier passt der Slogan: Wer weiter denkt, kauft näher ein“, so Brunner bei der Eröffnung des Tages der offenen Tür im Jungpflanzenbetrieb Norbert Beier im Fürther Ortsteil Ronhof.
Frische Produkte
aus der Region kaufen
„Mit jedem Kauf, sei es der Griff zum Fertigprodukt oder der Erwerb frischer Produkte aus der Region, nimmt der Verbraucher Einfluss auf Produktion und Vermarktung, bis hin zur Agrarstruktur“, betonte der Landwirtschaftsminister. Doch selten seien sich die Verbraucher der Konsequenzen ihres Verhaltens beim Lebensmitteleinkauf und der damit verbundenen Macht bewusst. Daher ist es Brunner ein großes Anliegen, mehr Verbraucherbewusstsein zu schaffen. Regionalität und Saisonalität sollten beim Einkauf mehr berücksichtigt werden. Denn beides gehöre zu einer nachhaltigen Esskultur. „Die Schwankungen des saisonalen Angebots erfordern etwas mehr Kreativität und Planung in der Küche. Doch dieser Einsatz lohnt sich nicht nur für die Umwelt. Bringt er doch Abwechslung und so manches lange vergessenes Gericht wieder auf den Speisezettel“, so der Minister.
Damit das Gemüse im Knoblauchsland gut wächst, muss es auch immer wieder bewässert werden. Weil Wasser aber eine knappe Ressource ist, mit der sparsam umgegangen werden müsse, sei ein besonderes Projekt für Innovationsbereitschaft und gelungene Zusammenarbeit zwischen Wasser- und Landwirtschaft das Wasserbeileitungsprojekt Knoblauchsland. „Es ist bisher das einzige Infrastrukturprojekt in Bayern, das die Donauwasserüberleitung nutzt“, so Brunner. Mit der Bereitstellung von Beregnungswasser aus dem Uferfiltrat der Rednitz für 830 Hektar leiste es einen wichtigen Beitrag zur Einsparung kostbaren Trinkwassers. „Konkret geht es pro Jahr um 2 Millionen Kubikmeter Wasser“, erklärte der Minister.
Bayerns Umweltminister Markus Söder erntete für sein Grußwort viel Beifall. Denn er forderte, dass Europa auch landwirtschaftliche Flächen vor Ort fördern soll und nicht nur Agrarfabriken. Das englische Königshaus benötige kein EU-Fördergeld für seine landwirtschaftliche Produktion, so Söder. Er lobte auch den Einsatz der Bauern. Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, könne man sich an keinem besseren Ort aufhalten, als beim Tag der offenen Tür im Knoblauchsland. „Es gibt keine andere Berufsgruppe, die so hart und engagiert arbeitet und sich an keine starren Arbeitszeiten halten kann.“ Für den Verzehr heimischer Lebensmittel warben auch Mittelfrankens Bezirkstagspräsident Richard Bartsch (CSU) und Landtagsabgeordnete Petra Guttenberger (CSU). Dies sichere Arbeitsplätze vor Ort. „Und aus den Steuereinnahmen können wir die Infrastruktur finanzieren, die wir uns wünschen“, so Bartsch.
(Ralph Schweinfurth)

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