Wirtschaft

Armin Zitzmann unterstreicht, dass Lebensversicherungen nichts für kurzfristig orientierte Anleger sind. (Foto: Schweinfurth)

04.04.2014

„Wir bieten Vermögensmanagement für den Kleinanleger“

Armin Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Nürnberger Versicherungsgruppe, über den Sinn von Lebensversicherungen in Niedrigzinszeiten

Trotz der vielbeschworenen Krise der Lebensversicherer wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase in Deutschland und Europa konnte die Nürnberger Versicherungsgruppe im vergangenen Jahr wieder ein gutes Ergebnis erzielen. Wir sprachen mit Vorstandschef Armin Zitzmann, warum die Nürnberger so gut abschneidet.

BSZ: Herr Zitzmann, über die Lebensversicherung kursieren viele Klischees. Sie würde sich wegen der Niedrigzinsphase nicht lohnen und in sie zu investieren, sei pure Geldverschwendung. Wie sehen Sie das?
Zitzmann: Es sind, wie Sie sagen, nur Klischees. Man muss sich die beiden Funktionen einer Lebensversicherung vor Augen führen: Sie sichert zum einen Risiken wie Todesfall, Berufsunfähigkeit und Langlebigkeit ab; auch wenn ein langes Leben für die meisten ein Grund zur Freude ist, müssen wir als Versicherer es tatsächlich als Risiko kalkulieren, weil wir im Rahmen der Privatrente bis zum Lebensende Leistungen erbringen. Zum anderen hat die Lebensversicherung eine Kapitalanlagefunktion. Sie bietet risikofreie Erträge, die höher liegen als die von Bankprodukten wie Festgeld oder Tagesgeld.

BSZ: Dann müssten alle risikoaversen Anleger ihr Geld bei Ihnen deponieren.
Zitzmann: Viele tun das. Allein wir bei der Nürnberger managen derzeit sicher und erfolgreich rund 17 Milliarden Euro an Kapitalanlagen für unsere Kunden.

BSZ: Was ist der Vorteil, wenn ich mein Geld bei der Nürnberger anlege?
Zitzmann: Wir können mehr Risikodiversifizierung erreichen, als ein Privatanleger das selbst jemals könnte. Wir legen sein Geld gut an. Das ist Vermögensmanagement für den Kleinanleger.


BSZ: Das heißt, ich könnte bei der Nürnberger auch mal für kurze Zeit mein gesamtes Vermögen parken und es wird dann optimal gemanagt?
Zitzmann: Nein, wir wollen kein kurzfristiges Einmalbeitragsgeschäft. Das entspricht nicht unserem Geschäftsmodell, weil es zulasten der langfristig laufenden Lebensversicherungen ginge. Die Überschüsse dieser Verträge würden sich reduzieren, weil die erwirtschafteten Gewinne zum Teil für die Erfüllung der Renditeerwartungen der Kurzfristanleger verwendet werden müssten.

BSZ: Kritiker sprechen bei Lebensversicherungen immer wieder die hohen Abschluss- und Vertriebskosten an.
Zitzmann: Daran stören sich nur kurzfristige Anleger. Wenn ein Kunde seine Police bereits nach wenigen Jahren kündigt, dann fährt er damit nicht gut, denn eine Lebensversicherung ist, wie der Name impliziert, eine langfristige Anlage. Wer seinen Vertrag nicht vorzeitig kündigt, für den fallen diese Kosten, über die Laufzeit betrachtet, kaum ins Gewicht. Doch das beachten viele, auch manche Verbraucherschützer, nicht.

BSZ: Was raten die?
Zitzmann: Zu einer Anlage in Briefmarken zum Beispiel.

BSZ: Das ist jetzt ein Witz?
Zitzmann: Leider nicht. Eine Verbraucherschutzorganisation aus Hamburg hat das einmal ernsthaft öffentlich als sicherer bezeichnet. Sie musste jedoch inzwischen von ihrer Position wieder abrücken. Aber nochmal: Wenn man eine Lebensversicherung als das nutzt, wofür sie gedacht ist, gibt es kein Produkt, das sie schlagen kann.

BSZ: Nun erzielt man als Kunde der Nürnberger mit einer Lebensversicherung wie dem Konzept-Tarif bessere Renditen als mit Konkurrenzprodukten. Was ist das Innovative an Ihrem Produkt?
Zitzmann: Wir haben dieses sehr innovative Produkt schon seit rund 20 Jahren. Im Kern beinhaltet es eine niedrigere Garantieverzinsung bei gleichzeitig aktienorientiertem Investieren von Teilen des Sparbeitrags. Daraus ergibt sich eine höhere Chance, aber auch ein höheres Risiko. Im Durchschnitt erwirtschaften wir auf diese Weise eine gute Rendite. 2013 erzielten wir eine Gesamtverzinsung von 13 Prozent, für 2014 haben wir 7,6 Prozent festgelegt. Es waren aber auch Jahre dabei, in denen es nicht so gut lief. Auf die letzten 20 Jahre gesehen, lag die Durchschnittsverzinsung bei einem Vertrag mit laufender Beitragszahlung bei 5,33 Prozent pro Jahr...(Interview: Ralph Schweinfurth)

(Lesen Sie das vollständige Interview in der gedruckten Ausgabe der Bayerischen Staatszeitung vom 4. April 2014.)

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