Wirtschaft

19.03.2010

Wohnortnahe Gesundheitsversorgung

Kommentar

Rund 9400 Arbeitsplätze hat der Landkreis Lichtenfels von 1994 bis 2009 verloren. Und dennoch hat man es im Obermaintal geschafft, die Arbeitslosenquote von 10,6 Prozent im Jahr 2005 auf 5,3 Prozent zu senken – ohne jede staatliche Unterstützung im vergangenen Jahr.
Das liegt nach Ansicht von Landrat Reinhard Leutner (CSU) vor allem an den vielen weichen Standortfaktoren, die das Leben und Arbeiten in und um Lichtenfels positiv beeinflussen. Deshalb will der Landkreis jetzt auch ein neues Kreisklinikum für 98 Millionen Euro bauen. Denn Gesundheitsversorgung nahe am Wohnort sei für die Menschen entscheidend. Das neue Klinikum wird das bestehende Krankenhaus in Lichtenfels ersetzen, für das eine Generalsanierung über acht Jahre mit fast gleichen Kosten veranschlagt war und im laufenden Betrieb den Patienten nicht zuzumuten wäre. „Heute hängen zum Beispiel die Versorgungsleitungen für ein Krankenhaus unter der Decke. Im bestehenden Krankenhaus hätten wir damit schon erhebliche Probleme bekommen, weil die Decken zu niedrig sind“, erläutert der Landrat. Deshalb hat er lange Überzeugungsarbeit geleistet, bis eine überdeutliche Mehrheit im Kreistag im Juli 2009 dem Neubau zugestimmt hat.
Doch nicht nur die neue Klinik, die ab 2011 gebaut und 2015/16 fertig sein soll, ist Teil der guten Infrastruktur. Seit die Autobahn A 73 von Nürnberg über Lichtenfels und Coburg bis nach Erfurt durchgängig befahrbar ist, bemerkt Wirtschaftsförderer Helmut Kurz eine Zunahme der Anträge für Regionalförderung, was ein Indiz für verstärktes Investmentinteresse sei. Und in der Tat sind derzeit einige Firmen dabei, in Lichtenfels Millionenbeträge zu investieren. So baut der Kartonagenspezialist Lewell gerade ein neues vollautomatisches Hochregallager für 4,7 Millionen Euro. „Dieses Lager ist wichtig für unsere Kunden im Automotive-Bereich, da sie aufgrund ihrer Just-in-time-Strukturen externe Lager- und Logistikdienstleistungen brauchen“, erklärt Lewell-Geschäftsführer Bernhard Lemmink. Doch sein Unternehmen ist zum Glück nur zu 25 Prozent von der Automobilbranche abhängig, so dass sich die Weltwirtschaftskrise mit ihrer Branchenkrise im Automobilsektor nicht so stark negativ auf Lewell auswirkt. Denn der Kartonagenhersteller liefert auch in die Metall-, Kunststoff- und Elektrobranche. Auch die Quelle-Insolvenz macht sich bemerkbar. Denn einige Quelle-Töchter, die Lewell belieferte, existieren zwar weiter, doch wisse man nicht, ob und in welchem Umfang hier künftig wieder Geschäft generiert werden könne, so Lemmink. Dennoch will er mit dem Unternehmen, das pro Jahr etwa 20 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, in den nächsten Jahren wieder auf das Niveau von 2008 kommen. Schließlich sei man pro Jahr immer konstant um rund 10 Prozent gewachsen. „Darum halten wir auch an unserem mittelfristigen Ziel fest, zehn neue Mitarbeiter einstellen zu wollen“, erklärt der Lewell-Geschäftsführer.

(Ralph Schweinfurth)

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