Wirtschaft

30.09.2011

Zeitung lesen reicht nicht

Ein Kommentar von Heinz Wraneschitz

Da hat er sich gleich richtig in die Nesseln gesetzt. Kaum im Amt, ging Nürnbergs neuer Wirtschaftsreferent Michael Fraas (CSU) gleich einmal frontal einen der größten Arbeitgeber der Metropolregion Nürnberg an, die Siemens AG. Scheinbar nach ausführlichem Zeitungsstudium, wie er zugibt. Es gehe nicht an, dass der Weltkonzern 130 Arbeitsplätze aus dem Solar- und Wasserbereich aus Nürnberg nach München verlagere, quasi ohne ihn zu fragen, polterte er.
Doch da hat der einstige Wirtschaftsministeriale wohl zu tief in eine der großen überregionalen Tageszeitungen aus Süddeutschland geschaut. Bei der Siemens-Energiesparte ist man von Fraas’ Schelte mehr als überrascht. Denn dem Konzern gehe es um die Konzentration der Leitungen von Fachbereichen: Wind nach Hamburg, Solar nach München, heißt es. Von größeren Arbeitsplatzrochaden könne keine Rede sein.
Der „Neue“ im Nürnberger Rathaus wollte wohl gleich ein deutliches Zeichen setzen, er werde sich wie sein Vorgänger Roland Fleck (jetzt Mitgeschäftsführer der NürnbergMesse GmbH) ganz stark für die Energiearbeitsplätze Mittelfrankens engagieren. Bekanntlich sind hier mehr davon als sonst irgendwo in Europa konzentriert.
Statt laut herumzuposaunen, hätte Fraas lieber erst einmal bei Siemens nachfragen sollen. Vielleicht ist er es ja aus dem Bundeswirtschaftsministerium, wo er zuletzt persönlicher Referent von Staatssekretär Jochen Homann war, gewohnt, dass Manager bei ihm anklopfen. Denn die wollen schließlich Fördergelder. Ein städtischer Wirtschaftsreferent hat dagegen nichts zu verteilen. Er muss deshalb von sich aus auf die Firmenchefs zugehen.

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