Bauen

Das Learning Center von Zaha Hadid. (Foto: Wiegand)

27.09.2013

Auf Qualität gesetzt

Der neue Campus der Wiener Wirtschaftsuniversität

Wien verwandelt sich und überrascht zusehends. Der neue Hauptbahnhof macht gute Fortschritte. Einen Schönheitspreis verdient vor allem die Dachkonstruktion, geplant von den Wiener Architekten Albert Wimmer und Ernst Hoffmann sowie vom Büro Theo Hotz, Zürich. Wie Donauwellen schwingen sich die leicht geneigten Trapezflächen über die Gleise. Mit baulicher Eleganz begrüßt Wiens neue Drehscheibe die Besucher auch aus den Nachbarländern.
Ein anderes außerordentliches Riesenprojekt ist nach knapp vierjähriger Bauzeit gerade fertiggestellt – pünktlich und zum veranschlagten Kostenrahmen von 492 Millionen Euro. Es ist der neue Campus der Wirtschaftsuniversität, kurz WU-Campus, Europas größtes Uni-Bauvorhaben. Zwar wird hier und da noch gewerkelt, aber zum Semester im Oktober werden die letzten Bauzäune weggeräumt sein.
Bei diesem neuen Campus wurde auf Qualität gesetzt. Renommierte Architekturbüros aus aller Welt haben hier ein Vorzeigeprojekt für 25 000 Studierende realisiert. Locker reihen sich die einzelnen Gebäude, jedes hat seinen eigenen Stil. Wegen der internationalen Klientel tragen die Bauten englische Bezeichnungen. In warmem Braun falten sich die Gebäudeteile des „Teaching Center“ vom Architekturbüro BUSarchitektur ZT GmbH, Wien. Gleich daneben beziehungsweise dahinter das „Learning Center“ von Zaha Hadid Architecture, Hamburg, dessen Dachgeschoss wie ein Pfeil über die unteren Etagen hinausragt.

Zwei Würfel schräg ineinander gesetzt


In strengem Schwarz-Weiß hat Hitoshi Abe aus Sendai (Japan) das „Students Center“ und das „Departmentgebäude 2“ gestaltet, beide Bauten jedoch durch einen wellenartigen Schwung aufgelockert. Auf hell-dunkel setzt auch das Architekturbüro Estudio Carme Pinós S.L. Barcelona bei seinem „Departmentgebäude 4“. Gegenüber jedoch, in grellem Bunt das „Departmentgebäude 3“ und die „Administration“ von CRABstudio, London. Die Gerüste verbleiben an den Fassaden. Ein Gag, oder dachten die Planer bereits an spätere Reparaturen? Wesentlich feiner wirkt die relativ kleine, kantige und vorwiegend dunkle „Executive Academy“ von NO.MAD Arquitectos, Madrid. Die Spanier haben zwei Würfel schräg ineinander gesetzt und erzielen damit einen vornehm-modernen Effekt.
Und wer gewinnt hier die „Goldmedaille“. Höchstwahrscheinlich Zaha Hadid mit ihrem „Learning Center“. Begeisterung bei den Besuchern beim Betreten der großen Eingangshalle. Fließende Formen fast ohne Ecken und Kanten und mit gekonnter Lichtführung. Schräge schlägt hier den rechten Winkel, zumindest auf den ersten Blick. Insgesamt entsteht ein Raumerlebnis, das nicht einschüchtert, sondern in seiner Harmonie Lehrende und Lernende aus aller Welt willkommen heißt.

Eigenes Domizil für
die Wiener Sängerknaben


Die weltbekannten Wiener Sängerknaben können sich ebenfalls freuen. Am Augarten haben sie mit dem MuTh erstmals ein eigenes Domizil erhalten. Das Herzstück bildet der neue Konzertsaal, ein Werk der Architekten Johannes Kraus und Michael Lawugger vom Team archipel architektur + kommunikation. Klang-Paneele und Spezialstühle sorgen für einen brillanten Raumklang.
Doch auch Linz, die Hauptstadt Oberösterreichs, hält mit. Das neueste, international hochgelobte Beispiel bietet das Musiktheater, das modernste in ganz Europa. 150 Architekten hatten sich an der Ausschreibung beteiligt, aber nur einer – der Brite Terry Pawson – nahm Bezug auf den Volksgarten gegenüber und erhielt den Zuschlag.
Der fünfgeschossige Baukörper ist mit zwei Untergeschossen ausgebildet und entspricht modernsten ökologischen Standards, beginnend bei der effizienten Dämmung bis zur Nutzung von Abwärme und Fernkälte. Also ein Niedrigst-Energiegebäude par excellence. Drinnen sorgt viel warmbraunes Kastanienholz für Wohlbefinden. (Ursula Wiegand)

(Das Departmentgebäude 2 von Hitoshi Abe und das Departmentgebäude 3 von CRABstudio London - Fotos: Wiegand)

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