Bauen

Die Mainfrankensäle in Veitshöchheim. (Foto: Manuel Reger/Dieter Fellmann)

30.01.2015

Größer, moderner, schöner

Die zweijährige Komplettsanierung der Veitshöchheimer Mainfrankensäle ist abgeschlossen

In den letzten Jahren vor Baubeginn traten in den über 30 Jahre alten Mainfrankensälen Veitshöchheim bauliche Unzulänglichkeiten in der räumlichen Organisation, aber auch in der Gebäudetechnik und Baukonstruktion immer mehr zu Tage. Zudem diagnostizierte eine von der Gemeinde in Auftrag gegebene Markt- und Potenzialanalyse als Voraussetzung für einen wirtschaftlichen und zukunftsweisenden Betrieb die zusätzliche Schaffung mehrerer Tagungs- und Gruppenarbeitsräume sowie die Vergrößerung des Foyers.
Die im Jahr 1981 mit einem teilbaren Saal eröffneten Mainfrankensäle mit einem Fassungsvermögen von bis zu 800 Besuchern wurden deshalb zeitgemäß umgebaut, energetisch und funktional verbessert sowie durch einen Anbau zur Mainseite hin um zusätzliche Räumlichkeiten erweitert. Die mehrere Jahre in einem Arbeitskreis mit Vertretern aller Fraktionen funktional, ästhetisch, räumlich und technisch optimal abgesprochene Planung beseitigte funktionale Defizite und schaffte ein 727 Quadratmeter großes zentrales Foyer sowie zusätzliche Räume mit insgesamt 483 Quadratmetern Nutzfläche.
Im Bereich des großen Saals wurden das Dach über der Bühne erhöht, Funktionsabläufe verbessert und die bisherige Hausmeisterwohnung zu Umkleiden umgebaut.
Nach der Erweiterung verfügen die Mainfrankensäle im Erdgeschoss über 3135 und im Untergeschoss über 1765 Quadratmeter Nutzfläche. Fünf Tagungsräume, teilweise variabel abtrennbar, von 30 bis 135 Quadratmeter mit Blick auf den Main und ausgestattet mit digitaler Medientechnik ergeben neue Nutzungsmimöglichkeiten. Es wurde das Foyer flächenmäßig vervierfacht und ein großzügiger Garderobenbereich für Künstler geschaffen.
Im Untergeschoss untergebracht sind die Technik, Lager- und Nebenräume, der Sanitärtrakt, die Garderobe und auch ein öffentliches, von außen zugängliches WC. Da die Mainfrankensäle im Hochwasserüberflutungsbereich des Mains liegen, wurde das Gebäude stromlinienförmig mit neuen Wänden in Sichtbetonbauweise ausgeführt. Die Abbruch-, Mauerwerks-, Beton- und Stahlbetonarbeiten wurden von der Firma Otto Heil, Eltingshausen, ausgeführt. Mit der Planung der Erweiterung und Modernisierung der Mainfrankensäle beauftragt war das Veitshöchheimer Architekturbüro Manuela Jatz.
Im Altbau wurde vom nunmehr 461 Quadratmeter großen Restaurant- und Küchenbereich ein 242 Quadratmeter großer Cateringbereich abgetrennt, der einen neuen Lastenaufzug von außen erhielt.
Großen Wert legte die Gemeinde Veitshöchheim darauf, das bestehende Gebäude energieeffizient zu modernisieren und auch den Neubau in einem Niedrigst-Energie-Standard zu errichten. Ziel war es, die CO2-Emmisionen für das Bestandsgebäude um 80 Prozent zu reduzieren. Das veraltete Lüftungs-, Heizungs- und Beleuchtungssystem wurde so von Grund auf erneuert und dem heutigen Stand der Technik angepasst.

Eigenes Blockheizkraftwerk


Die Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit auch hinsichtlich der künftigen Betriebs- und Unterhaltskosten hatte bei der Gemeinde einen enormen Stellenwert. So bekommt das Gebäude auch ein Blockheizkraftwerk und eine neue Wärmepumpentechnik. Durch eine Dämmung an der Außenfassade verändern sich die Oberflächen das Altgebäude, ansonsten bleibt dessen Kubatur bis auf das erhöhte Dach über der Bühne unverändert.
Bei der Kostenaufteilung entfallen rund zwei Drittel auf die Sanierung des Bestands und ein Drittel auf den Neubau. Mehr als die Hälfte der Bausumme von 13,55 Millionen Euro kann die Gemeinde aus Rücklagen bestreiten. An staatlichen Zuschüssen wurden der Gemeinde 2,4 Millionen Euro aus der Wirtschafts- und Umweltförderung bewilligt. Für 4,2 Millionen Euro hat die Gemeinde zinsgünstige kommunale Investitionskredite bekommen, die teilweise sogar zinslos und mit Tilgungszuschüssen gewährt wurden.
Zur Vermarktung der neuen Räume hat der Gemeinderat eine eigene kommunale Gesellschaft, die MFS GmbH gegründet. Die Gemeinde ist hier alleiniger Gesellschafter.
Integriert wurde im Eingangsbereich mit direktem Zugang von der Außentreppe, in räumlicher Verbindung mit der Geschäftsstelle der Mainfrankensäle GmbH, nun auch die Touristik GmbH im Würzburger Land. Neben Reservierungen von Unterkünften und dem Organisieren von Rahmenprogrammen dient sie auch als Kartenvorverkaufsstelle für Events. Sie wird auch die Dauerausstellung „Die Welt von Fastnacht in Franken“ betreuen. Im Foyer und im Erweiterungsbau soll diese Ausstellung den Besuchern die Möglichkeit bieten, verschiedene Aspekte der Sendung am originalen Drehort der BR-Produktion „Fastnacht in Franken“ kennenzulernen und selbst einzutauchen in die barocke Faschingskulisse.
Mit im Boot bei der Baumaßnahme war auch der BR wegen der „Fastnacht in Franken“, die seit 26 Jahren Veitshöchheims Aushängeschild ist. So hat die Gemeinde den Baubeginn und auch den Baufortschritt darauf abgestimmt, dass am 5. Februar 2014 der Saalbereich wieder soweit nutzbar war, dass am 21. Februar mitten in der Baustelle von hier aus wieder die Fernseh-Prunksitzung ausgestrahlt werden konnte. Nach der Sendung waren die Mainfrankensäle wieder dicht, um die Maßnahme bis Ende 2014 zum Abschluss zu bringen.
Die neuen Säle beherbergen auch wieder ein völlig neu eingerichtetes Restaurant mit neuer 330 000 Euro teuren Küche, einem eigenen Außenzugang und neu angebauter Außenterrasse (jeweils 65 Sitzplätze). Es trägt den Namen Kaskade. Der Pächter kann zusätzlich im Erweiterungsbau auch den Raum Pegasus (90 Quadratmeter, mit Blick auf den Main) für Familienfeiern, Hochzeiten, Vereinsfeiern, Reisegruppen gastronomisch nutzen.
Das Restaurant soll im Regelfall auch den Cateringservice in den Mainfrankensälen übernehmen, egal ob Gala-Bankett oder Geschäftsmeeting. Veranstalter haben aber die Wahl, für die Bewirtung des Saales auch auf andere ausgesuchte Carterer zurückzugreifen. Dafür wurde neben der Küche des Restaurants ein eigener Caterer-Raum mit Scherenbühne von außen eingerichtet. (BSZ)

(Der Eingangsbereich; die Treppe des Foyers; der gro0e Saal und einer der Tagungs- und Seminarräume - Fotos: Manuel Reger/Dieter Fellmann)

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