Politik

05.03.2026

Soll es ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren geben?

Die SPD fordert ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren, auch die CDU kann sich damit anfreunden. Johannes Schätzl, digitalpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, erklärt die Beweggründe. Fabian Mehring (Freie Wähler), Bayerns Digitalminister, hält dagegen ein Verbot nicht für den richtigen Weg

JA

Johannes Schätzl, digitalpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion

Altersgrenzen existieren bereits heute in den AGB der meisten großen Social-Media-Plattformen. Sie bleiben jedoch oft wirkungslos. Deshalb sprechen wir uns für eine verlässliche und datensparsame Altersverifikation aus. Wichtig ist allerdings, die Debatte nicht auf pauschale Verbote zu verkürzen. Problematisch sind nicht soziale Medien an sich, sondern Plattformmechanismen und suchtfördernde Algorithmen, die gezielt auf maximale Aufmerksamkeit und Bindung ausgelegt sind und damit gerade für junge Menschen Risiken verstärken können. Genau dort müssen Schutzregeln ansetzen. Deshalb verfolgen wir einen altersgestuften Ansatz, der digitale Teilhabe ermöglicht und gleichzeitig den Schutzbedürfnissen von Kindern und Jugendlichen gerecht wird. Wir wollen die Plattformen stärker in die Verantwortung nehmen, Altersbeschränkungen tatsächlich umzusetzen und klare Regeln für algorithmische Empfehlungssysteme zu schaffen.

NEIN

Fabian Mehring (Freie Wähler), Bayerns Digitalminister

Soziale Medien sind Teil unseres modernen Lebens und gehen nicht mehr weg – genau wie Buchdruck, Radio oder Fernsehen. Aus Überforderung den technischen Fortschritt durch Verbote auszublenden, wäre eine Kapitulation vor digitaler Transformation. Schließlich verbringt Bayerns nächste Generation ihr Leben im KI-Zeitalter. Deshalb dürfen wir die Kids von heute nicht zu digitalen Analphabeten von morgen machen. Stattdessen gilt es, junge Menschen zu kritisch-konstruktiven Nutzern der Werkzeuge ihrer Zeit auszubilden. Statt auf stumpfe Verbote, die niemand wirksam durchsetzen kann, müssen wir auf die Vermittlung von Medienkompetenz setzen. Zusätzlich brauchen wir eine verlässliche Altersverifizierung mitsamt Klarnamenpflicht und daran geknüpften, altersadäquaten Nutzungsrechten. So klappt Jugendschutz beim Film seit Jahren prächtig – ohne pauschale Verbote gegenüber ganzen Generationen!
 

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