Bauen

Der Baumwipfelpfad mit Baumturm. (Foto: Erlebnis Akademie AG)

02.12.2011

Herausragende regionale Architektur

Verleihung des Holzbaupreises Bayerischer Wald 2011

Umweltfreundlich, kostengünstig, zweckmäßig, ästhetisch und aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz; So sind die Bauten die am 14. Oktober 2011 mit dem ersten Holzbaupreis Bayerischer Wald ausgezeichnet wurden. Die Gewinner des regionalen Architekturwettbewerbs zeigen, was mit dem modernen Baustoff Holz heute alles möglich ist, sei es im privaten, gewerblichen oder öffentlichen Bauen. Auch Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU), der die Preise und Auszeichnungen überreichte, betonte die Leuchtturmfunktion der ausgezeichneten Gebäude: „Wenn sich noch mehr Bauherren in Bayern für den Baustoff Holz entscheiden sollen, dann brauchen wir solche Vorbilder.“
Der Fachjury war es alles andere als leicht gefallen, aus den über 50 Bewerbungen aus dem gesamten Bayerischen Wald die Preisträger zu ermitteln. Um der hohen Qualität und der Vielfalt der eingereichten Objekte gerecht zu werden, wurden deshalb neben den ursprünglich geplanten drei Preisen zusätzlich drei Auszeichnungen verliehen.

Räumliche Qualität


Die Preisverleihung im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald vor übernahm neben dem Juryvorsitzenden Oliver Lederer, Architekt und Energieberater (Architektenreferent Bund Deutscher Baumeister Landesverband Bayern) Landwirtschaftsminister Brunner, der den regionalen Architekturwettbewerb von Anfang an als Schirmherr unterstützt hatte. Geehrt wurden, als Urheber der ausgezeichneten Beiträge, Bauherren, Architekten, Tragwerksplaner und Holzbaubetriebe.
Zu den Preisträgern zählt eine Hackschnitzellagerhalle im Landkreis Straubing-Bogen (Architekt/Plan: Nuyken von Oefele Architekten, München; Bauherr: Die Erlebnis Akademie, Bad Kötzting). Besonders im Innenraum hebt sich das Gebäude nach Jurymeinung durch seine konstruktive und räumliche Qualität von der üblichen Bauweise solcher Lagerhallen ab und besteche durch eine „fast poetische Lichtstimmung“. Die äußerliche Gestalt orientiert sich an den im ländlichen Raum typischen Scheunen. Das Tragwerk des stützenfreien Raums ist einfach, aber durchdacht und handwerklich perfekt ausgeführt.
Der zweite der Preisträger, der Baumwipfelpfad mit Baumturm in Neuschönau (Architekt/Plan: Architekt Josef Stöger, Schönberg), zeige eindrucksvoll die Möglichkeiten des modernen Ingenieurholzbaus, so das Preisgericht.
Trotz seiner gewaltigen Höhe von 44 Metern wurde der Turm, ein transparentes Holztragwerk in Eiform, sensibel in den Lebensraum Wald integriert und ist bereits heute ein Hauptanziehungspunkt für Besucher der Region. Im Inneren des Turms führt ein 520 Meter langer gewendelter Steg bis zur obersten Plattform.

Unkonventionelle Fassade


„Erstaunlich einfach, aber keinesfalls simpel“ ist der dritte der Preisträger, ein Energiesparhaus in einem ehemaligen Obstgarten in Frauenau. Die Architekten (oberpriller architekten, Hörmannsdorf) entwickelten ein zeitgemäßes Gebäude und „schafften die Integration in den baulichen Kontext“. Der Grundgedanke von Reduktion und Energieeffizienz wurde hier nach Juryansicht konsequent umgesetzt und durch den intelligenten Einsatz des Baustoffs Holz ein zeitgemäßes und der Umgebung angepasstes Wohngebäude geschaffen.
Mit einer Auszeichnung gewürdigt wurde der BioCubator (Architekt/Plan: HIW Gesellschaft von Architekten, Straubing), ein Unternehmerzentrum in Straubing-Sand mit unkonventioneller Fassadengestaltung sowie eine Wohnanlage in Deggendorf mit drei Kettenhäusern (Architekt Ernst Friedl, Deggendorf), die sich durch die ideale Anpassung an seine Hanglage und den Einsatz regenerativer Energie auszeichnet.
Der BioCubator ist konsequent in Holzbauweise konstruiert, mit Holz ausgestattet sowie energetisch durch eine Pelletheizung versorgt.
Ausgezeichnet wurde vom Preisgericht insbesondere die Ausführung als Laborgebäude in drei Vollgeschossen, wobei die modulare Nutzungseinheiten variabel vermietbar sind. „Die Wohnanlage mit drei verketteten Holzhäusern zeigt in landschaftlich attraktiver Hangsituation die konsequente Verwendung des Baustoffs Holz als Tragkonstruktion, in der Fassade und im Innenausbau“, betonen die Jurymitglieder.
In der gleichen Kategorie prämiert wurde außerdem der Kindergartenanbau (Architekt/Plan: HIW Gesellschaft von Architekten, Straubing) der Gemeinde Niederwinkling, wo durch die Verwendung von Holz als Baustoff nach Meinung der Preisrichter ein besonders gutes Raumklima erreicht wurde.
„Die als Preisträger oder mit einer Auszeichnung gewürdigten Objekte machen deutlich, was der Baustoff Holz alles zu leisten vermag und sollen dazu ermutigen, in Zukunft noch mehr auf den nachwachsenden Rohstoff zu setzen, auch und ganz besonders in der Holzregion Bayerischer Wald“, so der Initiator des Architekturwettbewerbs, das Netzwerk Forst und Holz Bayerischer Wald.
Es ist geplant, die Preis- und Anerkennungsbauten im Rahmen einer Wanderausstellung in allen sechs Bayerwald-Landkreisen der Öffentlichkeit zu präsentieren.  (Friedrich H. Hettler)

(Die beiden Fotos zeigen den Kindergartenneubau in Niederwinkling -  Foto: Gemeinde Niederwinkling  -  sowie die Wohnanlage mit drei Kettenhäusern - Foto: Bert Reiszky)

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