Bauen

Außenansicht der neuen Mittelschule. (Foto: Stadt Ingolstadt)

20.09.2013

Lernen auf höchstem Niveau

Neubau der Gebrüder-Asam-Mittelschule in Ingolstadt

Der erste Schultag nach den langen Sommerferien ist immer besonders aufregend. Für einige Ingolstädter Schüler kam vergangene Woche zum normalen „Nervenkitzel“ des Schulstarts noch etwas Außergewöhnliches hinzu: Sie durften zum ersten Mal die Räume der nagelneuen „Gebrüder-Asam-Mittelschule“ betreten. Nach mehreren Jahren Planung und Bau ist das Gebäude wie geplant rechtzeitig zum neuen Schuljahr fertig geworden. Von den Spinden der Schüler bis zur Mikrowelle im Lehrerzimmer ist das meiste neu angeschafft worden und bereit für den ersten „Einsatz“.
Der Duft eines Neubaus weht durch die Gänge, treibt Schüler und Lehrer immer weiter durchs Haus, durch die Klassenzimmer, die Fachräume, hinauf in die oberen Etagen – alles ist noch so neu, so frisch, so unverbraucht.
Wenn die Schüler aus ihren Klassenzimmern durch die westlichen Fenster blicken, sehen sie direkt der Vergangenheit in die Augen. Direkt nebenan steht er noch, der große graue Komplex, der jahrzehntelang Heimat von Hunderten Schülern war. Im „Schulzentrum Südwest“ waren sie vereint, das Apian-Gymnasium, die Fronhofer-Realschule und die Mittelschule Maximilianstraße.
Nicht nur optisch entsprach der Bau aus den 1970ern längst nicht mehr den modernen Anforderungen. Der Komplex galt als sanierungsbedürftig. Im Jahr 2009 fiel die Entscheidung, auf eine teure Komplettsanierung zu verzichten und stattdessen in Neubauten zu investieren. Mehr noch: Die Schulen sollten voneinander getrennt werden, statt eines großen Gebäudes sollte jede Schule ein eigenes Gebäude bekommen.

Freundliche und
angenehme Atmosphäre


„Die Schulleiter haben sich sehr dafür eingesetzt, dass der große Komplex aufgelöst wird und stattdessen mit mehreren Gebäuden eine freundliche Campus-Atmosphäre entsteht“, berichtet der Leiter des Ingolstädter Hochbauamts Gabriel Nißl. „Die beiden Projekte haben zusammen rund 32 Millionen Euro gekostet, 18 Millionen für die Realschule und 14 Millionen für die Mittelschule“, erklärt Nißl.
In der neuen „Gebrüder-Asam-Mittelschule“ – geplant von zoom-architekten GmbH, Ingolstadt – sind nun die beiden Mittelschulen Maximilianstraße und die aufgelöste Stollstraße vereint. Insgesamt 636 Schüler in 32 Klassen starteten dort ins neue Schuljahr, sechs Klassen davon sind vorerst noch im Altbau gegenüber untergebracht.
Direkt neben der neuen Mittelschule befindet sich das neue Gebäude der Fronhofer-Realschule. Die rund 920 Schüler in 36 Klassen müssen sich allerdings noch ein klein wenig gedulden, ehe um Allerheiligen der Umzug ins neue Haus erfolgen kann. Für beide Häuser wird es zu einem späteren Zeitpunkt noch offizielle Einweihungsfeiern geben, „zunächst wollen wir aber den Schülern und Lehrern genügend Zeit geben, sich in den neuen Häusern einzugewöhnen“, erklärt Wilhelm Schelchshorn, Leiter des städtischen Schulverwaltungsamts.
Auch wenn der Betrieb in den neuen Schulen läuft, haben die Bauarbeiter keine Pause. Als nächstes stehen nämlich der Teilneubau und die Sanierung des Apian-Gymnasiums sowie später der Abriss der nicht mehr benötigten alten Trakte von Mittel- und Realschule an.
Grüne Böden, Wände in knalligen Farben, große Fenster, die viel Licht ins Innere lassen – eine freundliche und sehr angenehme Atmosphäre empfängt Schüler, Lehrer und Besucher in der neuen Mittelschule. Tristes Grau? Das war einmal. Das gilt auch für die Klassenzimmer und Fachsäle, deren Einrichtungen größtenteils neu angeschafft wurden. Noch neuwertige Ausstattung zog aber selbstverständlich mit um, wie etwa die Werkraum-Maschinen aus der Stollstraße.
Mit den Neubauten steht den Schülern erstmals eine Aula zur Verfügung. In beiden Schulen ist der Eingangs- und Pausenbereich bestuhlbar, eine Leinwand fährt auf Knopfdruck herab und ermöglicht so Präsentationen. Durch einen leicht erhöhten Bereich ergibt sich eine Bühne, die für Aufführungen genutzt werden kann. In beiden Schulen gibt es außerdem Innenhöfe, die nicht nur für viel Licht sorgen, sondern auch als Kräutergarten genutzt werden können.
Nachdem die Schulen bezugsfertig sind, kümmern sich die Arbeiter um die Außenanlagen. Im Frühjahr wird mit den Pflasterarbeiten begonnen, die spätestens bis zum kommenden Sommer abgeschlossen sein sollen. Die Schulhöfe werden nach außen, zum öffentlichen Raum hin, abgegrenzt, sodass ein optisch geschlossener Pausenhof entsteht. Dieser wird allerdings wie bisher für die Schüler aller Schulen gemeinsam nutzbar sein.
Akustikdecken, Lüftungsanlage, Kühlung, Bauteiltemperierung, Dämmung, Sonnenschutz – beim Bau der neuen Häuser wurde an alles gedacht. Auf beiden Gebäuden wird eine Photovoltaikanlage installiert, der Großteil des erzeugten Stroms wird auf der Liegenschaft verbraucht. Übrigens: Der Spruch „Der letzte macht das Licht aus“ gilt nicht mehr – dank Anwesenheitssensoren wird die Beleuchtung automatisch abgeschaltet, wenn keiner mehr da ist.
Mit Kreide auf eine Schiefertafel kritzeln? Diese Zeiten sind vorbei. In beiden Schulen wurden die Klassenräume komplett mit interaktiven Tafeln ausgestattet, 53 sind es in der Realschule, 37 an der Mittelschule. Die so genannten Whiteboards bieten viele Vorteile, vereinfachen den Unterricht enorm. Hinzu kommen 194 beziehungsweise 110 neue Computer sowie weitere Technik, wie Dokumentenkameras und Beamer.
Das Schulzentrum Südwest wird auch nach der Fertigstellung von Mittel- und Realschule eine Baustelle bleiben. Denn im Zuge der umfangreichen Maßnahmen wird auch dem Apian-Gymnasium zu Leibe gerückt. 2014 soll mit der Entkernung des Nordteils begonnen werden, ein Jahr später soll dieser Teil abgerissen werden – wegen der zu erwartenden Lärmbelastung wohl in den Sommerferien. Danach gibt es an gleicher Stelle einen Neubau. (BSZ)

(Detail aus dem Werkraum und eine interaktive Tafel - Fotos: Stadt Ingolstadt)

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