Bauen

2200 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche entstanden mit dem Labor- und Hörsaalgebäude. (Foto: Hochschule Aschaffenburg)

17.02.2012

Mehr Platz für Studierende

Neues Labor- und Hörsaalgebäude für die Hochschule Aschaffenburg

Rechtzeitig zum Wintersemester 2011/2012 wurden die umfangreichen Bauarbeiten auf dem Campus der Hochschule Aschaffenburg beendet. Sieben Gebäude wurden innerhalb der letzten drei Jahre auf dem Hochschulgelände neu errichtet oder von Grund auf renoviert. Die Nutzungsfläche erhöhte sich damit um rund 5000 Quadratmeter. Der Ausbau war dringend notwendig, da die jüngste bayerische Hochschule eine enorme Entwicklung vorweisen kann. In nur fünf Jahren haben sich die Studierendenzahlen von 1300 auf derzeit 2700 mehr als verdoppelt.
Herzstück der Aus- und Umbaumaßnahmen ist der Neubau des Gebäudes 40 für die Studiengänge Mechatronik und Wirtschaftsingenieurwesen.
Für den 2002 erstmals angebotenen Studiengang Mechatronik konnte 2004 die erste Teilbaumaßnahme des dritten Bauabschnitts, der Umbau des Gebäudes 06, einer ehemaligen Reithalle, zum Hörsaal- und Laborgebäude in Betrieb genommen werden. Jetzt wurde mit dem Neubau des Hörsaal- und Laborgebäudes 40 sowie weiteren Umbau- und Sanierungsmaßnahmen der dritte Bauabschnitt vollendet.
Zur Unterbringung des genehmigten Raum- und Flächenbedarfs ließ das Wissenschaftsministerium das neue Labor- und Hörsaalgebäude mit 2200 Quadratmetern Nutzfläche auf dem Gelände neben der Mensa durch das Staatliche Bauamt Aschaffenburg errichten.
Das Gebäude besitzt über dem Erdgeschoss zwei Obergeschosse und ist zur Unterbringung der haustechnischen Anlagen voll unterkellert. Das natürliche Gefälle des Geländes ermöglichte die einzelnen Räumlichkeiten auf versetzten Ebenen anzuordnen, welche das zentrale Treppenhaus und der Aufzug behindertengerecht miteinander verbinden.
An der südwestlichen Seite des Erschließungsbereichs befinden sich übereinanderliegend zwei Hörsäle mit ansteigenden Stuhlreihen für jeweils 90 Studenten. Auf der gegenüberliegenden Seite wurden im Erdgeschoss sowie im ersten Obergeschoss die Labore für Forschung und Lehre mit 186 Arbeitsplätzen angeordnet. Darüber befinden sich im zweiten Obergeschoss vier weitere Lehrsäle, in denen bis zu 240 Studenten unterrichtet werden können.
Ein Merkmal dieses Gebäudes ist die moderne Formensprache mit der dieser Neubau seine Eigenständigkeit definiert, sich aber gleichzeitig mit Höhe und Dachform in die bestehende denkmalgeschützte Bebauung einfügt.
Der Rohbau wurde als Stahlbetonmassivbau errichtet. Entsprechend sind die Innenräume durch glatten Sichtbeton gekennzeichnet. Für die Brüstungen der Treppenläufe und der Podeste wurden Ganzglaselemente gewählt.
Die straßenseitige Außenwand wurde in Anlehnung an die gegenüberliegenden Gebäude der inneren Bebauung als Lochfassade mit heller Putzoberfläche ausgeführt, die den eher strengen Rhythmus des Bestands aufnimmt und die Labore und Lehrsäle mit Tageslicht versorgt. Den Abschluss bildet ein Satteldach aus Aluminiumelementen.

Es entsteht ein Spiel
von Licht und Schatten


Auf der Campusseite wechseln sich feststehende und zu öffnende Fensterelemente, die sich teilweise hinter perforierten Fassadenelementen befinden, mit völlig geschlossenen Wandabschnitten aus Faserzementplatten ab. So entsteht in den an den Außenwänden gelegenen Flurzonen ein rhythmisches Spiel von Licht und Schatten. Die übereinanderliegenden Hörsäle besitzen durch ihre großzügige Eckverglasung ebenfalls viel Tageslicht. Ein weiteres Gestaltungselement an den Putzfassaden der Stirnseiten sind die offenen Treppenanlagen, welche im Notfall den Personen in den Obergeschossen als zweiter Rettungsweg dienen.
Die technische Ausstattung des Neubaus entspricht den Anforderungen an ein modernes Hörsaal- und Laborgebäude. Mit einer Leistung von 60 000 Kubikmetern pro Stunde ist die Klimaanlage das größte Modul in der Technikzentrale. Durch ein hocheffizientes Wärmerückgewinnungssystem und der Nutzung der adiabaten Fortluftkühlung werden die Betriebskosten auf ein Minimum reduziert. Adiabate Fortluftkühlung bedeutet, dass durch Befeuchtung die Fortluft gekühlt wird. Die gekühlte Fortluft entzieht dann im Wärmerückgewinnungs-System der Zuluft für die Hörsäle die Wärme.
Auf dem Dach des Gebäudes befindet sich eine rund 60 Quadratmeter große Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 8,2 Kilowatt und einem Ertrag von 7900 Kilowattstunden pro Jahr.
Dem Aspekt des energieeffizienten Bauens wurde auch bei der Fassadenplanung Rechnung getragen, in dem der Glasanteil der Fassade möglichst gering gehalten wurde. Im Untergeschoss des Neubaus befindet sich eine Regenwassernutzungsanlage für die Außenanlagenbewässerung. Parallel zum Neubau wurden die Bestandsgebäude 4, 7 und 22 gemäß Denkmalschutz-Vorgaben von Grund auf saniert. Besonderes Kennzeichen von Gebäude 22, in dem die Hochschulleitung jetzt ihr Domizil hat, ist ein historisch gestalteter zweigeschossiger Saal, dessen Wände großflächige Gemälde des Aschaffenburger Malers Adalbert Hock (1866 bis 1949) schmücken. Weitere Kapazitäten wurden und werden durch Umbaumaßnahmen in den Gebäuden 1 und 2 geschaffen. Die Mensa in Gebäude 5 hat sich mit einem Anbau, der 112 zusätzliche Plätze aufnimmt, ebenfalls auf die gestiegenen Studierendenzahlen eingerichtet. (Gerhard Gerber/Simone Herzog)

(Blick in ein Labor und den Hörsaal des neuen Hochschulgebäudes - Fotos: Hochschule Aschaffenburg)

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