Bauen

Blick ins sanierte Regensburger Westbad. (Foto: RBB-Hanno Meier)

01.08.2014

Neue Technik, neuer Look

Energetische Sanierung des Regensburger Westbads

Seit Mitte Mai 2014 steht das Regensburger Westbad mit der eindrucksvollen Zeltdachkonstruktion nach einer 13-monatigen Sanierung der Regensburger Badebetriebe GmbH (RBB) den Badegästen wieder zur Verfügung. Beim 1972 eröffneten und 1984 bis 1987 komplett neu gestalteten „Bad der Regensburger“ stand nach 27 Jahren der durchgehenden Nutzung eine Generalsanierung an. Insbesondere die Akustikdecke über der Schwimmhalle war durch die hohe Luftfeuchtigkeit stark in Mitleidenschaft gezogen worden.
„Der Schwerpunkt lag auf der energetischen Sanierung“, erklärt Hauptgeschäftsführer Bernd-Reinhard Hetzenecker. Unter anderem haben Fachfirmen eine Lüftungsanlage eingebaut, die rund 70 Prozent Wärmerückgewinnung aufweist. Die bisherige Anlage schaffte lediglich 35 Prozent. Die RBB hat im Zuge der Dacherneuerung eine wärmegedämmte Glasfassade hochgezogen. Durch die alte Glasfassade entwich viel ungenutzte Energie.
Die neue Fassade, eine Alu-Glas-Konstruktion mit Korrosionsschutz, ist speziell auf die Bedürfnisse von Bädern abgestimmt. Die Badegäste können sich über einen Nebeneffekt freuen: Da die Glaswände um einen Meter nach außen versetzt wurden, entstand zusätzlicher Platz für Relaxzonen. Energiesparend wirkt sich zudem die Neugestaltung des Warmaußenbeckens aus: Das große Warmaußenbecken verbrauchte vor der Sanierung rund 20 Prozent der Energie im Westbad. Die Verkleinerung und die Möglichkeit zur Abdeckung spart nun deutlich Energie und damit Kosten.
Aufgrund der Schäden in der gesamten Akustikdecke, die durch das feuchtwarme Klima entstanden waren, verzögerte sich der Baufortschritt um einige Monate. Zu Beginn der Baumaßnahmen ging die RBB davon aus, dass 30 Prozent der Decke erneuert werden müssen. „Aber es war durchaus klar, dass beim Ausbau der Lüftungskanäle im oberen Bereich der Dachkuppel weitere versteckte Mängel auftreten können“, erklärt Hetzenecker.

Alle Deckenelemente mussten ersetzt werden


Es stellte sich heraus, dass alle Deckenelemente ersetzt werden mussten. Bevor das Westbad in den Jahren 1984 bis 1987 neu gestaltet wurde und die markante Zeltdachkuppel über der Schwimmhalle entstand, hatte das Bad ein Plexiglas-Zeltdach ähnlich dem Münchner Olympiastadion. Diese Dachkonstruktion konnte im Sommer angehoben werden, sodass die Schwimmhalle sich rundherum zu den Außenanlagen hin öffnete.
Die Deckenkonstruktion, die das Westbad seit 1987 überdacht, wird von hölzernen Balken gestützt und kann nicht angehoben werden. Die Deckenelemente zwischen diesen Balken wurden im Zuge der Sanierung ausgetauscht.
Nicht nur über den Köpfen der Badegäste, sondern auch unter deren Füßen hat sich viel getan: Die neuen, dunkelgrauen Fliesen sind mit rutschhemmendem Belag ausgestattet und sorgen in der gesamten Halle für mehr Sicherheit. Gläserne Trennwände zwischen den Bereichen verbessern zum einen die Orientierung. Zum anderen erleichtern sie vor allem rund um das Kinderbecken die Aufsicht für Begleitpersonen.
Ein neues Beleuchtungskonzept schafft für jeden Bereich passende Lichtverhältnisse: Quartette aus Stehleuchten tauchen das Westbad abends in ein gedämpftes Licht. Kugelförmige Pendelleuchten setzen weitere Akzente. Zusätzliche Scheinwerfer und Spots direkt über dem Sportbecken sorgen für optimale Ausleuchtung beim Training sowie bei Wettkämpfen. Ein weiteres Plus für die aktiven Schwimmsportler: Moderne Startblöcke sowie Leuchtanzeigen und Lautsprechertürme wurden aufgestellt. Damit bietet das Westbad modernsten internationalen Standard für Schwimmwettbewerbe. Außerdem: Für Rollstuhlfahrer erleichtert eine automatische Schiebetür auf der linken Seite des Haupteingangs die Zufahrt sowie eine Rampe die Nutzung des Bistros. Im Eingangsbereich werden die Gäste des sanierten Westbads seit der Eröffnung über einen großen Bildschirm über Neuigkeiten informiert.
Nicht nur der Schwimmbereich wurde auf den neuesten Stand gebracht, auch das Westbad-Bistro wurde rundumerneuert. Das Restaurant im Innenbereich bietet für alle Zielgruppen passende Bereiche, zum Beispiel bequeme Sofa-bänke, größere Tischen für Familien und Gruppen sowie eine Kaffeebar. Auch hier konnte man durch die Fassadenversetzung Platz gewinnen. Sowohl die Küche als auch der Gastraum sind nun modern ausgestattet. Der zur Verfügung stehende Raum ist jetzt optimal aufgeteilt. Das Areal der Cafeteria oberhalb des Sportbeckens und die Sonnenterrasse wurden ebenfalls neu und ansprechend gestaltet.
Die Planung erfolgte durch Stürzl Planung und Projektmanagement, Regensburg. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf rund 13 Millionen Euro. (BSZ)

(13 Millionen Euro wurden in die Sanierung des Westbads investiert - Fotos: RBB-Hanno Meier)

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