Bauen

Der Neubau der DRV Nordbayern. (Foto: Thomas Bauer)

01.11.2013

Wirtschaftlich, funktionell und energiebewusst

Neubau der Deutschen Renetenversicherung Nordbayern in Würzburg

Nach rund 18 Monaten Bauzeit war es geschafft: Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Nordbayern konnte planmäßig ihr neues Dienstgebäude in Würzburg Anfang Oktober eröffnen. Seit mehr als 100 Jahren hat die Deutsche Rentenversicherung Nordbayern, die frühere Landesversicherungsanstalt (LVA) Unterfranken, ihren Sitz in Würzburg in der Friedenstraße. Die letzte größere Baumaßnahme gab es in den 1980er Jahren. Neben dem vorhandenen Gebäudekomplex wurde ein Erweiterungsbau errichtet. Die Räumlichkeiten waren damals zu knapp, sodass Mitarbeiter bis zur Eröffnung des Erweiterungsbaus in angemieteten Räumen in anderen Stadtteilen untergebracht werden mussten.
Raumknappheit war auch dieses Mal ein Motiv für einen Neubau. Zusätzliche Aufgaben wurden den Rentenversicherungsträgern vom Gesetzgeber übertragen, Platz für personelle Aufstockung war nicht vorhanden. So wurden Ende 2009 die Räumlichkeiten in der Friedenstraße zu eng. Hinzu kam, dass die Deutsche Rentenversicherung Nordbayern im April 2008 das Personal der Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund in Würzburg übernommen hatte. Ein Ergebnis der Organisationsreform der Rentenversicherungsträger. Die Deutsche Rentenversicherung Bund hatte für ihre Beratungsstelle Büroräume im Stadtzentrum gemietet.

Hell und offen


Die Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern befand sich im Verwaltungsgebäude in der Friedenstraße. Es galt, diese Doppelstruktur aus Kostengründen, zur Vereinfachung von Verwaltungsabläufen und zur Integrierung des neu hinzu gekommenen Personals, abzubauen. Vorstand und Geschäftsführung entschlossen sich nach sorgfältiger Prüfung der Wirtschaftlichkeit im November 2009 für einen Neubau auf dem Gelände in der Friedenstraße. Es sollte ein funktionelles und gleichzeitig optisch ansprechendes Dienstgebäude entstehen.
Die Bauarbeiten konnten Mitte Januar 2012 beginnen, mussten dann allerdings nach ein paar Tagen witterungsbedingt, im wahrsten Sinne des Wortes, für rund drei Wochen auf Eis gelegt werden. Dieser Zeitverlust konnte fast vollständig wieder eingeholt werden.
Bereits wenn man den Neubau betritt, merkt man, dass das Vorhaben, ein funktionelles und gleichzeitig optisch ansprechendes Gebäude zu errichten, gelungen ist. Ein heller offener Raum mit verglasten Seiten- und Frontwänden und dementsprechend viel Tageslicht bildet den Empfangsbereich.
Wenn man diesen Bereich passiert hat, gelangt man in die Wartezone für Besucher. Hier empfängt einen ein großes, helles, rundum verglastes Atrium, das über beide Stockwerke des zweistöckigen Gebäudes geht. „Für das Glasdach wurde eine semitransparente Photovoltaikverglasung mit nur 20 Prozent Lichtdurchlässigkeit gewählt. So entstand gleichzeitig ein wartungsfreier Sonnenschutz und eine alternative Energiequelle. Die restlichen Glasflächen sind aus hochwertiger Sonnenschutzverglasung mit einem Wärmedurchlasskoeffizient von nur 30 Prozent“, erklärt Architekt Anton Stanek vom durchführenden Architekturbüro „architekten 50 plus“.
Der Eingang des neuen Beratungszentrums bildet nun den Haupteingang der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern. Zuvor gab es im Hauptgebäude einen Eingang für die dort bestehende Beratungsstelle und in dem in den 1980er Jahren entstandenen Erweiterungsbau daneben befand sich der Eingang für die Sozialmedizinische Begutachtungsstelle.
Das neue Beratungszentrum wurde nach hinten versetzt zwischen den bestehenden Gebäuden errichtet und verbindet nun den gesamten Komplex. Eine 13 Meter hohe und sechs Meter breite Glaswand schließt die bisherige Lücke in der Straßenfront. Das Gebäude wurde zu einem Drittel über der dort vorhandenen Tiefgarage aufgesetzt, die restlichen zwei Drittel auf dem dahinterliegenden Parkplatz. Da die Decke der Tiefgarage keine tragende Funktion hatte, mussten dafür zusätzlich tragende Säulen durch die Tiefgarage gezogen werden. Als Boden für den Neubau wurde auf die bestehende Decke eine Betondecke gesetzt, insgesamt sechs Säulen wurden im Boden verankert und sorgen für die notwendige statische Absicherung.

32 neue Büroräume


Die Grundfläche des Neubaus beträgt 850 Quadratmeter, neben dem Empfangsbereich und der Wartezone entstanden 32 neue Büroräume für das Personal der Beratungsstelle und des Betriebsprüfdienstes. Der Zugang ist selbstverständlich barrierefrei.
Von den in der Tiefgarage entstandenen Behindertenparkplätzen gelangt man über einen Aufzug direkt in die Empfangshalle. Ein Blindenleitstreifen ab Gehsteig bis zur Empfangstheke ergänzt die Barrierefreiheit auch für Sehbehinderte.
Doch nicht nur Wirtschaftlichkeit, Funktionalität und ansprechende Optik waren die Grundvoraussetzung für den Bau. Auch Nachhaltigkeit, verbunden mit einem gut durchdachten Energiekonzept, sorgen für ein angenehmes Raumklima, Unweltschutz und Energiegewinnung. Die Photovoltaikverglasung des Atriumdachs wird komplett zur Eigennutzung verwendet, hauptsächlich für den Stromverbrauch der Technik. Die Stromerzeugung wird voraussichtlich rund 9000 Kilowattstunden im Jahr betragen. Die Heizungsanlage wird über das Fernwärmenetz der Stadt Würzburg versorgt.
Im Bereich des Empfangs und des Atriums befindet sich unter dem Bodenbelag aus fränkischem Muschelkalk eine Fußbodenheizung. Die Büros wurden mit einer Deckenheizung mit Kühlung und Wärmerückgewinnung ausgestattet. Sie ist angeschlossen an eine Lüftungsanlage für die Frischluftzufuhr. Damit erfüllt die Deckenheizung drei Aufgaben: Sie heizt, kann die Raumtemperatur bis zu acht Grad Celsius unter der Außentemperatur abkühlen und sorgt gleichzeitig für Frischluft. Im gesamten Gebäude wurden sparsame und langlebige LED-Beleuchtungskörper installiert, die mit einem Präsenzbewegungsmelder gekoppelt sind, aber auch manuell bedient werden können.
Akustikdecken in der Eingangshalle und in den Büroräumen sowie schallschluckende Teppichbeläge in den Büros und auf der Galerie im Obergeschoss sollen Nebengeräusche dämpfen.
Eine extensive Begrünung aller Flachdächer ersetzt die durch den Bau entfallenen Grünflächen. Seit Ende September 2013 können sich nun auch die Versicherten von dem gelungenen Neubau ein Bild machen und sich in den neuen Räumlichkeiten von den Experten der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern beraten lassen. (Claudia Weidig)

(Der Eingangsbereich - Foto: DRV Nordbayern)

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