Kommunales

GIS-Anfänge vor mehr als 100 Jahren: Die Kartographin Loreen Heunemann schaut durch einen historischen Theodolit. Ein Theodolit wird in der Vermessungskunde zur Winkelmessung genutzt. (Foto: dpa)

07.12.2015

Kommunales GIS-Forum in Neu-Ulm: Mobile Datendienste immer beliebter

130 Teilnehmer aus Bayern und Baden-Württemberg

Von der unbebauten Brachfläche in der Stadt über Standorte und Einzugsbereiche von Schulen bis zur Frage, wann und ab welcher Haltestelle ein Bus ans gewünschte Ziel fährt – das sind nur einige der zahlreichen Anwendungsfelder geographischer Daten, die beim 3. Kommunalen GIS-Forum des Runden Tisches GIS e.V. kürzlich in Neu-Ulm präsentiert wurden.

Schon in der Keynote zum Auftakt des Treffens mit rund 130 Teilnehmern betonte Neu-Ulms Landrat Thorsten Freudenberger (CSU) die Bedeutung von Geodaten für das Alltagsgeschäft der Städte und Gemeinden. Was das konkret bedeutet, machten im Anschluss die zahlreichen Fachvorträge deutlich. Die Themenspanne reichte von der Schulentwicklung, über die Kartierung und das Management von Brachflächen in bereits bebauten Gebieten, bis zu den Aspekten der fach- und länderübergreifenden Nutzung von Geoinformationen.

Direkt an der Landesgrenze von Bayern und Baden-Württemberg hatte der Münchner Verein bereits vor zwei Jahren beim ersten GIS-Forum die grenzüberschreitende Nutzung von kommunalen (Geo-)Daten angeschoben und gemeinsam mit den Landesvermessungsbehörden der beiden Bundesländer sowie den Städten Ulm und Neu-Ulm ein Pilotprojekt zum gegenseitigen Datenaustausch initiiert. Das mündete in diesem Jahr in die offizielle Unterzeichnung einer Erklärung der beiden Präsidenten der Landesvermessungsämter zur verstärkten Zusammenarbeit, um allen Kommunen entlang der gemeinsamen Landesgrenze die Daten des jeweiligen Nachbarn so einfach und so kostengünstig wie möglich zu übermitteln.

Konzepte für Open Data


Weitere Beiträge des Forums befassten sich unter anderem mit den Angeboten kommerzieller Datenanbieter, wie auch mit möglichen Konzepten für Open Data bei kommunalen Daten. Die Frage, wie Kommunen aktuell von der europäischen Richtlinie Iinspire betroffen sind, war ebenfalls Gegenstand der Tagung. Inspire sieht vor, dass zahlreiche digitale Datenbestände allgemein der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Das betrifft zwar vor allem die Bundesländer als zuständige Instanz für die Geobasisdaten, aber die Richtlinie nennt auch eine Reihe von Fachthemen, die mitunter in kommunaler Hoheit liegen.

Ein weiteres großes Thema des kommunalen GIS-Forums war die Entwicklung  stetig wachsender mobiler Datendienste, die auf Geodaten basieren. Das betrifft zum Beispiel Anbieter von Fahrplanauskünften aber auch die Kommunen selbst, die mit eigenen Apps inzwischen digitale Bürgerdienste aufbauen können, wie Beispiele aus Friedrichshafen zeigten. Ergänzend dazu gab es auch einen Vortrag zum Fördermodell für den Breitbandausbau in Bayern.

Eine Digitalagentur präsentierte aus der Zusammenarbeit von Entwicklern und Marketingexperten die jüngsten Erkenntnisse zu den Themen Usability von Apps. Sie sorgte auch für einen Ausblick auf künftige Konzepte und präsentierte die Datenbrille von Google als Beispiel für kommende Interfaces, die sich von der klassischen Bildschirmpräsentation auch von kartographischen Daten lösten. Auch Geodaten werden danach zu einem Baustein vernetzter Systeme, die sich immer mehr dem Nutzer anpassten und immer weniger Fachkenntnisse verlangten. (BSZ)

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